Dienstag, 06. Dezember 2016


"Kriegsgefangen! Bilder aus dem Lager Hemer" - LWL erinnert mit

LWL erinnert mit neuer DVD an ein lange verdrängtes Kapitel deutscher Geschichte

(lifePR) (Hemer, ) Um an das in der deutschen Geschichtserinnerung lange verdrängte Kapitel der Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter im "Dritten Reich" zu erinnern, hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in Zusammenarbeit mit dem Verein für Hemeraner Zeitgeschichte jetzt die DVD "Kriegsgefangen! Bilder aus dem Lager Hemer" herausgebracht. Am 14. April sind es genau 65 Jahre her, dass amerikanische Truppen das Kriegsgefangenenlager Stalag VI A im sauerländischen Hemer befreiten.

Weit über 200.000 Kriegsgefangene waren von September 1939 bis April 1945 dem Lager Hemer unterstellt, das damit zu den größten Lagern im Deutschen Reich zählte. Unter unmenschlichen Bedingungen wurden Menschen aus verschiedenen Nationen dort gefangen gehalten - Hunger, Krankheit und Erschöpfung kosteten viele Gefangene das Leben. Besonders schlimm war das Los der Sowjetsoldaten, die ab Oktober 1941 im Stalag VI A inhaftiert waren und unter brutaler Willkür zu leiden hatten.

Anlass für die DVD-Edition ist die Eröffnung der neuen Informations- und Gedenkstätte Stalag VI A, die seit Ende März im Stadtarchiv Hemer auf dem Gelände der Landesgartenschau zu sehen ist. Am Montag, 12. April, wurde die DVD in Hemer erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Hauptelement der DVD sind Filmaufnahmen des Wachsoldaten Hugo Filbrich, der 1940/1941 im Lager Hemer stationiert war. Filbrichs Bilder, die bereits 1995 auf VHS veröffentlicht worden waren, zeigen den zeitgenössischen Blick eines deutschen Soldaten auf die Zustände im Lager. Sie dokumentieren aber nicht die ganze Wirklichkeit des Lebens und Leidens der Kriegsgefangenen, sondern nur die vergleichsweise harmlose Lagersituation der Jahre 1940/41.

In der DVD-Edition wird der 40-minütige Hauptfilm mit den Aufnahmen Hugo Filmbrichs um zwei kurze Filme aus neu entdecktem Filmmaterial ergänzt. Der erste Zusatzfilm zeigt Aufnahmen des Militärarztes Dr. Alfred Bauer, die ebenfalls um 1940/41 in Hemer entstanden sind und damit eine ähnliche Lagersituation wie Filbrichs Filme präsentieren. Diese deutsche Perspektive wird erweitert durch amerikanisches Filmmaterial, das Kameraleute der US-Army unmittelbar nach der Befreiung der Lager im April 1945 drehten. "Darauf zu sehen sind bedrückende Bilder aus vermeintlichen 'concentration camps', bei denen es sich allerdings nachweislich um Kriegsgefangenenlager des damaligen Wehrkreises VI handelte: das Zweiglager Wesuwe im Emsland, das Stalag 326 in Stukenbrock-Senne sowie das Stalag VI F in Münster. Damit liefert insbesondere dieser Kurzfilm eine wichtige neue Sicht auf die Kriegsgefangenenlager des 'Dritten Reiches'. Die mit einem umfangreichen Begleitheft versehene Edition vermittelt anschaulich und eindrücklich, was zwischen 1939 und 1945 überall in Deutschland Realität war: die Internierung, Ausbeutung und Misshandlung von Millionen Menschen", erklärt Dr. Markus Köster, Leiter des LWL-Medienzentrums für Westfalen.

Kriegsgefangen! Bilder aus dem Lager Hemer
Spielzeit ca. 52 Minuten (Hauptfilm und zwei Zusatzfilme),
Schwarz-Weiß und Farbe,
VD, Preis 14,90 Euro.
Bezug: LWL-Medienzentrum für Westfalen, Fürstenbergstr. 14, 48147 Münster,
E-Mail: medienzentrum@lwl.org, Fax: 0251/ 591-3982, http://www.westfalen-medien.lwl.org

Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 13.000 Beschäftigten für die 8,5 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 19 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, den ein Parlament mit 101 Mitgliedern aus den Kommunen kontrolliert.

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