Donnerstag, 08. Dezember 2016


Schoko-Hasen bevölkern die Schaufenster, aber die Feldhasen sind selten geworden

(lifePR) (Feldkirchen, ) Meister Lampe hat an seiner Lebenssituation ordentlich zu knabbern. Weil der Lebensraum des Feldhasen agrarwirtschaftlich immer intensiver genutzt wird und die Zahl der Fressfeinde steigt, sinkt die Zahl der Hasen weiter ab. Im Jagdjahr 2013/2014 wurde ein neuer Tiefststand erreicht: 58 464 Hasen lagen laut Statistik auf der Strecke in Bayern. Zurückzuführen ist das auch auf die freiwillige Zurückhaltung vieler Jäger. Vielerorts in Bayern wurden Treibjagden abgesagt, um der Population die Chance zu geben, sich zu erholen.

Feldhase - Symbol der Fruchtbarkeit

Der Feldhase, ursprünglich ein Steppenbewohner, ist ein Symbol für die Fruchtbarkeit. Eine gesunde Häsin setzt dreimal im Jahr rund drei bis vier Junge, aber nur wenige Nachkommen überleben. Die immer dünnere Besiedelung hängt von mehreren Faktoren ab, besonders davon, wie trocken und warm der Boden in der Zeit ist, wenn die Junghasen gesetzt werden. Die Häsin legt ihre Jungen in Mulden auf dem Feld ab und säugt sie nur einmal pro Tag. Anhaltende Nässeperioden in den ersten drei Lebenswochen sind der sichere Tod des Nachwuchses.
Zur Nässe kommen weitere Gefahren: Der Feldhase steht auf dem Speiseplan vieler Fressfeinde. Nicht nur der Fuchs hat den Hasen zum Fressen gern. In einem alten Reim von Ludwig von Wildungen heißt es: "Menschen, Hunde, Wölfe, Lüchse, Katzen, Marder, Wiesel, Füchse, Adler, Uhu, Rabenkrähen, jeder Habicht, den wir sehen, Elstern auch nicht zu vergessen, alles, alles, will ihn fressen."
Auch die Lebensraumbedingungen, das Nahrungsangebot und die Deckungsmöglichkeiten in der Agrarlandschaft haben sich laufend verschlechtert. Es fehlen Hecken, Feldraine, Grabenböschungen und Graswege, die ihm und dem Nachwuchs Schutz bieten könnten. Weil Wegraine häufig gemulcht und mehrmals im Jahr abgemäht werden, geht die Vielfalt an Wildkräutern verloren. Auf den Kulturflächen kommen kaum mehr Blühpflanzen wie Schafgabe oder Kamille hoch. Sie aber sind ein Teil der so genannten "Hasenapotheke", also der Kräuter, die der Hase braucht, um gesund zu bleiben.

BJV will dem Hasen auf die Sprünge helfen

Bereits Anfang des Jahres wurden heuer die ersten Hasen gesetzt. Dieses Jahr sind dank des relativ kurzen und trockenen Winters auf den Äckern deutlich mehr Feldhasen unterwegs, wie Jäger des BJV in vielen Regionen Bayerns beobachten. Mit der sogenannten Scheinwerfertaxation zählen sie zweimal jährlich, im Frühjahr und Herbst, ihre Bestände, um dann entscheiden zu können, ob eine Bejagung angesichts des Besatzes sinnvoll ist.
Ziel des BJV ist es, in Zusammenarbeit mit den Landwirten den Lebensraum der Hasen zu verbessern. In drei Pilot-Landkreisen, in Nördlingen, Ochsenfurt und Erding, will der BJV mit seinen Revierinhabern exemplarisch zeigen, was zu tun ist, um den Feldhasen wieder auf die Sprünge zu helfen. Erste Ergebnisse sollen Ende 2015 vorliegen.

Landesjagdverband Bayern e.V.

Der Landesjagdverband Bayern e. V. ist der Verband der Jäger Bayerns und vertritt etwa 46.500 Jägerinnen und Jäger in Bayern. Als staatlich anerkannter Naturschutzverband wirkt der Bayerische Jagdverband offiziell bei Naturschutzangelegenheiten mit.

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