Dienstag, 06. Dezember 2016


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WestLB schafft operative Trendwende

(lifePR) (Düsseldorf, ) .
- 1. Halbjahr: 657 Mio € Gewinn vor Steuern
- Zins- und Provisionsüberschuss steigen im zweiten Quartal kräftig
- Eigenkapital um 13% auf 5,1 Mrd € verbessert
- Ausblick: Deutlich positives Ergebnis für 2008 erwartet

Die WestLB AG erzielte im ersten Halbjahr 2008 ein Konzernergebnis vor Steuern von 657 Mio €. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf 580 Mio €, ein Anstieg um 748 Mio € gegenüber dem ersten Halbjahr 2007. Trotz der abflauenden Konjunktur und der ungewissen Marktaussichten bekräftigte die Bank ihr Ziel für 2008. Danach erwartet die WestLB ein deutlich positives Ergebnis nach Steuern.

Das Halbjahresergebnis war wesentlich durch die von den Eigentümern der Bank getragene Risikoabschirmung geprägt. Durch die Veräußerung von besonders durch die Finanzmarktkrise betroffenen Wertpapierportfolien an eine Zweckgesellschaft erzielte die WestLB im ersten Halbjahr einen Übertragungsgewinn von 962 Mio €.

Im zweiten Quartal 2008 wurde die Bilanzsumme planmäßig kräftig reduziert und gleichzeitig die operative Performance durch Ausbau des Kundengeschäfts verbessert. Zwar ging der Zinsüberschuss in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bedingt durch die schwierigen Marktbedingungen und den damit verbundenen Kosten der Liquiditätsbevorratung geringfügig um 22 Mio € auf 561 Mio € zurück. Trotz des anhaltend schwachen Marktumfeldes konnte die WestLB ihr Kundengeschäft aber weiter ausbauen und die Auftragsbücher gut füllen. Der Zinsüberschuss stieg dadurch im zweiten Quartal gegenüber den ersten drei Monaten wieder merklich an und erhöhte sich um 85 Mio € auf 323 Mio €.

Der Provisionsüberschuss verringerte sich von 233 Mio € auf 193 Mio €. Im Vergleich zum ersten Quartal 2008 mit einem Rückgang von 35% zeichnet sich jedoch auch hier eine Trendwende ab. So stieg der Provisionsüberschuss des zweiten Quartals gegenüber dem ersten um über 30%. Auch das Ergebnis des entsprechenden Vorjahresquartals wurde übertroffen. Vor allem Projekt- und Akquisitionsfinanzierungen zogen im zweiten Quartal wieder kräftig an, das gewerbliche Immobiliengeschäft entwickelte sich auf hohem Niveau. Zudem profitierte die WestLB weiterhin von ihrer Strukturierungs- und Platzierungskraft als etablierter Arrangeur von Schuldscheindarlehen. Die Platzierungskraft im Sparkassenverbund sowie bei institutionellen Investoren zählt hierbei zu ihren besonderen Wettbewerbsvorteilen.

Auch die Zusammenarbeit mit den Sparkassen im Rahmen der neuen Verbundinitiative wurde weiter gestärkt. Einen Blitzstart legte dabei die auf das Ratenkreditgeschäft spezialisierte WestLB Tochtergesellschaft readybank ag hin. Innerhalb weniger Wochen gaben 55 Sparkassen in NRW Kooperationszusagen beim Vertrieb von Konsumentendarlehen. Damit ist in kurzer Zeit die Neupositionierung der readybank bei der Hälfte der Sparkassen in Nordrhein-Westfalen gelungen.

In der Gruppe wurden im ersten Halbjahr die Verwaltungsaufwendungen deutlich um 47 Mio € gesenkt und Kosten der Umstrukturierung in Höhe von rund 300 Mio € bereits bilanziell verarbeitet. Eine mit externer Unterstützung durchgeführte umfassende Risikoinventur bestätigte zudem die für das Jahr 2008 budgetierte Risikovorsorge. Ohnehin ist die WestLB durch den von den Eigentümern aufgespannten Risikoschirm von den Risiken aus den übertragenen strukturierten Wertpapierportfolien weitestgehend befreit. Auch die Kapitalbasis verbesserte sich: Das Eigenkapital stieg im ersten Halbjahr um 13% auf 5,1 Mrd €, die Kernkapitalquote von 5,6% auf nunmehr 6,4%.

