Samstag, 10. Dezember 2016


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Amselfreier August?

Besorgnis wegen ausbleibender Amseln / NABU-Vogelexperte gibt Entwarnung

(lifePR) (Stuttgart, ) Derzeit erreichen den NABU besorgte Anrufe, weil sich kaum noch Amseln in Gärten und Parks zeigen. NABU-Vogelexperte Stefan Bosch gibt Entwarnung: "Bisher ist die Entwicklung in diesem Jahr normal. Ab Juli und vor allem im August reduzieren die Amseln ihre Aktivitäten und ziehen sich aus verschiedenen Gründen zurück. So entsteht der Eindruck eines amselfreien Augusts."

Im Spätsommer ist die Paarungszeit vorbei und das Brutgeschäft für die aktuelle Saison beendet. Deshalb nimmt das Revierverhalten merklich ab, die Vögel singen nicht mehr um ihr Revier gegen Rivalen zu verteidigen. Die Aktivitäten flammen erst im September wieder auf, wenn neue Reviere gegründet werden. Eine weitere Ursache ist die Sommerhitze: Nahrungsquellen in der unmittelbaren Umgebung versiegen allmählich. "Regenwürmer, eine Leibspeise der Amseln, ziehen sich bei trocken-warmem Wetter in tiefere Bodenschichten zurück und sind mit dem Schnabel nicht mehr erreichbar", berichtet Bosch. Wenn dann auch die Beerensträucher abgeerntet sind und das Nahrungsangebot zu stark geschrumpft ist, wechseln Amseln zum Beispiel an Waldränder oder Bäche.

Auch die Mauser sorgt dafür, dass sich die Vögel zurückziehen: "Wenn der Nachwuchs aus dem Haus ist und man sich nicht mehr um die Nachbarn kümmern muss, hat man endlich mal Zeit für sich. Viele Amseln sind zurzeit in der Mauser. Dieser Gefiederwechsel ist für alle Vögel unvermeidlich, weil sich die Federn abnutzen. Gleichzeitig werden Farben und Muster des Gefieders erneuert. Nach einem bestimmten Schema werden sukzessive alle alten Federn durch entsprechend neue ersetzt", erläutert der NABU-Ornithologe. Während dieser Runderneuerung können die Amseln nicht besonders gut fliegen und werden so zur leichteren Beute. Zudem ist die Prozedur sehr anstrengend für die Vögel. Deshalb ziehen sie sich zurück und warten, bis ihr Federkleid ausgetauscht ist.

"Natürlich können auch immer Krankheitserreger oder andere Umwelteinflüsse eine Ursache für das Ausbleiben der Amseln sein", sagt Bosch. Derzeit ist kein massiver Krankheitsausbruch bekannt wie 2011, als im Hochsommer wahrscheinlich einige hunderttausend Amseln dem Usutu-Virus zum Opfer fielen. Wer aber auf Nummer Sicher gehen und nicht zur Verbreitung von Krankheiten beitragen will, sollte im Moment am besten noch auf das Füttern der Vögel verzichten. "An heißen Tagen kann es sinnvoll sein, Vogeltränken aufzustellen. Diese müssen aber möglichst täglich gereinigt werden. Am besten spült man sie mit klarem kochendem Wasser aus."

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