Donnerstag, 08. Dezember 2016


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"Österreichs Landwirtschaft muss nachhaltig Richtung Zukunft gestaltet werden!"

Landwirtschafts- und Umweltminister Niki Berlakovich beim 19. Landesbauernstammtisch der Raiffeisenlandesbank OÖ

(lifePR) (Linz, ) "2010 ist ein Schlüsseljahr für die österreichische Landwirtschaft", betonte Landwirtschafts- und Umweltminister Niki Berlakovich am Montag Abend beim 19. Landesbauernstammtisch der Raiffeisenlandesbank OÖ. Über die Chancen und Herausforderungen der heimischen Landwirtschaft diskutierten mit ihm vor rund 600 Gästen Landesbäuerin LAbg. Annemarie Brunner, Agrarlandesrat Dr. Josef Stockinger, Landwirtschaftskammerpräsident Hannes Herndl, RLB OÖ-Aufsichtsratspräsident Jakob Auer und Dr. Ludwig Scharinger, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ.

Budgetsanierung nicht auf Rücken der Bauern

Der Budgetsanierungskurs der Regierung hat auch den Agrar- und Umweltsektor getroffen, bei dem Einsparungen von rund 120 Millionen Euro notwendig sind. "Da kann kein Stein auf dem anderen bleiben", so Berlakovich, der statt bei den landwirtschaftlichen Einkommen in der Verwaltung, Bürokratie und den Strukturen sparen möchte. "Die Budgetkonsolidierung kann nicht alleine auf dem Rücken der Bauern ausgetragen werden", unterstrich Berlakovich, der einer Erhöhung der Einheitswerte neuerlich eine klare Absage erteilte. Er entkräftete weiters die Vorwürfe bezüglich mangelnder Transparenz im Agrarsektor: "Die Landwirtschaft ist der einzige Sektor, bei dem Förderungen in der Transparenzdatenbank dargestellt werden."

Landwirtschaft hat Perspektiven

Auch in schwierigeren Zeiten sieht der Minister Perspektiven für die Landwirtschaft, wie beispielsweise die erneuerbaren Energien: "Österreichs Landwirtschaft muss nachhaltig Richtung Zukunft gestaltet werden. Das bedeutet: Raus aus der Abhängigkeit von fossiler Energie. Meine Vision ist ein energieautarkes Österreich". Die Gentechnikfreiheit ist für Berlakovich ein "Asset im Verkauf im internationalen Lebensmittelmarkt" und auch "green jobs" im Bereich der Umwelttechnologie bieten der Landwirtschaft Zukunftsperspektiven.

"Unternehmen Landwirtschaft 2020"

Berlakovich kündigte darüber hinaus einen Masterplan "Unternehmen Landwirtschaft 2020" an, um die Unternehmerkompetenz der heimischen Landwirte zu stärken. Die Grundpfeiler dieses Masterplans sind Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe, gesunde und sichere Lebensmittel sowie erneuerbare Energien als Antwort auf den Klimaschutz. Wichtiger Eckpunkt ist hier ein nicht verpflichtender Businessplan für jeden landwirtschaftlichen Betrieb, um eine Betriebsstrategie zu entwickeln.

Herausforderungen für die Landwirtschaft

Herausforderungen sieht der Minister in der steigenden Weltbevölkerung, in durch den Klimawandel verursachte Umweltkatastrophen sowie in der Preisvolatilität z. B. bei den Milchpreisen. Auf EU-Ebene "sind in der Krise die Begehrlichkeiten der Mitgliedsstaaten hoch, Gelder aus der Landwirtschaft abzuziehen". Auch die Forderung von manchen osteuropäischen Mitgliedsstaaten nach einer Anpassung der Flächenprämie an westeuropäisches Niveau sowie eine Neubewertung der Bergbaukulisse sind Herausforderungen. Der Spekulation von Rohstoffen steht Berlakovich besonders kritisch gegenüber: "Lebensmittel dürfen kein Spielball der Spekulanten werden. Hier bedarf es einer europäischen Lösung".

Steigerung der Wertschöpfungstiefe durch regalreife Produkte

Generaldirektor Ludwig Scharinger forderte gerade in den aktuell etwas schwierigeren Zeiten einen Schulterschluss zwischen Bauern, Verarbeitern und Vermarktern: "Die österreichischen Bauern und Lebensmittelproduzenten müssen sich gerade jetzt auf ihre Stärken konzentrieren und durch noch mehr Kooperation und Koordination Kosten reduzieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern." Wichtig sei dabei vor allem, dass die exportierten Waren nicht nur von hoher Qualität, sondern auch regalreif sind, damit vermehrt Wertschöpfung im Inland generiert wird. "Je mehr es gelingt, mit fertigen Produkten unter der Marke "The Best of Austria" in die Regale zu kommen, umso mehr Wertschöpfung werden wir im Inland haben." Vor allem Osteuropa ist für die österreichischen Agrarexporteure ein interessanter Markt der Zukunft.

