Dienstag, 06. Dezember 2016


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62. Jahrestagung der AAN: Neue Daten belegen den Nutzen von Cladribin Tabletten als möglicher neuer therapeutischer Option

(lifePR) (Toronto, Kanada/Darmstadt, ) Die Merck KGaA hat heute bekannt gegeben, dass bei der 62. Jahrestagung der Amerikanischen Akademie für Neurologie (AAN) neue Daten zu Cladribin Tabletten, der exklusiven in der Entwicklung befindlichen oralen Formulierung von Cladribin, vorgestellt wurden, die zum besseren Verständnis des Potenzials von Cladribin Tabletten als neuer therapeutischer Option zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose (MS) beitragen. Cladribin Tabletten befinden sich derzeit in einer Reihe von Ländern in der für die Zulassung notwendigen behördlichen Überprüfung.

"Diese Reihe neuer, beim AAN präsentierter Analysen untermauert die Relevanz der CLARITY-Studie", erklärte Bernhard Kirschbaum, R&D-Leiter der Sparte Merck Serono. "Wir arbeiten weiter mit den Zulassungsbehörden daran, Cladribin Tabletten so schnell wie möglich den Patienten zur Verfügung stellen zu können."

Die anlässlich der Jahrestagung der AAN präsentierten Daten stammen aus zuvor spezifizierten und Posthoc-Analysen der klinischen Phase-III-Studie CLARITYa. Sie zeigen, dass die Verabreichung von Cladribin Tabletten bei den Studienteilnehmern zu folgenden Ergebnissen führte:

- Verlängerung des Zustands ohne Krankheitsaktivität im Vergleich zur Placebo-Gruppe über die gesamte Studiendauer von 96 Wochen (43% und 44% der mit einer Gesamtdosis von 3,5 mg/kg bzw. 5,25 mg/kg Cladribin Tabletten behandelten Patienten gegenüber 16% der Patienten, die Placebo erhielten - p<0,001 für beide Gruppen mit Cladribin Tabletten) mit statistisch signifikanten Ergebnissen bereits nach 24 Wochen (67% und 70% der mit einer Gesamtdosis Cladribin Tabletten von 3,5 mg/kg bzw. 5,25 mg/kg behandelten Patienten gegenüber 39% der Patienten, die Placebo erhielten - p<0,001 für beide mit Cladribin Tabletten behandelten Gruppen). Das Ausbleiben von Krankheitsaktivität wurde wie folgt definiert: keine Schübe, kein anhaltendes Fortschreiten der Behinderung, keine mittels Radiologie gemessene Gadoliniumanreichernden T1-Läsionen und keine aktiven T2-Läsionen über die gesamte Studiendauer von 96 Wochen.1

- Verringerungen bei den Schubraten gegenüber der Placebo-Gruppe über 96 Wochen über das gesamte Spektrum der zu Beginn der CLARITY-Studie erhobenen demographischen und krankheitsspezifischen Faktoren hinweg (Geschlecht, Alter, Behandlungsgeschichte, Grad der Behinderung durch die Erkrankung zu Studienbeginn, mittels MRT messbare Krankheitsaktivität und Belastung durch die Erkrankung).2

- Geringere Beanspruchung von Ressourcen des Gesundheitssystems, geringere Bedarf an Unterstützung durch das soziale Umfeld, Steigerung der Produktivität der Patienten sowie Rückgang der nicht an Medikamente gebundenen Ausgaben im Vergleich zu Placebo. Dies wurde anhand von Daten ermittelt, die im Rahmen der CLARITY-Studie mittels eines 'Fragebogens zur Nutzung von Ressourcen' zu Beginn der Studie und bei festgelegten Patientenbesuchen erhoben wurden.3

- Abnahme des Anteils zirkulierender CD4+ T-Zellen im Verhältnis zur Gesamtanzahl der Lymphozyten zum Ende der Behandlungsperioden gegenüber den entsprechenden Werten zum Ausgangspunkt, wobei die Anteile anderer Untergruppen von Lymphozyten (CD8+ T-, B- und natürliche Killerzellen) im Verhältnis zur Gesamtzahl der Lymphozyten entweder erhalten blieben oder anstiegen.4

