Sonntag, 04. Dezember 2016


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Qualität Spitze, Menge so niedrig wie noch nie

Erntebilanz im Weinanbaugebiet Mosel : Kleinster Ernteertrag seit Jahrzehnten bei herausragender Weinqualität

(lifePR) (Bernkastel-Kues, ) Die Winzer an Mosel, Saar und Ruwer sehen den Weinjahrgang 2009 mit einem lachenden und einem weinenden Auge: In den vergangenen Wochen brachten sie Trauben mit hervorragenden Mostgewichten bis hin zu Trockenbeerenauslesen aus den Weinbergen auf die Kelter. Bei der Rebsorte Riesling liegen fast alle Weine im Spätlese- und Auslesebereich. Aber so manches Fass in den Kellern wird dennoch leer bleiben, denn die Erntemenge fiel so niedrig aus wie noch nie in den letzten Jahrzehnten. Selbst im Jahrhundertjahrgang 1976, der bislang als einer der mengenmäßig kleinsten Jahrgänge galt, wurde mehr Riesling an der Mosel geerntet, als in diesem Herbst.

In der Herbstpressekonferenz im Weinmarkt der Winzergenossenschaft Moselland eG in Bernkastel-Kues stellte Ökonomierat Adolf Schmitt als Vorsitzender des Moselwein e.V. die Herbstbilanz vor. "Neben den von unseren Winzern nach dem Motto 'Klasse statt Masse' zur Ertragsreduzierung vorgenommenen Maßnahmen wirkten sich die natürlichen Faktoren in diesem Jahr zusätzlich auf die Erntemenge aus", sagte der Vorsitzende der Gebietsweinwerbung. Schon im Sommer war nach einem uneinheitlichen Blüteverlauf mit Verrieselungen klar, dass die Erntemenge relativ klein ausfallen würde. Doch am Ende kommen wohl weniger als 800.000 Hektoliter Most in die Keller an Mosel, Saar und Ruwer. "Wir schätzen den Gesamtertrag im Weinbaugebiet auf rund 780.000 Hektoliter", berichtete Schmitt. 2008 ernteten die Moselaner 893.000 Hektoliter - ebenfalls schon eine recht kleine Erntemenge. Bei vielen Betrieben ging die Erntemenge nun gegenüber einem durchschnittlichen Herbst um 30 bis 40 Prozent zurück. Vor allem bei Riesling und den Burgundersorten gab es Ertragseinbußen. Neben Verrieselungen der Blüte gab es regional auch Hagelschäden sowie Einbußen durch den Befall der Reben durch Peronospora (Falscher Mehltau).

Grund zur Freude bietet dagegen die geerntete Qualität. Denn hier konnten die Winzer aus dem Vollen schöpfen. Der Gesundheitszustand der Trauben war generell sehr gut. Schon bei den frühen Sorten waren die Reifewerte sehr zufriedenstellend. Herausragend dürften die 2009er Burgunderweine werden. Die durchschnittlichen Mostgewichte bei Weiß- und Spätburgunder lagen bei 100 Grad Oechsle, die Mengen sind dagegen sehr niedrig.

Die Qualitäten des Rieslings - mit über 5300 Hektar wichtigste Rebsorte an Mosel, Saar und Ruwer - liegen weitgehend im Bereich von Spät- und Auslese. Das Mostgewicht beim Riesling liegt durchschnittlich bei 85 Grad Oechsle. Vielfach wurden aber auch Trauben mit weit über 90 und 100 Grad Oechsle geerntet. Auch Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen wurden eingebracht, in den Steillagen läuft die Rieslingernte noch weiter. Dieser Jahrgang von Mosel, Saar und Ruwer wird dem Verbraucher erneut das gesamte Spektrum von hochwertigen, mineralisch-trockenen Gewächsen über fruchtig-feinherbe Weine bis zu edelsüßen Spitzen bieten.

Während die Mosel-Betriebe im Export aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise vor allem in den besonders krisengeschüttelten Märkten USA und Großbritannien Rückgänge verkraften mussten, weisen west- und nordeuropäische Länder wie die Niederlande, Dänemark, Schweden und Finnland eine stark wachsende Nachfrage nach Mosel-Riesling auf. Hohe Zuwächse gab es in den ersten acht Monaten diesen Jahres im Export von Flaschenweinen nach Skandinavien und in die Niederlande. Dänemark importierte 74 Prozent mehr, Finnland 48 Prozent, Schweden fast 20 Prozent und dieNiederlande rund 19 Prozent. Der Export von Flaschenweinen in die USA ging dagegen von Januar bis August 2009 um rund 22 Prozent, nach Großbritannien um 27 Prozent zurück.

Im Inland hat sich der Weinmarkt auch in Krisenzeiten weitgehend stabil behauptet. Im Lebensmitteleinzelhandel ging der Absatz an Moselweinen in den ersten drei Quartalen 2009 um einen Prozentpunkt zurück und liegt bei 6 Prozent. Dagegen berichten die direktvermarktenden Betriebe von einer weitgehend guten Nachfragesituation. Hierbei spielt sicherlich auch die positive Tourismusentwicklung im Moselland eine Rolle. Die Zahl der Übernachtungsgäste stieg in den ersten sieben Monaten des Jahres 2009 um 3,2 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum, die Zahl der Übernachtungen stieg um 3,3 Prozent. Die Ferienregion Mosel-Saar ist stärkste Tourismusregion im Bundesland Rheinland-Pfalz. Die Zahl der Übernachtungsgäste stieg in den vergangenen Jahren ständig an und erreichte im Jahr 2008 fast die 2-Millionen-Marke. Rund 1500 Winzerbetriebe sind gleichzeitig auch touristische Leistungsträger mit Weinstuben, Ferienwohnungen und Hotels. Neben deutschen Urlaubern kommen vor allem Gäste aus den Niederlande und Belgien, die den Aufenthalt meist mit dem Einkauf von Weinen direkt beim Winzer verbinden. Der Tourismus ist damit eine wichtige Absatzschiene für den Moselwein.

Die extrem niedrige Erntemenge wird zur Folge haben, das auch viele direktvermarktende Weinbaubetriebe Most bzw. Weine von Fassweinerzeugern zukaufen werden, um die Nachfrage seitens ihrer Kunden bedienen zu können. Angesichts der niedrigen Erntemenge und der hohen Qualität reagieren Adolf Schmitt und seine Vorstandskollegen vom Moselwein e.V. mit Unverständnis auf die Preise, die aktuell am Fassweinmarkt geboten werden. 50 Cent pro Liter seien für die Fassweinerzeuger katastrophal. Da die Erntemenge aber niedrig ausfällt und im Laufe des Sommers größere Mengen 2008er von Kellereien gekauft wurden, stehen ausreichend Lagerkapazitäten zur Verfügung. Vor allem im Vertragsweinbau mit Weingütern, Genossenschaft und Kellereien sehen die Verantwortlichen des Moselwein e.V. eine Perspektive für Trauben- und Fassweinproduzenten.

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