Samstag, 10. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 133058

OECD-Wirtschaftsausblick November 2009

Wirtschaftliche Erholung noch zu schwach, um einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern

(lifePR) (Paris/Berlin, ) Die einsetzende wirtschaftliche Erholung in den OECD-Ländern ist noch zu schwach, um einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern. In den USA dürfte die Arbeitslosenquote Mitte 2010 ihren Höhepunkt erreichen. In der Eurozone dürfte es bis Anfang 2011, in Deutschland bis Mitte 2011 dauern, ehe die Arbeitslosigkeit wieder fällt.

Zu dieser Einschätzung kommt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrer aktuellen Konjunkturprognose, die heute in Paris vorgestellt wurde. Der Aufschwung verläuft bislang schleppend, weil private Haushalte und Unternehmen nach wie vor mit einer Konsolidierung ihrer Finanzen und mit Schuldenabbau beschäftigt sind. Angesichts der nur langsamen Erholung und erheblicher freier Kapazitäten wird die Inflation noch bis weit ins Jahr 2010 zurückgehen, heißt es im OECD-Wirtschaftsausblick 86.

Für Deutschland erwartet die OECD im kommenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent (ohne Arbeitstagsbereinigung 1,6 Prozent), für 2011 einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,9 Prozent (ohne Arbeitstagsbereinigung 1,8 Prozent). Im laufenden Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dagegen um 4,9 Prozent zurückgegangen sein. Triebkraft für die anziehende Konjunktur in den kommenden Jahren sind die Exporte. Diese werden 2010 um 7,2 Prozent wachsen, nach einem Rückgang von 14,4 Prozent im laufenden Jahr. Für 2011 rechnet die OECD mit einem weiten Anstieg der Exporte um 8,1 Prozent.

Die Inlandsnachfrage wird in Deutschland im kommenden Jahr dagegen nur um 0,4 Prozent zulegen, 2011 um 0,9 Prozent. Dabei wird 2010 die Inlandsnachfrage vor allem durch die aufgrund der Konjunkturprogramme stark gestiegenen öffentlichen Investitionen gestützt. Mit dem Auslaufen der öffentlichen Ausgabenprogramme im darauffolgenden Jahr dürften steigende Investitionen der Unternehmen und ein leicht anziehender privater Konsum die Binnennachfrage stabilisieren.

Angesichts der Tiefe der Rezession ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland in diesem Jahr nur moderat gestiegen. Auch 2010 und 2011 wird der konjunkturbedingte Beschäftigungsrückgang vergleichsweise gering ausfallen. Dennoch steigt die Arbeitslosigkeit 2010 auf 9,2 Prozent (nach ILO-Standard) - von 7,6 Prozent in diesem Jahr. Für 2011 rechnet die OECD mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosenquote auf 9,7 Prozent.

Den globalen Aufschwung führt China an, unterstützt durch seine nur geringe Betroffenheit von der Finanzkrise und ein massives Konjunkturprogramm. Die Erholung in den USA wird getragen von den öffentlichen Konjunkturprogrammen, einer Wiederbelebung des Welthandels, Lagerbildung bei Unternehmen und einer Stabilisierung des Immobilienmarktes.

Die wirtschaftliche Aktivität in der Eurozone profitiert von den gleichen Wachstumsmotoren wie die USA. Aber Kurzarbeit und andere Programme zur Erhaltung von Jobs während der Krise könnten in den kommenden Monaten die Schaffung neuer Arbeitsplätze dämpfen. Damit bliebe das Verbrauchervertrauen schwach, was die Dynamik des Aufschwungs dämpft.

Japan wird vom starken Aufschwung im übrigen Asien profitieren, aber die schwache Binnennachfrage wird die wirtschaftliche Aktivität weiter begrenzen. Auch die Deflation dürfte weiter andauern. "Die gute Nachricht ist, dass die Konjunkturerholung auf dem Weg ist - auch wenn sie schwach ausfällt", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría. "Angesichts des Verlustes von Millionen von Jobs und angespannten öffentlichen Haushalten müssen die Regierungen in den kommenden Monaten vorsichtig handeln. Eine Rückführung der Konjunkturstimmulierung ist unbedingt nötig, sie muss aber Stück um Stück erfolgen, um den Aufschwung nicht zu gefährden."

"Mit bisher beispiellosen wirtschaftspolitischen Anstrengungen scheint es gelungen zu sein, die Rezession abzumildern und den Aufschwung in einer Weise zu fördern, wie es noch vor sechs Monaten kaum zu erwarten war", sagte der amtierende OECD-Chefökonom Jorgen Elmeskov bei der Präsentation des Berichts in Paris.

Elemeskov sagte, dass die öffentlichen Haushalte während der Krise stark gelitten hätten. In den meisten OECD-Ländern könnte 2011 der Schuldenstand die jährliche Wirtschaftsleistung überschreiten. Deshalb müssen substantielle Maßnahmen zur Konsolidierung der Haushalte ergriffen werden. In einigen Ländern sind auch drastische Maßnahmen erforderlich. Allerdings sollten Ausgabenkürzungen oder Steuererhöhungen so gestaltet sein, dass sie den Aufschwung nicht gefährden.

Auch in Deutschland wird sich die Lage der öffentlichen Haushalte in den kommenden zwei Jahren vor allem aufgrund sinkender Einnahmen aus Steuern und Sozialbeiträgen deutlich verschlechtern. Für 2010 rechnet die OECD mit einem Defizit von 5,3 Prozent des BIP. Auch 2011 wird Deutschland mit einem Defizit von 4,6 Prozent die Grenzen des Euro-Stabilitätspaktes deutlich überschreiten. Die für Anfang 2010 und 2011 angekündigten aber noch nicht endgültig beschlossenen Steuerentlastungen sind in diesen Projektionen nicht enthalten. In diesem Zusammenhang ist zu betonen, dass die kürzlich beschlossene Fiskalregel ab 2011 erhebliche Konsolidierungsanstrengungen erfordert.

Grafiken und weitere Informationen finden Sie auf unserer Internetseite unter www.oecd.org/de/wirtschaftsausblick

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Azubis ergrillen 1.500 Euro für Brot für die Welt

, Familie & Kind, Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V.

Am traditionellen Wintergrillstand verbinden Auszubildende des Diakonischen Werks Württemberg Kulinarisches mit Wohltätigkeit und Verantwortung....

Diakonie Württemberg fordert sofortigen Abschiebestopp für Menschen aus Afghanistan

, Familie & Kind, Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V.

Die Diakonie Württemberg fordert einen sofortigen Abschiebe-Stopp für Menschen aus Afghanistan. „Eine Rückkehr nach Afghanistan ist derzeit nicht...

IsoFree(R) - Befreit sanft und schonend Nase und Atemwege

, Familie & Kind, Pharma Stulln GmbH

Schnupfen bei Säuglingen, Klein- und Schulkindern kann zu einer großen Belastung werden. Gerade Babys sind durch eine verstopfte Nase in ihrem...

Disclaimer