Die Häufigkeiten von Nebenwirkungen gemäß dem Organklassensystem des MedDRA (Medizinisches Wörterbuch für Aktivitäten im Rahmen der Arzneimittelzulassung) waren in beiden mit Cladribin Tabletten behandelten Gruppen aus der CLARITY-Studie den in der Placebo-Gruppe beobachteten vergleichbar. Zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen zählten Kopfschmerzen, Infektionen der oberen Atemwege, Nasopharyngitis und Übelkeit. Lymphopenie, eine aufgrund des vermuteten Wirkmechanismus von Cladribin erwartete Nebenwirkung, trat in den mit Cladribin Tabletten behandelten Patientengruppen häufiger auf (3,5mg/kg Gesamtdosis: 21,6%; 5,25 mg/kg Gesamtdosis: 31,5%; Placebo: 1,8%). Gesamthäufigkeit und Anzahl von Infektionen war bei mit Cladribin Tabletten und Placebo behandelten Patienten vergleichbar. Bei 2,3% der mit Cladribin Tabletten behandelten Patienten traten Herpeszoster-Infektionen (Gürtelrose) auf. Diese Herpes-Infektionen waren auf die Haut beschränkt und sprachen entsprechend auf Behandlung an.

a CLARITY: CLAdRIbine Tablets Treating MS OrallY

Referenzen

1 Analysis of Clinical and Radiological Disease Activity-Free Status in Patients with Relapsing-Remitting Multiple Sclerosis (RRMS) Treated with Cladribine Tablets, in the Double-Blind, 96-Week CLARITY Study (Präsentation S21.008, Mittwoch, 14. April 2010, 15:45 Uhr Eastern Time, EDT)

2 Consistent Efficacy of Cladribine Tablets across Multiple Sclerosis and Patient Characteristics, in the Double-Blind, 96-Week CLARITY Study (Poster P02.186, Dienstag, 13. April 2010, 15:00 Uhr - 19:30 Uhr EDT)

Reduktion der jährlichen Schubrate über die verschiedenen Patientensegmente:

- Männer und Frauen: Relative Reduktion der jährlichen Schubrate von 61% und 55% für 3,5 mg/kg und 68% und 48% für 5,25 mg/kg (alle p<0,001 vs Placebo)
- Alter (?40 oder >40): Relative Reduktion der jährlichen Schubrate von 58% und 57% für 3,5 mg/kg und 63% und 46% für 5,25 mg/kg (alle p<0,001 vs Placebo)
- Patienten mit und ohne Behandlung mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten: Relative Reduktion der jährlichen Schubrate von 45% und 61% für 3,5 mg/kg und 58% und 58% für 5,25 mg/kg (alle p?0,0013 vs Placebo)
- Anzahl der Schübe innerhalb der letzten 12 Monate vor Studienbeginn (?1, 2 oder ?3 Schübe): Relative Reduktion der jährlichen Schubrate von 48% (relatives Risiko 0,50; 95% Konfidenzintervall: 0,37, 0,66) bis 76% (relatives Risiko 0,24; 95% Konfidenzintervall: 0,09, 0,64) über Patientensegmente mit unterschiedlicher Ausgangsbasis hinsichtlich der Schubrate, signifikant für alle Vergleiche (alle p?0,006 vs Placebo)
- Ausmaß der Behinderung zu Studienbeginn (EDSS 0-2,5 oder EDSS ?3): Relative Reduktion der jährlichen Schubrate von 49% (relatives Risiko 0,51; 95% Konfidenzintervall: 0,38, 0,68) bis 65% (relatives Risiko 0,35; 95% Konfidenzintervall: 0,25, 0,50) je nach Dosierung (alle p<0,001 vs Placebo).
- Präsenz/Absenz von T1 Gd+ Läsionen: Relative Reduktion der jährlichen Schubrate von 45% (relatives Risiko 0,55; 95% Konfidenzintervall: 0,42, 0,72) bis 75% (relatives Risiko 0,26; 95% Konfidenzintervall: 0,17, 0,40) je nach Dosierung (alle p<0.001 vs Placebo)
- Ausmaß an T2-Läsionen: Relative Reduktion der jährlichen Schubrate von 48% (relatives Risiko 0,53; 95% Konfidenzintervall: 0,39, 0,71) bis 67% (relatives Risiko 0,33; 95% Konfidenzintervall: 0,24, 0,47) je nach Dosierung (alle p<0.001 vs Placebo)

3 Health Resource Utilization in the CLARITY Study (Poster P01.205, Dienstag, 13. April 2010, 7:30 Uhr - 12:00 Uhr EDT)

4 Effects of Cladribine Tablets on Circulating Lymphocyte Subsets in the 96-Week CLARITY Study in Relapsing-Remitting Multiple Sclerosis (RRMS) (Poster P04.219, Mittwoch, 14. April 2010, 15:00 Uhr - 19:30 Uhr EDT)

