Sonntag, 11. Dezember 2016


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Zusammenstellung der Resultate der SBV-Quartalserhebung

4. Quartal 2009 / 2009 kumuliert

(lifePR) (Zürich, ) .

SBV-Quartalsstatistik IV/2009

Baukonjunktur vor dem Wendepunkt?

Die nominellen Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe stiegen 2009 im Vergleich zum Vorjahr leicht um 1,3% und beliefen sich auf über 18 Mrd. Franken. Für diese Zunahme war der Tiefbau (+6,9%) verantwortlich. Dieser konnte die nachlassende Dynamik im Hochbau (-3,7%) mehr als kompensieren. Der weiterhin hohe Arbeitsvorrat (+0,6% gegenüber dem Vorjahr) lässt keine unmittelbare Abkühlung erwarten. Es mehren sich jedoch die Anzeichen einer Bremsung der Bauaktivität gegen Ende 2010. Dies sind die Ergebnisse der vierteljährlichen Konjunkturumfrage des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) bei seinen Mitgliedfirmen.

Die nominellen Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe beliefen sich 2009 auf rund 18,1 Mrd. Franken (+1,3%), womit 2009 als viertes Jahr in Folge als gutes Baujahr bezeichnet werden kann. Allein im vierten Quartal wurden 4,7 Mrd. Franken und damit in etwa gleichviel wie in der Vergleichsperiode des Vorjahres umgesetzt. Dabei konnten der Hochbau (+1,2%) sowie der Tiefbau (+0,4%) gegenüber dem Vorjahresquartal leicht zulegen. Ingesamt zeigt sich die Baukonjunktur bisher erstaunlich krisenresistent und gehört zusammen mit dem privaten und öffentlichen Konsum zu den Konjunkturstützen der Schweizer Wirtschaft.

Tiefbau als Konjunkturstütze

Für die positive Gesamtjahresbetrachtung ist vornehmlich der dynamische Tiefbau verantwortlich. Dieser notiert im Vergleich zum Vorjahr ein markantes Plus von 6,9% und vermag die Rückgänge im Wohnungs- (-3,8%) und Wirtschaftsbau (-4,7%) mehr als wettzumachen. Das Auslaufen grosser Tiefbauprojekte (NEAT) sowie das geplante Konsolidierungsprogramm des Bundes lassen befürchten, dass der Tiefbau als bisherige Konjunkturstütze der Bauwirtschaft an Fahrt verlieren dürfte.

Stabiler Wohnungsbau - doch Abkühlung absehbar

Der Wohnungsbau entwickelte sich weiterhin überraschend positiv (+4,2%). Der Wendepunkt scheint jedoch definitiv erreicht zu sein. Die rückläufige Zahl von Baugesuchen und Bauwilligungen im vierten Quartal 2009 begründen die negativen Aussichten. Dennoch rechnet der SBV vorläufig nicht mit einem eigentlichen Einbruch beim Wohnungsbau. Die sehr tiefen Hypothekarzinsen und die positive Bevölkerungsentwicklung lassen auf eine stabile Nachfrage nach Wohnimmobilien schliessen. Dabei gilt es darauf hinzuweisen, dass die Wohnbautätigkeit der letzten Jahre aussergewöhnlich hoch war. Im Jahr 2003 wurden gemäss Bundesamt für Statistik nur rund 32'100 Wohnungen fertig gestellt. Im Jahr 2008 waren es rund 44'200, was einem Anstieg von satten 37,7% entspricht.

Der Boom im Wohnungsneubau hat die Kapazitäten der Bauunternehmen in den letzten Jahren praktisch ausgelastet. Der SBV erwartet, dass bei einem Abflachen des Neubaubooms die Renovation von Wohnungen an Bedeutung zunehmen wird. Diese Tendenz dürfte durch die von Bund und Kantonen geschaffenen Anreize für energetische Sanierungen noch intensiviert werden.

Regional sind wie immer grosse Differenzen feststellbar. Es zeigt sich, dass der Baumarkt Schweiz stark von lokalen Gegebenheiten geprägt ist. So ging der Wohnungsbau in den Kantonen Genf (-38,5%), Bern (-8,8 %) und Graubünden (-14,7%) zurück, während er in einigen Kantonen, wie Freiburg (+35,3%), Thurgau (+23,9%) und Luzern (+34,0%), stark zulegte.

Wirtschaftsbau noch deutlich im Minus

Im gewerblich-industriellen Bau hat sich über das ganze Jahr 2009 hinweg erheblich verlangsamt (-4,7%). Der Wirtschaftsbau ist erfahrungsgemäss die Bausparte, welche am schnellsten und schärfsten auf gesamtwirtschaftliche Entwicklungen reagiert. Bei einer konjunkturellen Aufhellung wird der Wirtschaftsbau auch als erste Bausparte wieder zulegen. Ein leichter Anstieg der Bauvorhaben gegenüber dem Vergleichquartal (+1,0%) deutet auf eine Stabilisierung und damit auf eine Trendwende im Wirtschaftsbau hin.

Beschäftigung bleibt stabil

Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten im Bauhauptgewerbe konnte im Vergleich zum Vorjahr nochmals leicht gesteigert werden (2008: 78'700; 2009: 78'800). Die unsicheren Aussichten machen eine Prognose für die nächste Zeit schwierig. Der hartnäckig kalte Winter trägt sein Übriges dazu bei. Es lässt sich jedoch feststellen, dass der Bedarf nach qualifiziertem Baustellenpersonal und Ingenieuren weiterhin besteht.

Gutes Baujahr 2009 - Abkühlung gegen Ende 2010 befürchtet

Ein Blick auf die gemeldeten Bauvorhaben (+8,3%) für das 1. Quartal 2010 und die Auftragsbücher (+0,6%) zeigt, dass sich die Baukonjunktur in der ersten Jahreshälfte 2010 insgesamt noch nicht spürbar eintrüben wird. Der hartnäckige Winter mit vielen Frosttagen hat dazu geführt, dass viele Bauunternehmungen ihre Arbeiten im ersten Quartal teilweise länger als üblich einstellen mussten. Diese wetterbedingten Ausfälle werden erfahrungsgemäss in den Folgequartalen nachgeholt.

Obwohl die Talsohle der allgemeinen Rezession erreicht ist, dürfte die Bauwirtschaft mit einer Verzögerung auf die gesamtwirtschaftliche Belebung reagieren. Die Wohnungsneubautätigkeit wird trotz rückläufigen Tendenzen auf einem ansprechenden Niveau verharren. Es ist somit davon auszugehen, dass nach sechs Jahren stetigen nominellen Wachstums sich auch das Bauhauptgewerbe auf eine nachlassende Bauaktivität einstellen muss.

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