Samstag, 10. Dezember 2016


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Hunderte Kinder für eine Zukunft der Lebensgrundlagen

Die «Arche der Biodiversität» legte am Bundesplatz an

(lifePR) (Basel, ) Rund 300 JugendnaturschützerInnen deponierten am 21. November 2009 ihre Wünsche für die Rettung der Biodiversität in der Schweiz auf dem Bundesplatz. Sie brachten ihre selbst hergestellten Tiere und Pflanzen auf der Arche der Biodiversität von Pro Natura in Sicherheit. Sie demonstrierten ihre Hoffnung, dass gegen das Verschwinden von Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensräume mehr unternommen wird. Die Arche ist ein 13 Meter langes und 6 Meter hohes Holzschiff, das Pro Natura durch ihre neue Kampagne «Biodiversität - jede Art zählt!» begleiten wird.

Ein starkes Symbol: Über 300 Kinder und Jugendliche haben die rettende Arche der Biodiversität vor dem Bundeshaus beladen. Sie brachten stellvertretend für die bedrohte Vielfalt der Tierund Pflanzenarten, deren natürlicher Lebensräume und die Vielfalt der genetischen Ressourcen selbstgebastelte Tiere und Pflanzen an Bord - und in Sicherheit. Damit bekundeten sie ihre Sorge um die heutigen und künftigen Lebensgrundlagen. Die Arche der Biodiversität unterstreicht die Bedeutung des Jugendnaturschutzes für eine nachhaltige Gesellschaft. «Das Verständnis für das Zusammenspiel der Artenvielfalt und der Lebensräume und was der Mensch dafür unternehmen kann, muss Kindern und Jugendlichen für die Zukunft mitgegeben werden. Nur so werden Veränderungen auch künftig möglich», begründet Dolores Ferrari, Verantwortliche bei Pro Natura für die Arche, das Engagement von Pro Natura für den Jugendnaturschutz.

Neue Kampagne «Biodiversität - jede Art zählt!»

Mit der Aktion auf dem Bundesplatz lancierten Pro Natura und ihre JugendnaturschützerInnen die 3-jährige Kampagne «Biodiversität - jede Art zählt!». «Die Biodiversität in der Schweiz ist bedroht und dagegen unternimmt die Schweiz zuwenig», unterstrich Urs Tester, Abteilungsleiter Biotope und Arten bei Pro Natura an der Lancierung der Kampagne in Bern. «Biodiversität ist für uns alle von grosser Bedeutung. In Medizin, Ernährung, Erholung und weiteren Lebensbereichen wären wir ohne die natürliche Vielfalt auf verlorenem Posten.» Er forderte: «Die Schweiz muss viel mehr unternehmen, um ihre eigenen Lebensgrundlagen für heutige und spätere Generationen zu schützen.» Pro Natura wird während ihrer Kampagne mit Sensibilisierung, politischer Arbeit und praktischem Naturschutz mithelfen, die Biodiversität in der Schweiz zu erhalten.

Zum Abschluss ihres 100-Jahre-Jubiläums schliesst sich mit der Lancierung der Kampagne «Biodiversität - jede Art zählt!» ein Kreis. Sie trägt ein altes Anliegen ihrer Gründer in die Zukunft. «Pro Natura wurde gegründet, als der etwas sperrige Begriff «Biodiversität» noch in keinem der Köpfe ihrer Gründerväter herumschwirrte. Dennoch hatten sie dasselbe im Sinn wie wir heute: den Schutz der Natur, den Schutz unserer Lebensgrundlagen für die heutige und späteren Generationen», sagte Pro Natura Präsidentin Silva Semadeni an der Lancierung der Kampagne.

Biodiversität - was ist das?

Biodiversität, das ist die Vielfalt des lebens in all seinen Formen: Von der Vielfalt der Tierund Pflanzenarten über die Vielfalt der Lebensräume oder Ökosysteme bis zur genetischen Vielfalt. Es ist also nicht allein um die Artenvielfalt. Es geht um mehr. Mit dem Schutz der Arten und Ökosysteme und dem Schutz der genetischen Vielfalt sichern wir unsere eigenen Lebensgrundlagen - zum Beispiel für die Ernährung oder für die Medizin. Schon am Erdgipfel in Rio 1992 wurde eine Biodiversitätskonvention lanciert. Damals wurde der Begriff Biodiversität zum ersten Mal ausserhalb der Fachwelt bekannt. Diese Konvention wurde von 194 Ländern unterzeichnet - auch von der Schweiz. Und doch verarmt die Biodiversität überall weiterhin. Zehn Jahre nach Rio, an der Nachfolgekonferenz in Johannesburg (2002), beschlossen die dort vertretenen Staaten, den Verlust der Biodiversität bis 2010 signifikant zu verlangsamen. Die Länder Europas inklusive der Schweiz gingen noch einen Schritt weiter: Sie haben sich verpflichtet, den Verlust an Biodiversität bis ins Jahr 2010 ganz zu stoppen. Dieses Ziel, das ist schon länger klar, wird die Schweiz weit verfehlen. Die Schweiz muss daher ihre Anstrengungen zum Schutz unserer Lebensgrundlagen intensivieren.

Die Biodiversität ist bedroht

Heute sind 8 der ursprünglich 54 Fischarten in der Schweiz ausgestorben und 34 sind gefährdet. Nur 4 von 19 Reptilienarten gelten in der Schweiz als nicht gefährdet. Knapp 40 Prozent aller Moosarten sind auf der Roten Liste (2004). 36 Prozent der Libellenarten sind mindestens gefährdet (2002). Bei den Grosspilzen sind 32 Prozent aller in der Schweiz vorkommenden Arten bedroht (2007). Bei den Lebensräumen sieht es nicht besser aus: Die zwar geschützten Moore werden immer mehr zu Buschlandschaften oder gedüngten Feuchtwiesen; die hochspezialisierten und bedrohten Moorblumen werden verdrängt. Schätzungsweise 90 Prozent aller Bäche und Flüsse fliessen nicht mehr natürlich. Dies gefährdet die Vielfalt der Wasserpflanzen und -tiere. Auen - die eigentlichen Regenwälder Europas - werden immer weniger. Die wertvollen Blumenwiesen werden verschwinden, wenn nicht bald der Bundesrat deren Schutz festlegt. Und pro Sekunde verschwindet fast ein Quadratmeter Boden unter Strassen, Häusern, Parkplätzen oder Lagerhallen.

Technische Daten der «Arche der Biodiversität»

Die Arche wurde vom Neuenburger Bühnenbildner Xavier Hool konstruiert.

- Länge: 13 Meter
- Breite: 3.8 Meter
- Höhe der Brücke: 3 Meter
- Gesamthöhe: 6 Meter
- Gewicht: 6 Tonnen

Die Arche der Biodiversität wird vom 10.-14. Februar 2010 auch an der NATUR-Messe in Basel zu besichtigen sein. Ab März 2010 bis Oktober 2010 legt sie dann am Pro Natura Zentrum Champ-Pittet bei Yverdon-les-Bains (VD) an. Von November 2010 bis Ende 2012 wird sie schliesslich auf Schweizer Tournee gehen.

www.pronatura.ch/biodiversitaet

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