Freitag, 09. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 138762

"Otto Preminger"

(lifePR) (Wien, ) Otto Preminger (1905 - 1986) war ein österreichisch-amerikanischer Filmregisseur, Filmproduzent, Theaterregisseur und Theaterdirektor aus einer assimilierten jüdischen Familie. Der Sohn eines Magistratsbeamten studierte zunächst Jus in Wien und schloss 1928 mit der Promotion ab. Bereits in dieser Zeit widmete er sich nebenbei der Schauspielerei, trat in kleinen Rollen unter Max Reinhardt am Theater in der Josefstadt auf und war dessen Assistent in Salzburg. Größere Rollen spielte er vor allem am Deutschen Theater in Prag. 1925 schließlich führte er erstmals Regie - und 1931 kehrte er ans Theater in der Josefstadt zurück, dessen Direktor er von 1933 bis 1935 war.

Im Jahre 1931 drehte Otto Preminger seinen ersten Film ("Die große Liebe"), der ihn, ebenso wie seine Theaterinszenierungen in Hollywood und New York, einem größeren Publikum bekannt machte. Im Oktober 1935 ging er in die USA, schuf dort zahlreiche Filme und wirkte in mehreren Streifen auch als Schauspieler mit, ohne jedoch seine Tätigkeiten am Theater zu vernachlässigen. 1953 gründete Preminger seine eigene Produktionsgesellschaft und musste fortan nicht mehr auf die filmischen Vorgaben der "Traumfabrik" Hollywoods Rücksicht nehmen. 1955 griff er mit "Der Mann mit dem goldenen Arm", einem Porträt eines Drogensüchtigen in den Elendsvierteln von Chicago, ein Tabuthema auf. Nicht zuletzt sein Film "Anatomie eines Mordes" trug dazu bei, dass die innere Zensur immer öfter unterlaufen und in weiterer Folge ganz aufgegeben wurde. Letztlich war es auch Otto Preminger, der den ersten Streifen mit ausschließlich schwarzen Darstellern drehte: "Carmen Jones" nach Georges Bizets Oper "Carmen". Ein weiteres zentrales Werk in Premingers cineastischem Schaffen ist "Bonjour Tristesse" nach dem gleichnamigen Roman von Francoise Sagan; dieser Film wurde mit hymnengleichen Kritiken gefeiert und hatte, darüber ist sich die Expertenwelt einig, für die späteren Regisseure der französischen "Nouvelle Vague" gewissermaßen Vorbildcharakter.

Otto Preminger, der auf dem legendären "Walk of Fame" in Hollywood mit einem Stern verewigt ist, entwarf in seinen Arbeiten stets ein inneres Panorama seiner Protagonisten, deren Seelenwelten er tief auslotete. Obgleich er die Schauspieler zu wahren Höchstleistungen trieb, bewahrte er sich jene notwendige Distanz, um nicht ins Melodramatische abzugleiten. In einem Balanceakt von Emotion und Analyse, den Nuancen zwischen Details und strukturiertem Ganzen verdichtete er seine Filme zu komplexen Erzählungen, die buchstäblich "unter die Haut gehen". Als "Regisseur der leisen Töne" (Zitat "Film-Zeit") schrieb Otto Preminger ein bedeutendes Stück Kinogeschichte.

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