Design der CLARITY-Studie

Die CLARITY-Studie war eine auf zwei Jahre (96 Wochen) angelegte randomisierte, placebokontrollierte internationale Doppelblindstudie. Sie umfasste 1.326 Patienten mit schubförmiger MS entsprechend den revidierten McDonald-Kriterien. Die Studienteilnehmer wurden zufällig drei Behandlungsgruppen zugeteilt und erhielten entweder eine von zwei unterschiedlichen Dosierungen von Cladribin Tabletten oder entsprechende Placebo-Tabletten (Verhältnis 1:1:1). Im ersten Jahr wurden Cladribin Tabletten in zwei (Gesamtdosis 3,5 mg/kg) oder vier (Gesamtdosis 5,25 mg/kg) Behandlungszyklen verabreicht, wobei das Präparat in jedem Zyklus an vier bis fünf aufeinander folgenden Tagen (abhängig vom Körpergewicht der Patienten) eingenommen wurde. Das heißt, dass die an der Studie beteiligten Patienten lediglich an 8 bis maximal 20 Tagen im Jahr Cladribin Tabletten einnehmen mussten. Im zweiten Jahr erhielten alle Patientengruppen zwei Behandlungsyklen, das heißt, die Patienten nahmen an 8 bis 10 Tagen im Jahr Cladribin Tabletten ein.

Primärer Endpunkt der CLARITY-Studie war die Schubrate nach 96 Wochen. Die sekundären Endpunkte umfassten mittels MRT gemessene Endpunkte, den Anteil der schubfrei gebliebenen Teilnehmer sowie das Fortschreiten der Behinderung nach 96 Wochen.

Cladribin Tabletten

Die orale Formulierung von Mercks Cladribin (Cladribin Tabletten) befindet sich derzeit in der Entwicklung für die Behandlung von Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (MS). Cladribin ist ein kleines Molekül, das zielgerichtet das Verhalten und die Proliferation bestimmter weißer Blutkörperchen, insbesondere von Lymphozyten, beeinflusst, die wahrscheinlich am pathologischen Prozess der MS beteiligt sind.

Das klinische Entwicklungsprogramm für Cladribin Tabletten umfasst:

- Die CLARITY-Studie und ihre Anschlusssstudie: eine auf zwei Jahre angelegte placebokontrollierte Phase-III-Studie, deren Design darauf angelegt ist, Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit von Cladribin Tabletten als Monotherapie bei Patienten mit schubförmig verlaufender MS zu erhalten. Die CLARITY-Anschlussstudie ist darauf ausgelegt, Daten zur langfristigen Sicherheit und Wirksamkeit einer längerfristigen Verabreichung von Cladribin Tabletten über einen Zeitraum von bis zu vier Jahren zu erhalten.

- Studie ORACLE MS (ORAl CLadribine in Early MS): eine zweijährige placebokontrollierte Phase-III-Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von Cladribin Tabletten als Monotherapie bei Patienten mit erhöhtem Risiko für die Entwicklung Multipler Sklerose (Patienten, bei denen ein erstes klinisches Ereignis auf MS hinweist). Diese Studie wurde im September 2008 angekündigt.

- Studie ONWARD (Oral Cladribine Added ON To Interferon beta-1a in Patients With Active Relapsing Disease): eine placebokontrollierte Phase-II-Studie, die in erster Linie auf die Untersuchung der Sicherheit und Verträglichkeit von Cladribin Tabletten als Ergänzungstherapie für Patienten mit schubförmiger MS abzielt, die während der bewährten Behandlung mit Interferonbeta akute Krankheitsschübe erlebt haben. Diese Studie wurde im Januar 2007 angekündigt.

Multiple Sklerose

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronischentzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems und die häufigste, nichttraumatische, zu Beeinträchtigungen führende neurologische Erkrankung bei jungen Erwachsenen. Schätzungen zufolge sind weltweit mehr als zwei Millionen Menschen an MS erkrankt. Die Symptome können unterschiedlich sein, wobei vor allem Sehstörungen, Taubheit oder Kribbeln in den Gliedmaßen sowie körperliche Schwächung und Koordinationsstörungen auftreten. Am weitesten verbreitet ist die schubförmig verlaufende MS.

Merck KGaA

Merck ist ein weltweit tätiges Pharma- und Chemieunternehmen mit Gesamterlösen von 7,7 Mrd € im Jahr 2009, einer Geschichte, die 1668 begann, und einer Zukunft, die rund 33.000 Mitarbeiter in 61 Ländern gestalten. Innovationen unternehmerisch denkender und handelnder Mitarbeiter charakterisieren den Erfolg. Merck bündelt die operativen Tätigkeiten unter dem Dach der Merck KGaA, an der die Familie Merck mittelbar zu rund 70 Prozent und freie Aktionäre zu rund 30 Prozent beteiligt sind. 1917 wurde die einstige US-Tochtergesellschaft Merck & Co. enteignet und ist seitdem ein von der Merck-Gruppe vollständig unabhängiges Unternehmen.

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