Vielfältige Funktionen der Bauern müssen anerkannt werden

Die österreichischen Landwirte erfüllen neben der Produktion von Qualitätsprodukten, mit der Pflege der Kulturlandschaft, mit Beiträgen für den Tier- und Umweltschutz oder als Träger der ländlichen Kultur und Struktur eine Reihe von weiteren wichtigen Funktionen, die laut Scharinger in der Gesellschaft oftmals zu wenig Anerkennung finden. "Das geht nicht zum Nulltarif. Hiefür müssen die Bauern abgestuft nach Größenordnung und nach Produktionserschwernissen auch künftig Ausgleichszahlungen bekommen. Denn eine funktionierende, bäuerlich strukturierte Landwirtschaft ist und bleibt ein Garant für eine funktionierende ländliche Struktur." Laut gezielten Hochrechnungen würde allein die Grünlandpflege in Oberösterreich rund 154 Millionen Euro pro Jahr kosten.

Klare Kennzeichnungsstrategie bei österreichischen Produkten

"Leider wird viel zu oft der gute Name der heimischen Produkte missbraucht. Mit Fantasienamen werden Konsumenten getäuscht. Da muss das Konsumentenschutzgesetz besser greifen", forderte Landesrat Josef Stockinger. Man dürfe die Konsumenten bei der Kennzeichnung aber nicht verwirren, das AMA-Gütesiegel müsse daher bleiben und auf der Verpackung noch besser sichtbar gemacht werden. "Wenn jemand aus holländischer Milch ein Produkt in Österreich erzeugt, ist das noch lange kein österreichisches Produkt. Daher ist eine noch bessere Kennzeichnung, eine klare Kennzeichnungsstrategie, wichtig."

Gleiche Hygienevorschriften für alle sind zu überdenken

"Jeder Lebensmittelskandal hat dazu geführt, dass das Thema der Kennzeichnung und Kundeninformation breit diskutiert wird. Das ist nach wie vor ein wichtiges Thema, das vom Bauern bis zum Vermarkter alle betrifft", so Raiffeisenlandesbank OÖ-Aufsichtsratspräsident Jakob Auer. In diese Diskussion fallen aber auch noch andere Themen wie z. B. die Hygienevorschriften. "Die Frage ist, ob für einen kleinen Abhof-Verkäufer, der in der Woche ein Schwein schlachtet, die gleichen Vorschriften Sinn machen, wie für Großbetriebe, die 1.000 Schweine am Tag schlachten. Denn schließlich waren es immer die Großbetriebe, die für Lebensmittelskandale gesorgt haben, und nie die kleinen Bauern."

Stärken und Schwächen kennen

Landesbäuerin Annemarie Brunner befürwortete die von Berlakovich geforderten Businesspläne in der Landwirtschaft, damit "jeder Bauer seine Stärken und Schwächen sowie Betriebskennzahlen kennt." Landwirtschaftskammerpräsident Hannes Herndl betonte, dass die Landwirtschaft die Unterstützung durch die Vermarkter braucht, "damit Qualität der Lebensmittel auch in Zukunft gewährleistet werden kann". Landwirte müssen auch zukünftig den entsprechenden Wert ihrer Produkte erhalten.

Studie "Landwirte schaffen Lebensqualität"

Werner Beutelmeyer, Chef vom Institut market, präsentiere eine Studie zum Thema "Landwirte schaffen Lebensqualität - klare Wertschätzung durch die Bevölkerung". Die wichtigsten Ergebnisse:

- Die Bevölkerung sieht in der Landwirtschaft einen wirtschaftlichen Sektor mit interessanten Zukunftsaussichten.
- Die Landwirte erwarten eine schwieriger werdende Zukunft. 73 Prozent machen sich derzeit Sorgen um die Existenzsicherheit ihres eigenen Betriebes. Wettbewerbsdruck auf die Erzeugerpreise, höhere Produktionskosten und weniger Förderung machen die Zukunft herausfordernd.
- Die breite Öffentlichkeit schätzt die Leistungen der Landwirte zur Erhaltung der Lebensqualität hoch ein.
- Mehrkosten für regionale Herkunft sind kaum drin. Zudem sehen die Konsumenten ihre Verantwortung gegenüber der heimischen Landwirtschaft nicht.
- Durchaus gefährdend für das Ansehen der Landwirte sind scharfe Proteste, wie z.B. Milch verschütten oder Verkehrsblockade

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