Sonntag, 04. Dezember 2016


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Werner Otto Stiftung ehrt Hamburger Mediziner

(lifePR) (Hamburg, ) Für ihre herausragenden medizinischen Forschungen hat die Werner Otto Stiftung in diesem Jahr drei Mediziner des Universätsklinikums Hamburg-Eppendorf geehrt, deren Arbeiten Grundlage für neue Therapiemöglichkeiten oder weiterführende Studien sind und erstmals die Ursachen von Krankheitsbildern klären. Dr. Michael Otto, Aufsichtsratsvorsitzender der Otto Group und Vorsitzender des Kuratoriums der Werner Otto Stiftung, zeichnete die Forscher heute im Rahmen einer Feierstunde aus. Den Preis für Forschung in Kliniken erhielt Dr. Ulf Panzer (III. Medizinische Klinik und Poliklinik), den Preis für Forschung in Instituten teilen sich Dr. Thorsten Schinke (Zentrum für Operative Medizin/Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie) und Dr. Ingo Kurth (Institut für Humangenetik).

"Wir würdigen mit der Auszeichnung Erkenntnisse, die die Suche nach den Ursachen von Krankheiten beenden und wesentlich bessere Heilungschancen eröffnen", so Dr. Michael Otto.

Die Laudatio auf die Preisträger hielt Prof. Dr. Bernhard Fleischer, Vorstandsmitglied des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin und Mitglied des Kuratoriums der Werner Otto Stiftung. Neben der Bedeutung der wissenschaftlichen Arbeit hob er auch den Stellenwert der hamburgischen Forschung hervor.

Entzündungen der Nierenkörperchen (Glomerulonephritiden) sind in Europa und den USA die dritthäufigste Ursache für das Auftreten einer Nierenerkrankung. Bei einem Fünftel der Dialyse-Patienten liegt als Grunderkrankung eine Entzündung der Nierenkörperchen vor.

Ein typisches Merkmal der Krankheit ist die Einwanderung von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) in die Niere. Bevor die weißen Blutkörperchen die Niere schädigen können, müssen sie aus dem Blut in die Niere einwandern. In den letzten Jahren wurde klar, dass die Molekülfamilie der Chemokine und ihrer Rezeptoren eine zentrale Rolle in diesem Prozess einnehmen.

Ziel der Untersuchungen von Dr. Ulf Panzer ist ein besseres Verständnis, wie Chemokinrezeptoren das Einwandern von entzündungshemmenden und -fördernden weißen Blutkörperchen in die Niere beeinflussen. Im Experiment konnte der Mediziner zeigen, dass die Blockade einzelner Chemokinrezeptoren auf weißen Blutkörperchen den Verlauf der Nierenerkrankung deutlich verringern kann. Sein langfristiges Ziel besteht darin, einzelne Chemokinrezeptoren gezielt zu blockieren und spezifischere Therapiemöglichkeiten für die Behandlung von Nierenentzündungen zu finden.

Mit der weiteren Erforschung der Osteoporose befasste sich Dr. Thorsten Schinke. Die Osteoporose gehört zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland, und die dadurch bedingten Knochenbrüche führen zu einer starken körperlichen Beeinträchtigung betroffener Patienten. Derzeit wird die Osteoporose durch Medikamente behandelt, die den Knochenabbau hemmen. Alternativ erfolgt eine verstärkte Versorgung mit Calcium, was in der Regel durch die Einnahme von Calciumcarbonat und Vitamin D erreicht wird.

Durch zahlreiche klinische Studien wurde in den letzten Jahren nachgewiesen, dass verschiedene Medikamente das Osteoporose-Risiko erhöhen. Dazu gehören Stoffe, die die Produktion von Magensäure hemmen, zum Beispiel bei Sodbrennen.

Um den Zusammenhang zwischen der Produktion von Magensäure und Knochendichte zu verstehen, schaltete der Forscher bei Mäusen ein bestimmtes Gen aus und simulierte den ph-Wert des Magens wie bei Patienten, die Hemmstoffe der Magensäure-Produktion gegen Sodbrennen einnehmen.

Wie erwartet, wies er bei diesen Mäusen einen Abbau der Knochen nach. Verursacht wurde dies u.a. durch eine geringere Calcium-Aufnahme. Durch Fütterung der Mäuse mit Calciumcarbonat konnte Dr. Torsten Schinke sowohl die Calcium-Aufnahme als auch die Knochendichte erhöhen. Eine vollständige Normalisierung ergab sich jedoch nur bei Fütterung von Calciumglukonat, das bei erhöhten pH-Werten im Magen besser aufgenommen werden kann.