Vorstandsvorsitzender Heinz Hilgert sagte bei Vorlage des Halbjahresergebnisses in Düsseldorf: "Die WestLB ist fest verwurzelt im wirtschaftsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen, gleichzeitig verfügt sie über eine exzellente Expertise im internationalen Kapitalmarkt- und Finanzierungsgeschäft. Durch die Neuausrichtung wird die WestLB ihren starken Kern weiter festigen, die Ergebnisqualität steigern und ihre Kosten durch Effizienzsteigerung und Prozessoptimierung um jährlich 300 Mio € senken. So gestärkt und stabilisiert ist sie offen für jede betriebswirtschaftlich sinnvolle Bündelung von Kräften und Kompetenzen."

Die planmäßige Reduzierung der Konzernbilanzsumme um 18,7 Mrd € auf 267,9 Mrd € in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ist ganz wesentlich auf den begonnenen Abbau eher opportunistisch gehaltener Wertpapiere im zweiten Quartal zurückzuführen. Im Rahmen der Neuausrichtung wird sich die Bank zukünftig auf ihre Kerngeschäftsfelder und -kompetenzen fokussieren und das Kundengeschäft weiter systematisch ausbauen. Während die Forderungen an Kunden um 14,8 Mrd € auf 96 Mrd € und die Forderungen an Kreditinstitute um 2,9 Mrd € auf 14,3 Mrd € stiegen, sanken die Handelsaktiva um 26,9 Mrd € auf 66,5 Mrd €. Die Finanzanlagen verringerten sich um 6,8 Mrd € auf 15,1 Mrd €.

Die WestLB ist durch die Übertragung von Portfolien strukturierter Wertpapiere keinen weiteren nachhaltigen Bewertungsverlusten bei diesen Papieren ausgesetzt. Aufgrund von Spreadausweitungen, die in Folge der Finanzkrise bei klassischen Rentenpapieren (z.B. Pfandbriefe, Staatsanleihen) belastend wirken, können allerdings negative Auswirkungen im weiteren Jahresverlauf nicht ausgeschlossen werden. "Mit Blick auf das zweite Halbjahr 2008 bleiben wir von daher hinsichtlich einer Prognose noch vorsichtig. Trotz der beschriebenen Belastungen bekräftigen wir aber unser Ziel, für das Gesamtjahr 2008 ein deutlich positives Ergebnis nach Steuern auszuweisen", sagte Finanzvorstand Dr. Hans-Jürgen Niehaus.

Bei der Restrukturierung und Neuausrichtung ihres Geschäftsmodells ist die WestLB in den vergangenen Wochen und Monaten gut vorangekommen. Ein detaillierter Umstrukturierungsplan wurde erarbeitet und der EU-Kommission fristgerecht am 8. August eingereicht. Er sieht eine deutliche Redimensionierung und Fokussierung der Bank auf ihre Kerngeschäfte und -kompetenzen vor. Im Mittelpunkt steht dabei die konsequente Ausrichtung des Geschäfts am Kunden. Wesentliche Weichen dazu sind bereits gestellt: Die Aufbauorganisation der Bank wurde in vier Geschäftssäulen (Verbund & Immobilien, Firmenkunden & Strukturierte Finanzierung, Kapitalmarktgeschäft, Transaction Banking) deutlich gestrafft, die Umgestaltung der zweiten Führungsebene entsprechend der Neuausrichtung abgeschlossen, die internationale Präsenz überprüft und deutlich fokussiert sowie die Reduktion der Risikoaktiva um 36% und der Bilanzsumme um 26% eingeleitet. Ziel der Maßnahmen ist es, bis 2012 eine nachhaltige Rentabilität von rund 14% zu erreichen. Mit Blick auf die herausfordernden Aufgaben beim Umbau der Bank wurde zudem der Vorstand erweitert.

Den ausführlichen Zwischenbericht finden Sie auf unserer Internetseite www.westlb.de/investorrelations

Der Geschäftsbericht 2007 ist als pdf auf unserer Homepage unter www.westlb.de abrufbar.

Weitere Erläuterungen des Halbjahresergebnisses im Detail

Die Kreditrisikovorsorge belief sich auf -186 Mio €. Auflösungen in Höhe von 88 Mio € aufgrund der Übertragung von zuvor wertberichtigten Engagements auf die Zweckgesellschaft standen Zuführungen von 274 Mio € gegenüber. Die Bruttozuführung liegt im Rahmen der bisherigen Jahresprognose. Dabei wurde allen erkennbaren Risiken, insbesondere auch denen aus der extern durchgeführten Risikoinventur, in vollem Umfang Rechnung getragen.

