Freitag, 09. Dezember 2016


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Zehn Jahre Greenpeace Energy: Keine Energiewende, aber Geschäfte mit der Atomindustrie

(lifePR) (Frankfurt, ) Nach dem Vorwurf des NDR, Greenpeace habe vor Weihnachten mit falschen Behauptungen über Delfine um Spenden geworben, und der Spiegel-Meldung über eine "fehlerhafte Fisch-Fibel" der Hamburger Regenbogenkrieger gerät nun auch der Ökostromanbieter Greenpeace Energy durch eine Studie in der aktuellen Ausgabe des Debattenmagazins NovoArgumente in Erklärungsnot.

Im Oktober 2009 feierte der von Greenpeace-Mitarbeitern ins Leben gerufene Ökostromanbieter Greenpeace Energy seinen zehnten Geburtstag. In der neuen Ausgabe des Debattenmagazins NovoArgumente (104, 1-2 2010) bewertet Chefredakteur Thomas Deichmann, was aus der versprochenen Energiewende geworden ist. In einer umfangreichen Studie vergleicht der Greenpeace-Experte die hehren Ansprüche mit der Wirklichkeit und zieht ernüchternde Bilanz.

Auf einer Liste der von der 100prozentigen Tochtergesellschaft Planet Energy in Betrieb genommenen oder sich noch im Bau befindlichen Ökokraftwerken finden sich 9 Standorte. Ihre Leistungskapazität fällt mit insgesamt knapp 46 Megawatt äußerst gering aus. Die Genossenschaft stellt in Werbebroschüren dennoch in Aussicht, "langfristig all unsere Kunden mit sauberem Strom aus eigenen Kraftwerken zu beliefern". De facto wird jedoch zum Zeitpunkt des Jubiläums nicht von einem einzigen dieser 9 Neustandorte Strom für Greenpeace-Energy-Kunden eingekauft. Zehn Jahre nach der Genossenschaftsgründung wird die elektrische Energie für Greenpeace-Energy-Kunden stattdessen von 17 Laufwasserkraftwerken bezogen, die allesamt in Österreich stehen. Das älteste stammt von 1949. Zu diesem Thema wird der Verein EnergieVision in NovoArgumente zitiert. "Wenn Verbraucher Ökostrom bestellen und diesen Strom aus alter Wasserkraft bekommen, 'merkt' der Markt das gar nicht... Aus Sicht der Umwelt ändert sich bei einer solchen Ökostromlieferung nichts."

Bewertet wird in dem Artikel von Deichmann auch das Versprechen von Greenpeace Energy, jeden Neukunden nach "spätestens fünf Jahren zu 100 Prozent mit Strom aus Anlagen" zu versorgen, "die nicht älter als fünf Jahre sind". Greenpeace Energy wirbt mit einer Lizenz des TÜV Nord, der die Einhaltung der "Neubau-Kriterien", auf die sich das Versprechen bezieht, überprüft. Deren genaues Studium zeigt überraschend großen Spielraum bei ihrer Definition. Zu Neubauten zählen bspw. auch Kraftwerke, bei denen der Hamburger Ökostromversorger lediglich mit gewissen Mindestleistungen in den Phasen Projektionierung, Finanzierung, Bau oder Betrieb beteiligt war oder ist.

Anhand des von Greenpeace Energy initiierten Weserkraftwerks offenbart die Studie, wie schwer es sich für Ökostromanbieter darstellt, marktfähige Energiealternativen in nennenswerten Größenordnungen bereitzustellen. Ursprünglich sollte dieses Renommierprojekt mit einer Leistung von 10 Megawatt im Jubiläumsjahr 2009 ans Netz gehen und exklusiv für Greenpeace-Energy-Kunden Strom erzeugen. Fakt ist, dass sich die Genossenschaft aus dem Projekt zurückziehen und auch der zur Mitfinanzierung geplante Bürgerfonds aufgegeben werden musste. Nach dem Planfeststellungsbeschluss von Januar 2007 waren zuvor die Investitionskosten binnen Monaten von 28 Mio. auf 40 Mio. Euro hochgeschossen. Dass diese Kostenexplosion auf Fehlplanungen hinweisen könnte, weist Greenpeace Energy zurück.

Die Genossenschaft setzt auf Klimaschutz ohne Atomkraft und verspricht: "Das Konzept von Greenpeace Energy ist es, von der Produktion über den Handel bis zur Versorgung der Endkunden unabhängig von der etablierten Stromwirtschaft zu arbeiten." Auch diese Aussage wird in NovoArgumente einer Prüfung unterzogen. Dabei zeigt sich, dass für den Erwerb von Genussrechten bei Planet Energy unlängst die Fotovoltaikanlage Dasing und der Windpark Soltau beworben wurden. In beide Projekte involviert sind jedoch erstaunlicherweise international führende Atomkraftwerksbauer. Hersteller der Trafostationen in Dasing ist die Areva Energietechnik GmbH, die zur Unternehmensgruppe Areva in Paris zählt, welche sich als Weltmarktführer beim Kernkraftwerksbau bezeichnet. Ein deutscher Konkurrent ist der Münchener Konzern Siemens, der im Zusammenhang mit dem Windpark Soltau als Geschäftspartner von Planet Energy genannt wird. "Geradezu absurd" sei es, so Deichmann in NovoArgumente, "dass die Genossenschaft Greenpeace Energy in Geschäfte mit Areva und Siemens verstrickt ist, während der Verein Greenpeace Deutschland Kampagnen gegen die beiden Atomstromriesen befeuert." Erst im November 2009 wurden Areva und Siemens von Greenpeace angegriffen.

"Kommunikative, mathematische und juristische Kunststücke sind vonnöten, um das Engagement des Hamburger Ökostromanbieters als geradezu sagenhafte Erfolgsgeschichte erscheinen zu lassen", resümiert Novo-Chefredakteur Thomas Deichmann. Greenpeace Energy liefere ein Beispiel dafür, wie man sich mit einfältiger Öko-Autarkie-Ideologie das eigene Leben erschwert: "Im Kleinen zeigt sich daran, woran auch im Großen die anvisierte Energiewende nur scheitern kann."

Sollten Sie ein Rezensionsexemplar (Print oder PDF) wünschen oder Rückfragen haben, nehmen Sie gerne Kontakt auf. Weitere Beiträge zum Thema "Grüne NGOs" finden sich im gleichnamigen Dossier unter www.novo-argumente.com. Die aktuelle Jan./Feb.-Ausgabe des Debattenmagazins kann für EUR 7,20 im Online-Shop auf der Website bezogen werden. Das Heft umfasst 100 Seiten. Weitere Informationen und das aktuelle Cover finden sich im Pressebereich der Website.

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