Montag, 16. Januar 2017


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Zwei Millionen Euro für Klimaforschung in den Tropen

Marburger Geographen können Forschungsprojekt fortsetzen

(lifePR) (Marburg, ) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Fortsetzung der Forschergruppe 816 bewilligt, die sich mit Biodiversität und nachhaltiger Waldbewirtschaftung in den Tropen beschäftigt. Sprecherhochschule der FOR816 ist die Universität Marburg, Sprecher der Geograph Professor Dr. Jörg Bendix. Zugleich ist dessen Arbeitsgruppe auch an der neuen DFG-Forschergruppe FOR1246 beteiligt, die sich mit dem Ökosystem am Kilimandscharo befasst. Beide Initiativen sind zentraler Bestandteil des Kompetenzclusters "Kultur- und Umweltdynamik" der Philipps-Universität.

Die DFG bewilligte 21 wissenschaftliche Teilprojekte sowie zwei weitere zur Administration und Datenhaltung, die von Marburg aus koordiniert werden. Die gesamte Fördersumme für drei Jahre beläuft sich auf über acht Millionen Euro. Die Arbeitsgruppe um Professor Bendix ist mit zwei wissenschaftlichen Vorhaben beteiligt. Bei dem einen dieser Projekte wird der Einfluss des globalen Klima- und Umweltwandels auf das Ökosystem untersucht, bei dem anderen die Konkurrenz von Weidegras und Adlerfarn simuliert.

Die Beziehung zwischen Biodiversität und dem biogeochemischem Zyklus ist zentrales Thema der Experimente im Naturwald. Auf den abgeholzten und teils aufgrund von Adlerfarnbefall aufgelassenen Weidearealen wird mit Experimenten versucht, Biodiversität und ökosystemare Leistungen durch Aufforstung mit indigenen Baumarten wiederherzustellen. In Weideexperimenten wird der Frage nachgegangen, warum das Weidegras durch den Adlerfarn verdrängt wird und wie nachhaltige Weidemanagementsysteme aussehen könnten.

Ein interdisziplinäres Team aus Bio-, Forst-, Geowissenschaftlern und Sozioökonomen aus 19 deutschen, schweizerischen, österreichischen und ecuadorianischen Universitäten arbeitet seit 2007 im San-Francisco-Tal der Südost-Anden Ecuadors, um das Funktionieren dieses Hotspots der Artenvielfalt unter dem Einfluss des globalen und lokalen Landnutzungs- und Klimawandels zu verstehen.

Dies ist insbesondere im Jahr der Biodiversität höchst aktuell, da Ecuador durch die höchsten relativen Entwaldungsraten in Südamerika gekennzeichnet ist. Damit geht eine Degradierung des Ökosystems einher, einschließlich des rapiden Verlusts der Artenvielfalt und der ökosystemaren Leistungen (zum Beispiel Klima- und Wasserregulation, Kohlenstofffixierung). Im San-Francisco-Tal finden die Wissenschaftler optimale Forschungsbedingungen, da hier geschützter naturbelassener Bergregenwald abgeholzten Weidearealen gegenübersteht. Das Forscherteam hat sich zum Ziel gesetzt, auf wissenschaftlicher Grundlage Handlungsempfehlungen zum Schutz der natürlichen Ökosysteme und zur nachhaltigen Nutzung des Gebiets zu erarbeiten.

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