Dienstag, 17. Januar 2017


BJV fordert: Kein Betretungsverbot für das Wild im Wald!

(lifePR) (Feldkirchen, ) Anlässlich des Landesjägertages in Erding vom 16. bis 18. April wird die bayerische Jägerschaft unter anderem über die Rolle des Wildes in den bayerischen Wäldern diskutieren. Hauptsächlich entzündet sich die derzeitige Diskussion am Leitsatz "Wald vor Wild", der 2005 ins Bayerische Waldgesetz aufgenommen wurde.

"Gegen das Motto an sich würden wir nicht protestieren. Inakzeptabel ist für uns aber dessen rigorose Auslegung", so BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke in München. "Wir Jäger sehen uns auch als die Anwälte des Wildes, und wir erkennen immer mehr, dass unsere heimischen Tierarten den wirtschaftlichen Interessen der Holznutzung geopfert werden sollen."

Hintergrund für den Protest ist der jahrelange Anstieg der behördlich vorgegebenen Abschusszahlen für bestimmte Wildarten wie Reh, Gams oder Rotwild. Grundlage hierfür ist, dass sich diese Tiere von den vitaminreichen Knospen und Trieben junger Bäume oder den faserhaltigen Rinden älterer Baumstämme ernähren. Damit können sie die Qualität des Holzes und, in den Alpen, unter Umständen die Walddichte an Berghängen beeinträchtigen.

Doch welche Auswirkungen die steigenden Abschüsse auf unsere Fauna haben, bleibt der Öffentlichkeit zumeist verborgen. Zum Beispiel, dass die Sozialstrukturen und damit das nachhaltige Überleben von Rotwild in bayerischen Staatswäldern in Gefahr geraten. So darf Bayerns Rotwild ohnehin nur in sehr kleinen, behördlich festgelegten Gebieten leben. In den Alpen, im Bayerischen Wald, im Oberpfälzer Wald und an anderen Orten liegen jene "Rotwildgebiete", die gerade mal 12 Prozent der Landesfläche ausmachen. Außerhalb ihrer Grenzen herrscht totales Abschussgebot: Sie sind "rotwildfrei" zu halten, so steht es im Gesetz. Auf diese Weise werden die Populationen quasi isoliert.

Auch das Gamswild gerät in Bedrängnis: Diese Art hat ihren einzigen Verbreitungsraum in ganz Deutschland in den Alpen. Nur im Schwarzwald existiert noch eine kleine Population. Trotzdem werden Rot- und Gamswild in Bayern so rigoros bejagt, dass beispielsweise immer weniger alte Hirsche und Böcke zu finden sind. Diese spielen aber gerade beim Gamswild eine wesentliche Rolle im Fortpflanzungsgeschehen. Sind sie nicht mehr da, treten viel zu junge Böcke an ihre Stelle, die die Anstrengungen der Brunft kaum verkraften und unter Umständen im Folgewinter sterben.

Der BJV kritisiert, dass unter dem Leitsatz "Wald vor Wild" eine Politik gegen Bayerns Wildtiere durchgeführt wird, mit sogar tierschutzwidrigen Interpretationen. Der Begriff darf nicht als ideologischer Kampfbegriff und Spaltkeil zwischen Jagdgenossen und Revierinhabern benutzt werden. "Wir Jäger sehen uns in der Verantwortung für die Tierarten des Jagdrechts, und als ihre Anwälte setzen wir uns rigoros für ein Überlebensrecht des Wildes auch in den bayerischen Wäldern ein", so Vocke. "Reh, Hirsch und Co. sind ein Teil unserer heimischen Natur, der ebenso erhaltens- und schützenwert ist wie ein Kiebitz, ein Weißstorch oder der ursprüngliche Verlauf eines großen Flusses."

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