Montag, 05. Dezember 2016


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"Lehre im Dialog" in der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich

Kann das Angebot "Lehre mit Matura" das Image der betrieblichen Ausbildung verbessern?

(lifePR) (Linz, ) Unabhängig von Unternehmensgröße oder Branche fehlen den heimischen Unternehmen zunehmend begabte Lehranfänger. Die Gründe dafür liegen einerseits im Imageproblem der Lehre und damit im Trend zu höheren Schulen, andererseits wird die demografische Entwicklung die Situation vor allem in den nächsten Jahren zusätzlich verschärfen. Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, sind gut ausgebildete Facharbeiter aber von zentraler Bedeutung. Vor rund 300 Gästen im RaiffeisenForum diskutierten Ludwig Scharinger, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ, Egon Blum, Regierungsbeauftragter Österreichs für Jugendbeschäftigung und Lehrlingsausbildung, Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Oberösterreich, Karl Pühretmair, Geschäftsführer bei Gföllner Fahrzeugbau und Containertechnik sowie Philipp Stadelmann, Landesschulsprecher für Berufsschulen, ob das Modell "Lehre mit Matura" die Lösung für den Lehrlingsmangel von heute und damit den drohenden Facharbeitermangel vom morgen sein kann.

Imagekorrektur notwendig

Der Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Oberösterreich, Joachim Haindl-Grutsch, erkennt ganz klar ein Imageproblem der Lehre. Die Folge sei ein quantitativer und qualitativer Mangel an guten Lehrbewerbern: "Beim Lesen, Schreiben und Rechnen ist eine negative Tendenz erkennbar. Das zeigen die standardisierten Eignungstests der letzten Jahre." Eigentlich sei dieses Imageproblem aber völlig unbegründet: "Lehrlinge werden zu Facharbeitern ausgebildet, denen oftmals die Verantwortung für Millionen-Werte übertragen wird." Haindl-Grutsch verwies auch auf die demografische Entwicklung: "Im Jahr 2008 haben wir noch 8.600 Lehranfänger, 2015 werden es nur mehr 5.400 sein."

Lehre mit Matura kein Streuartikel

Einigkeit herrschte bei der Diskussion darüber, dass das Modell "Lehre mit Matura" ein ganz wichtiger Baustein sei, um das Image des Lehrberufes zu korrigieren. Allerdings dürfe es laut Egon Blum, der seine Berufslaufbahn als Lehrling begonnen hat, kein Massenprogramm werden: "Nur die wirklich Guten und Engagierten sollen diesen Weg gehen können. Das Modell muss ein gewisses Niveau haben und darf kein Streuartikel werden." Um die Lehre wieder attraktiver zu machen, will Joachim Haindl-Grutsch auch die Unternehmen in die Pflicht nehmen: "Es geht heute vor allem auch darum, dass sich die Betriebe lokal in der Region positionieren und ein gutes Image aufbauen." Philipp Stadelmann, selbst Lehrling in der Energie AG, weiß das aus eigener Erfahrung: "Es geht natürlich immer auch darum, was man von Freunden über ein Unternehmen hört." Die Lehre mit Matura werde unter den Lehrlingen in Oberösterreich sehr positiv gesehen, weiß der Landesschulsprecher für Berufsschulen. Um die Attraktivität der Lehre zu erhöhen, wolle er sich für eine Erhöhung der Mindest-Lehrlingsentschädigung einsetzen und vor allem auch dafür, "dass der Unterschied zwischen den einzelnen Lehrberufen nicht so groß ist."

Auf Jugend zugehen

Auch Generaldirektor Ludwig Scharinger sieht die Unternehmen gefordert: "Wir können nicht alles auf das Bildungssystem abwälzen. Wir brauchen die Jugend und wir müssen auf die Jugend, aber auch auf die Schulen zugehen. Betriebe sollen Schulklassen zu sich einladen, damit die Schüler sehen, wie es dort zugeht." Es gehe aber auch darum, wie Unternehmen mit Lehrlingen umgehen. "Jugendliche brauchen ganz klare Orientierung und Vorbilder. Wir schauen auf unsere Lehrlinge und begleiten sie bei entsprechenden Leistungen selbstverständlich auch zur Matura." Daher könne die Raiffeisenlandesbank OÖ mit derzeit 142 hervorragenden Lehrlingen auch nicht über einen Mangel klagen. Wichtig sei die Motivation, die nicht zuletzt über Anerkennung komme: "Wir holen unsere tollen Lehrlinge, die etwas aus sich machen, regelmäßig vor den Vorhang." Die Anforderungen an die Jugendlichen können laut Scharinger gar nicht hoch genug sein: "Wer ein hohes Leistungsniveau vorlebt, der kann es auch von einem jungen Menschen erwarten. Wer die Jugend fordert, der fördert sie auch."

Vom Lehrling zum Geschäftsführer

Karl Pühretmair lobte die Lehre als Basis für eine erfolgreiche Karriere. Er hat bei Gföllner Fahrzeugbau und Containertechnik als Schlosserlehrling begonnen und ist mittlerweile über den Weg der Matura und einem Fachhochschulstudium zum Geschäftsführer aufgestiegen: "Der Vorteil meines Weges ist, dass ich auch in meiner jetzigen Position die gleiche Sprache wie die Mitarbeiter spreche." Eine Imagekorrektur des Lehrberufes sei dringend notwendig: "Auch wir haben zunehmend das Problem des Facharbeitermangels wie fast jeder oberösterreichischer Industriebetrieb. Wenn das Image der Lehre steigt, dann steigt auch die Qualität der Bewerber."

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