Samstag, 03. Dezember 2016


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Ungarns Finanzminister Dr. Peter Oszko beim Osteuropaforum der RLB OÖ in Linz: "Wir haben unsere Lektion gelernt"

Osteuropa bietet nach Meinung von Experten weiterhin viele Chancen

(lifePR) (Linz, ) Nach der Jahrtausendwende war Ungarns Wirtschaft eine Erfolgsgeschichte. Dann waren Wahlen zu gewinnen. "Da hat Ungarns Politik begonnen, in einen Konkurrenzkampf gegen die Wirtschaft zu treten", sagte Ungarns Finanzminister Peter Oszko beim Osteuropaforum der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich am 8. März 2010 in Linz. Der 36-jährige ehemalige Deloitte-Geschäftsführer gehört seit April 2009 der ungarischen Expertenregierung an. "Wir haben unsere Lektion gelernt und jetzt ist Ungarns Budget auf einem sicheren Weg. In den kommenden Jahren können wir uns wieder auf das Wachstum konzentrieren. Das ist die Aufgabe der nächsten Regierung", so Oszko. Der ungarische Finanzminister diskutierte beim Osteuropaforum der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich mit Boris Krassowskij, Generalkonsul der Russischen Föderation, Engel-Geschäftsführer und IV-Vizepräsident Peter Neumann, Wirtschaftsblatt-Chefredakteur Wolfgang Unterhuber und Raiffeisenlandesbank OÖ-Generaldirektor Ludwig Scharinger zum Thema "Zentral- und Osteuropa im Umbruch - ein Ausblick auf die Zukunft".

Reifer aus der Krise

Die Krise habe Ungarn auch politisch reifer gemacht. "Wir haben gelernt, dass wir keine andere Wahl hatten. Versprechen, die damals vor den Wahlen gemacht wurden, würde heute niemand mehr glauben. Extreme politische Kräfte haben bei uns keine Chance", meinte Oszko in Hinblick auf die im April stattfindenden Wahlen.

Diszipliniertestes Land

Schon 2009 konnte Ungarn zeigen, dass es das disziplinierteste Land sei, unterstrich der Finanzminister. "Es ist gelungen, das Defizit nicht zu erhöhen." Die Regierung war nicht sehr beliebt, weil sich ein großer Teil der Maßnahmen auf die Bevölkerung bezog. Jedoch hielten laut Oszko zwei Drittel der Ungarn die Maßnahmen für gerechtfertigt und notwendig.

Zu den Entwicklungen in Griechenland gäbe es jedoch einen wesentlichen Unterschied. Oszko: "Wir hatten noch so viele Probleme aus der Vergangenheit, dass wir den Menschen erklären konnten, dass es nicht anders geht. Das hat die Bevölkerung schnell verstanden." Zuletzt haben auch die Exporte schneller zugenommen als erhofft. Für das zweite Halbjahr 2010 erwartet Oszko bereits wieder ein Wachstum. Einen wesentlichen Vorteil sieht der Finanzminister in der Integration Ungarns in der Europäischen Union. "Wir erholen uns aufgrund von Exporten. Je mehr wir uns integrieren, umso größer sind unsere Chancen."

Scharinger: Kalkulierbare Währungsrelationen sind entscheidend

Raiffeisenlandesbank OÖ-Generaldirektor Ludwig Scharinger sieht in Osteuropa vielfältige Chancen für österreichische und mitteleuropäische Unternehmen. Für ihn sind jedoch kalkulierbare Währungsrelationen entscheidend. "Die osteuropäischen Währungen müssen in einem Korridor zum Euro gehalten werden", sagte Scharinger. Darüber hinaus müsse man den Menschen in den osteuropäischen Ländern Zeit lassen. "Wir müssen Sicherheit geben, Vertrauen vermitteln und Optimismus verbreiten. Aber wir sind manchmal etwas zu ungeduldig." Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich begleitet aktuell 17.000 Unternehmen bei ihren Aktivitäten in Osteuropa. Sogar im schwierigen Jahr 2009 konnte ein Cash-flow von rund 90 Millionen erreicht werden. Die getroffene Risikovorsorge lag lediglich bei 8,6 Millionen Euro.

Neumann: Langer Atem zahlt sich aus

IV-Vizepräsident Peter Neumann sieht in Osteuropa "ein Potenzial, das uns auch hilft, den Wohlstand für die Zukunft zu sichern." Er erwartet einen verhaltenen Aufschwung, es lohne sich jedoch für Unternehmen, in diesen Ländern einen langen Atem zu haben. Neumann gratulierte darüber hinaus Finanzminister Oszko zu dem strikten Sparkurs. Dieser habe gezeigt, wie eine Regierung, die nicht nur auf die nächsten Wahlen schaut, ein Land wieder auf Kurs bringen kann. In Russland besteht für Neumann ein Hemmnis für Investoren, da die "Stabilität für die Einschätzbarkeit ausländischer Unternehmen noch nicht da ist."

Krassowskij: Investitionsaktivitäten in Russland fördern

Boris Krassowskij, Generalkonsul der Russischen Föderation, verwies auf die zahlreichen österreichische KMU, die bereits seit Jahrzehnten auf dem russischen Markt erfolgreich tätig sind und ihr Geschäft nicht zurück schrauben wollen. Natürlich gebe es noch Probleme, jedoch setzen die russische Regierung und der russische Präsident viele Maßnahmen, um die Investitionsaktivität für aus- und auch inländische Unternehmen zu erhöhen und ausländischen Partnern den Weg in die russischen Regionen zu ebnen. Man müsse bedenken, dass Russland eine Transformation von einem Wirtschaftssystem zu einem anderen durchgemacht habe und es noch eine Zeit brauchen werde, bis sich Russlands Wirtschaft stabilisieren wird.

Unterhuber: Zwei Geschwindigkeiten in Osteuropa

Wirtschaftsblatt-Chefredakteur Wolfgang Unterhuber sieht die Lage in Osteuropa positiv, glaubt aber an ein Osteuropa der zwei Geschwindigkeiten. "Jene Länder, die auf hohen Binnenkonsum setzen, werden es schwer haben. Einfacher werden es die Länder haben, die bereits einen strengen Sparkurs hinter sich haben." Russlands Zukunft hängt für Unterhuber insbesondere auch von der Entwicklung der Rohstoffpreise ab.

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