Aufgrund dieser Studie besteht die Vermutung, dass ein großer Anteil von Osteoporose-Patienten nicht optimal versorgt wird. In der Tat ist davon auszugehen, dass etwa ein Drittel der Menschen über 60 Jahre eine gestörte Magensäureproduktion haben. Dies bedeutet, dass die Einnahme spezieller Calcium-Präparate (z.B. Calciumglukonat) zumindest bei diesen Patienten gegenüber Calciumcarbonat zu bevorzugen ist. Da solche Medikamente bereits vertrieben werden, wird es nun in klinischen Studien darum gehen, die Wirkung verschiedener Calcium-Formen in der Osteoporose-Therapie miteinander zu vergleichen, mit speziellem Hinblick auf Patienten mit gestörter Magensäureproduktion.

Mit der Identifizierung von genetischen Veränderungen, die zu erblichen Erkrankungen oder Fehlbildungen führen, befasste sich Dr. Ingo Kurth. Dies gelang ihm jetzt für zwei ganz unterschiedliche erbliche Erkrankungen. Beide äußern sich an Händen und Füßen der Betroffenen.

Zusammen mit Forschern der Universität Jena identifizierte Dr. Ingo Kurth im ersten Fall eine Genveränderung, die das Nervensystem schädigt und schwere Empfindungsstörungen verursacht. Dazu gehört auch ein geringeres Schmerzempfinden. In der Folge kommt es durch die eingeschränkte Wahrnehmung von Verletzungen zu Verstümmelungen an Händen und Füßen, was Amputationen bei betroffenen Patienten häufig unvermeidlich macht. Bei einer Patientin mit einer solchen Erkrankung konnte das Forscherteam ein Gen identifizieren, das für die Symptome verantwortlich war. Das Forscherteam untersuchte in der Folge weitere Patienten mit den beschriebenen Empfindungsstörungen auf Veränderungen in diesem Gen und konnte auch hier entsprechende Veränderungen als Ursache der Erkrankung identifizieren.

Das Gen enthielt den Bauplan für ein Eiweiß, das besonders in jenen Nervenzellen vorkommt, die Reize von den äußeren Körperpartien zum Gehirn leiten; dazu haben die Zellen besonders lange Zellfortsätze. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass das von den Forschern gefundene Eiweiß eine wesentliche Rolle für das Überleben dieser speziellen Nervenzellen hat.

In einem zweiten Fall untersuchte das Forscherteam um Dr. Ingo Kurth eine erbliche Fehlbildung, die bei Betroffenen zu einer Verkürzung von Fingern und Zehen führt. Anders als bei der Schädigung der Nervenzellen fand das Team in dieser Untersuchung keine Abweichung in einem Bereich der Erbanlagen, der die Information für einen Eiweißbaustein trägt. Vielmehr entdeckten die Forscher Veränderungen in einem Abschnitt, der ein Gen an- oder abschaltet. Von der Fingerverkürzung Betroffene zeigten die genetische Veränderung in einem Bereich, der die normale Entwicklung von Fingern und Zehen kontrollieren kann. Dies unterstreicht die Bedeutung von Abschnitten der Erbanlagen, die keine direkte Information für die Eiweiß-Moleküle tragen, aber deren Produktion an- oder abschalten.

Es ist zu erwarten, dass in den nächsten Jahren dieser Mechanismus zunehmend für weitere genetische Erkrankungen beschrieben wird, gerade für bereits vor der Geburt entstandene Knochenfehlbildungen oder einige Herzfehler.

Der Preis der Werner Otto Stiftung zur Förderung der medizinischen Forschung wird alle zwei Jahre für hervorragende wissenschaftliche Leistungen an in Hamburg tätige Forscher und Ärzte verliehen. Mit dem Preisgeld in Höhe 16.000 Euro will Prof. Dr. h.c. Werner Otto, Gründer der Otto Group und der ECE, den Einsatz für neue, lebenswichtige Behandlungsmöglichkeiten und -methoden würdigen.

Nähere Informationen zu OTTO liegen im Internet unter www.werner-otto-stiftung.de für Sie bereit.

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