Montag, 16. Januar 2017


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Hygienemängel in hessischen Eisdielen

Rückläufige Beanstandungsquote bei Speiseeis - Jedoch Sahne aus Aufschlagautomaten vielfach mit Keimen belastet

(lifePR) (Gießen, ) Gut acht Liter Speiseeis verzehrt der Deutsche nach wie vor pro Kopf und Jahr. Damit der Eisgenuss im Sommer auch ein Genuss bleibt, werden Hessens Eisdielen regelmäßig kontrolliert. In diesem Jahr wurden bislang 279 Milchspeiseeis-Proben und 120 Fruchteis-Proben von den Ämtern für Lebensmittelüberwachung aus dem Sortiment entnommen und im Hessischen Landeslabor untersucht.

Die erfreuliche Nachricht des Landeslabors: Insgesamt ist die Beanstandungsquote gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Lediglich neun Proben Fruchteis (7,5%) wurden aufgrund mangelhafter Hygiene und zwei Proben aufgrund fehlerhafter Kennzeichnung beanstandet. Bei den Milchspeiseeis-Proben mussten 17 Proben beanstandet werden, davon 13 wegen mangelhafter Hygiene (entsprechend 4,6%). Vier beanstandete Proben hatten Kennzeichnungsmängel. "Gesundheitlich bedenklich waren diese Befunde nicht, denn in keiner Probe haben wir Salmonellen oder Listerien gefunden. Die hier nachgewiesenen Keime stammten aus der Familie der Enterobacteriaceae, die auch Bestandteil einer gesunden Darmflora bei Mensch und Tier sind. Sie dienen als Indikatoren für Hygienemängel und fäkale Verunreinigungen", sagte der Direktor des Hessischen Landeslabors, Prof. Dr. Hubertus Brunn. "Die Gründe für Bakterien im Speiseeis liegen überwiegend in der Handhabung der Eisportionierer. Diese werden oft in stehenden Wasser aufbewahrt, und dies auch noch in der Sommerhitze. Unter diesen für Keime idealen Bedingungen können sich die Bakterien natürlich munter vermehren", erklärte der Direktor.

Neben den Eisproben wurde aus jeder Eisdiele auch je eine Probe aufgeschlagene Sahne aus den Aufschlagautomaten untersucht. Von 147 Proben mussten 101 wegen Hygienemängeln beanstandet werden. Zwei weitere Proben wiesen zudem geschmackliche Abweichungen auf und waren daher nicht mehr zum Verzehr geeignet. Dies entspricht einer Beanstandungsquote von insgesamt rund 70 Prozent. Hier ist eine deutliche Zunahme der Beanstandungsquote im Vergleich zum Vorjahr (ca. 42 %) zu verzeichnen. Bei 10 Nachproben waren vier erneut zu beanstanden.

"Mögliche Ursachen für eine derart hohe Beanstandungsquote sind in der falschen Handhabung der Geräte, unzureichender Reinigung und Desinfektion sowie fehlender und ungenügender Wartung der Geräte zu suchen", erklärte Direktor Brunn. "Insbesondere werden poröse Dichtungen, in denen sich Keime ansiedeln und vermehren können, nicht im erforderlichen Maße ausgetauscht. Ein weiterer möglicher Grund ist, dass die flüssige Sahne über Nacht im Gerät verbleibt und nicht ausreichend gekühlt wird", so Brunn.

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