Das Handelsergebnis belief sich auf 674 Mio € (i. V. -391 Mio €). Der Anstieg ist vor allem auf den Übertragungsgewinn von 763 Mio € im Rahmen der Risikoabschirmung zurückzuführen. Dem standen noch belastende Bewertungseffekte aus Wertpapierportfolien und USgarantierten Studentenkrediten in Höhe von 51 Mio € sowie aus Bewertungsinkongruenzen aus der Anwendung des IAS 39 in Höhe von 21 Mio € gegenüber.

Im Finanzanlageergebnis in Höhe von 99 Mio € sind 111 Mio € aus dem Übertragungsgewinn enthalten. Das Ergebnis im entsprechenden Vorjahreszeitraum von 276 Mio € war im Wesentlichen auf Veräußerungserlöse aus dem Private Equity-Geschäft zurückzuführen.

Die Kostenbasis sank aufgrund eines straffen Kostenmanagements deutlich. Der Verwaltungsaufwand ging um 47 Mio € auf 756 Mio € zurück. Während die Sachkosten mit 315 Mio € auf Vorjahresniveau lagen, waren die Personalaufwendungen mit 408 Mio € um 46 Mio € niedriger als im ersten Halbjahr 2007. Die Zahl der Vollzeitstellen sank von 6.147 Ende 2007 auf 5.994.

Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen erreichte 276 Mio € und lag damit um 225 Mio € über Vorjahr. Zu diesem Ergebnis führten insbesondere Effekte aus der Entkonsolidierung diverser Zweckgesellschaften im Zusammenhang mit der Risikoabschirmung.

Für Maßnahmen zur nachhaltigen Umstrukturierung des Geschäftsmodells und damit verbundener Personal- und Sachkosteneinsparungen wurden Kosten in Höhe von rund 300 Mio € bilanziell verarbeitet. Diese konnten zum Teil durch eine Auflösung von Restrukturierungsrückstellungen aus Vorjahren abgedeckt werden, so dass sich der ausgewiesene Restrukturierungsaufwand auf 204 Mio € beläuft.

Im Segment Geschäftskunden & Sparkassen konnte das Sparkassengeschäft weiter ausgebaut und auch das Firmenkundengeschäft im Bereich Global Origination, bei gewerblichen Immobilien sowie im Zahlungsverkehr verbessert werden. Das negative Vorsteuerergebnis (-94 Mio €) ist ausschließlich auf die höhere Kreditrisikovorsorge zurückzuführen. Die operativen Erträge lagen trotz des schwierigen Marktumfeldes auf Vorjahresniveau.

Im Segment Capital Markets sank das Ergebnis vor Steuern auf -310 Mio € (i.V. -191 Mio €). Dies ist wesentlich auf Belastungen durch marktbedingte Spreadausweitungen auf Wertpapierportfolios (z.B. Pfandbriefe, Student Loans, etc) zurückzuführen, welche die Ergebnisbeiträge aus dem Kundengeschäft überkompensierten. Im zweiten Quartal verbesserte sich das Ergebnis vor Steuern allerdings auf 68 Mio €.

Im Segment Asset Liability Management stieg das Ergebnis um 134 Mio € auf 129 Mio €. Vor allem die Erträge im Treasurygeschäft konnten gesteigert werden. Zudem wurde ein deutlich positiver Ertrag durch das aktive Management von Kreditsicherheiten erzielt. Der Bereich konnte wesentlich dazu beitragen, die Liquiditätsposition im Laufe des zweiten Quartals zu verbessern. So stieg die Liquiditätskennzahl für die WestLB AG per 30. Juni 2008 auf 1,11 an. €.

Auf der Refinanzierungsseite sanken die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 5,6 Mrd € auf 21,5 Mrd €, die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden stiegen demgegenüber von 24,9 Mrd € auf 26,5 Mrd €. Die verbrieften Verbindlichkeiten verminderten sich insbesondere durch Tilgungen sowie durch die Änderungen des Konsolidierungskreises um 6,8 Mrd € auf 36,2 Mrd €. Die Mittelbeschaffung durch Repo-Geschäfte ging im ersten Halbjahr 2008 um 5,3 Mrd € auf 49,1 Mrd € zurück. Die freiwillig zum Fair Value bewerteten Passivbestände erhöhten sich um 5,5 Mrd € auf 77,4 Mrd €.

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