Dienstag, 06. Dezember 2016


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Drahtlose Kommunikation, Alzheimer, Hanse und mehr

28 Projekte erfolgreich beim Wettbewerb der Leibniz-Gemeinschaft

(lifePR) (Berlin, ) Die Leibniz-Gemeinschaft fördert 28 neue Forschungsvorhaben von Leibniz-Instituten. Sie haben beim Leibniz-Wettbewerb 2015 den Zuschlag bekommen. Insgesamt stehen dafür 26,2 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren zur Verfügung. Der Leibniz-Wettbewerb folgt seit 2005 zentralen Zielen von Bund und Ländern wie "Nachwuchsförderung" oder "Vernetzung". Er ist Teil des Paktes für Forschung und Innovation.

Die neu bewilligten Projekte spiegeln die Vielfalt der Leibniz-Forschung wider, darunter:

- "Ökonomische Unsicherheit und Familie" heißt eine neue Forschergruppe am Leibniz ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München. Sie möchte den Zusammenhang zwischen makroökonomischer Wirtschaftslage und familienrelevanten Entscheidungen in Europa besser verstehen. Mit einer Vielzahl an ökonometrischen Methoden und verschiedenen Datensätzen will sie herausfinden, inwieweit ökonomische Unsicherheit Einfluss auf Geburtenentscheidungen, das individuelle Heirats- und Scheidungsverhalten oder die Gesundheit von Kindern hat.

- "Johanniskraut gegen Alzheimer - Begegnung einer gesellschaftlichen Herausforderung durch neue Wege in der Identifizierung, Gewinnung und Anwendung von Naturstoffen"; das Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle will herausfinden, ob und wie der antidepressive Johanniskraut-Bestandteil Hyperforin den oftmals raschen Verlauf der Demenzerkrankung Alzheimer hemmen kann. So sollen gehaltvolle Johanniskraut-Sorten zur Anwendung gezüchtet werden.

- "Globale Ernährungssicherung: Herausforderung für Produktion und Konsum"; das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin widmet sich dem Thema Bevölkerungswachstum und der daraus folgenden weltweit wachsenden Nachfrage nach Agrarprodukten; also dem steigenden Konsum sowie dem Bedarf an alternativen Energieträgern. Das Leibniz DIW will dabei Anreize zu nachhaltigen Angebotssteigerungen, die Folgen der Landnutzungskonkurrenz zwischen Energie- und Nahrungsmittelproduktion sowie Möglichkeiten zur Durchsetzung nachhaltigen Konsumverhaltens untersuchen.

- "Zwischen Nordsee und Nordmeer: Interdisziplinäre Studien zur Hanse" - unter dem Titel untersucht das Deutsche Schiffahrtsmuseum - Leibniz-Institut für deutsche Schifffahrtsgeschichte in Bremerhaven die vielfältigen Facetten der Handelsbeziehungen norddeutscher Kaufleute zu den nordatlantischen Inselgruppen Shetland, Färöer und Island vom 15. Jahrhundert an. Ausgangspunkt ist dabei die so genannte Bremer Kogge, ein Schiffswrack, das als Leitbild der Hansezeit gilt.

- "Digitale Leistungsverstärker für die drahtlose Infrastruktur der Zukunft"; das Ferdinand-Braun-Institut ‑ Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik in Berlin, will bei diesem Vorhaben an der Digitalisierung der letzten analogen Komponente der drahtlosen Kommunikation auf der Transmitter-Seite arbeiten. Bisher haben Herausforderungen wie hohe Ausgangsleistung und Bandbreite, geringe Verzerrungen sowie hohe Energieeffizienz eine Digitalisierung der Sendeverstärker verhindert.

Einzelheiten zu allen neuen Forschungsvorhaben sind im Internet verfügbar unter
www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/leibniz-wettbewerb/gefoerderte-vorhaben/

Jedes der 89 Institute der Leibniz-Gemeinschaft ist aufgefordert, jährlich einen Antrag beim Leibniz-Wettbewerb einzureichen. Mit 84 Anträgen 2015 lag die Beteiligungsquote bei nahezu 95 Prozent. Das Auswahlverfahren ist zweistufig: Es basiert auf Fachgutachten externer Wissenschaftler, die der Senatsausschuss Wettbewerb (SAW) der Leibniz-Gemeinschaft einholt. Dieser bewertet dann auf der Basis der Fachgutachten sowie der Anträge die Projekte und schlägt dem Senat der Leibniz-Gemeinschaft entsprechende Förderungen vor.

Leibniz-Gemeinschaft e.V.

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 89 selbständige Forschungseinrichtungen. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Institute pflegen intensive Kooperationen mit den Hochschulen ‑ u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi ‑, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem maßstabsetzenden transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.100 Personen, darunter 9.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,64 Milliarden Euro.

www.leibniz-gemeinschaft.de

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