Sonntag, 11. Dezember 2016


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Krankenhausreform verschärft Druck auf Krankenhausärzte

(lifePR) (Berlin, ) Das Krankenhauspersonal und die stationäre Versorgungsqualität werden die großen Verlierer der geplanten Krankenhausreform sein, zu diesem Ergebnis kommt der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa).

Der SpiFa als Vertretung der Fachärzte in allen Versorgungsebenen, also auch im Krankenhaus, sieht in dem Referentenentwurf zum Krankenhausstrukturgesetz weder strukturelle Vorteile noch Finanzierungsvorteile für die betroffenen Krankenhäuser. Ganz im Gegenteil: "Die Verpflichtung der Länder, die Investitionslücken zu schließen, wird wieder nicht ausreichend angegangen. Die Krankenhäuser sind somit weiter gezwungen, dieses strukturelle Defizit und die laufenden Kosten allein aus den Fallpauschalen (DRGs) zu decken. Der dadurch verursachte ökonomische Druck wirkt damit in erster Linie auf den mit Abstand größten Kostenblock, die Personalkosten. Die daraus resultierende weitere Arbeitsverdichtung und der stetig steigende Leistungsdruck auf die Klinikärzte nimmt mehr als bedenkliche Züge an und muss zwangsläufig zu Qualitätsverlusten der Patientenversorgung führen", erklärt Lars F. Lindemann, Hauptgeschäftsführer des SpiFa.

Der Gesetzgeber verschärfe zudem unter dem Deckmäntelchen der Qualität die Erlössituation aus Fallpauschalen und praktiziere damit in Wirklichkeit kalte Kostendämpfung. "Um Qualitätsverluste in der Versorgung zu verhindern, wird Qualität per Gesetz vorgeschrieben, bei der zu befürchten ist, dass nicht echte Versorgungsqualität, sondern Mengenbegrenzungen gemeint sind. Dafür soll auch noch die Wissenschaft Argumente liefern, um diese Kostendämpfung medizinisch zu begründen", befürchtet SpiFa Vorstandsmitglied Dr. Hans Friedrich Spies.

"Die Fachärzte seien von dieser Misere gleich doppelt betroffen. Sie werden als Krankenhausangestellte von ihrem Arbeitgeber zur Umsetzung der Sparmaßnahmen gezwungen und müssen dies auch noch ihren Patienten vermitteln, für die sie als Arzt die medizinische Verantwortung haben", so Lindemann weiter.

Der SpiFa fordert daher die Entwicklung neuer Strukturen in Krankenhäusern, in denen die Fachärzte zu allererst wieder ärztlich und in Verantwortung für ihren Patienten und nicht, den ökonomischen Vorgaben von Trägern, entscheiden. "Dazu gehört eine angemessene Strukturfinanzierung, für die das Gesetz nicht sorgt. Zudem muss die stationäre Versorgung von Patienten zukünftig wieder stärker von Ärzten anstatt von kaufmännischen Klinikdirektoren und Controllern bestimmt werden", fordert Lindemann.

"Die Krankenhausärzte, egal ob Fachärzte oder Ärzte in fachärztlicher Weiterbildung, sind der Garant einer qualitativ hochwertigen Patientenversorgung und keine Claqueure einer Kostendämpfungspolitik. Es war ein politischer Fehler, sich im Vorfeld zwischen Bund und Ländern auf eine Krankenhausreform zu einigen, ohne die Akteure aus der Versorgungswirklichkeit einzubeziehen", so Lindemann.

Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V.

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e. V. (SpiFa) ist ein Dachverband fachärztlicher Berufsverbände. Das Ziel des SpiFa ist die Darstellung der übergeordneten Interessen der Fachärzte in Praxis und Klinik sowie deren politische Durchsetzung auf Bundes- und auch auf Landesebene.

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) setzt sich für die Interessen der niedergelassenen und in der Klinik tätigen Fachärzte ein. Sein Ziel: Erhalt der wohnortnahen ambulanten Facharztpraxis. Auf 1.000 Einwohner kommen in Deutschland 0,9 Fachärzte an Kliniken und 0,7 in der Facharztpraxis. Mit 1,6 Fachärzten auf 1.000 Einwohner liegt Deutschland sogar nur im unteren europäischen Mittelfeld. Von einer doppelten Versorgung kann keine Rede sein.

www.spifa.de

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