Sonntag, 11. Dezember 2016


Kieler Künstlerin Chili M. Seitz auf der Preview Berlin Art Fair

Beginn: Preview Berlin, 08.-11.09.2011, Tempelhof, Stand Nr.13

(lifePR) (Kiel, ) "der gestiftete Blick, ein immaterielles Denkmal" ist ein Projekt im öffentlichen Raum der Stadt Berlin. Chili M. Seitz, Master-Studentin der Freien Kunst an der Muthesius Kunsthochschule, inszeniert den Verkauf eines Blickes in Berlin.

Kann ein Denkmal immateriell sein? Nicht existent? Nicht vorhanden und dennoch da? Chili Seitz erklärt den Blick, den nur jeder Betrachter selbst auf etwas haben kann, zum privaten Denkmal.

Der eigene Blick auf eine Sache, eine Landschaft, auf sich selbst oder andere ist individuell, immer anders und nicht kopierbar. Der eigene Blick ist immateriell und nur für den Blickenden existent, für das Gegenüber ist er nicht vorhanden, allein erahn bar. Sogar dem eigentlichen Besitzer des Blickes, nämlich dem Blickenden, ist es verwehrt in festzuhalten ("verweile doch, Du bist so schön"). Die Arbeit "der gestiftete Blick, ein immaterielles Denkmal" setzt sich über dieses Gesetz hinweg und erklärt den individuellen Blick zum Denkmal.

Durch die Stiftung und Patenschaft einer vorhandenen Parkbank wird ein Ort markiert, von dem aus ein Blick genossen werden kann, der, sobald man ihn unter einem Bildcharakter betrachtet, eine völlig neue Bedeutung bekommt.

Aber nicht alleine das ist ein Denkmal. Ein "historisches Denkmal" bewahrt Geschichte, indem es durch die materielle Manifestation derselben in Form von Büsten oder festen Installationen (Holocaustmahnmal) an sie erinnern will, die Vergangenheit in die Gegenwart holt. Was aber wenn man die Gegenwart und die eigenen persönlichen Geschichten zum allgemeinen Denkmal erklärt?

Ausgangspunkt der Arbeit ist die öffentliche Parkbank, die durch ein Messingschild gekennzeichnet, zum Mittelpunkt wird. In der Mitte der Bank sitzend, wird ein Blick auf die Umgebung frei, der sobald diese Bank von einem Stifter für ihren weiteren Erhalt über 5-10 Jahre bezahlt und dieses durch ein Schild gekennzeichnet wurde, vergleichbar eines Gemäldes, Zeichnung oder einer Fotografie, ein Bild ist, das es zu erhalten gilt. Indem sich ein Stifter diesen aneignet, setz er sich und dem Blick als solchem ein immaterielles Denkmal. Der Blick selbst wird zu einem Denkmal. Der Stifter und seine Geschichte, der Hinter-grund vor welchem der Verkauf stattfindet, all das spielt hinein in die Geschichte, die dieses immaterielle Denkmal ausmacht.

Mit Unterstützung der Grünflächenämter der einzelnen Bezirke wird sie auf der "Preview Berlin" mit der Umtrieb-Galerie für aktuelle Kunst in Kooperation mit der Muthesius Kunsthochschule aus Kiel 100 Blicke in Berlin anbieten. Da der Weg der Verwaltungen lang ist, können sich Käufer auf eine Subskriptionsliste setzen lassen, um dann im Herbst endgültig "Ihren" Blick zu erhalten. Durch ein Zertifikat und einen Vertrag wird dieser Kauf abge-schlossen. Die einzelnen Blicke werden anschließend in einer Publikation veröffentlicht.

Weitere in Berlin präsentierende Master-Studierende und Absolventen sind Samuel Seger, Thomas Judisch, Birgit Saupe, Elisabeth Matthewes und Jimok Choi.

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