Sonntag, 04. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 157703

Warten auf die Fed

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) .
- Die US-Wirtschaft befindet sich seit Sommer 2009 im Aufschwung. Dieser fällt kräftiger aus als zunächst erwartet. Im Q1 2010 hat sich die Serie von positiven Wachstumsüberraschungen wohl fortgesetzt. Vor allem der Konsum steigt stärker als prognostiziert. Im zweiten Halbjahr dürfte die konjunkturelle Dynamik nur wenig nachlassen.

- Allerdings bleibt der Auslastungsgrad der Wirtschaft niedrig. In diesem Umfeld dominieren erst einmal die disinflationären Tendenzen. Die Fed wird sich daher trotz der extrem niedrigen Leitzinsen bis mindestens ins dritte Quartal Zeit lassen, um die geldpolitische Wende einzuleiten.

Sonderthema: Exporte & Investitionen - ein neues mittelfristiges Wachstumsmodell? (S. 6)

Die amerikanische Wirtschaft hat das Jahr 2009 mit einer hohen konjunkturellen Dynamik beendet und ist gut ins neue Jahr gestartet. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im Q4 mit einer Jahresrate von 5,6 % gegenüber Vorquartal zu. Dabei überraschte nicht nur die Höhe des Wachstums, sondern auch seine Zusammensetzung positiv. Zwar kam Ende 2009 der mit Abstand kräftigste Impuls vom Lager und nicht von der Endnachfrage. Die Unternehmen hatten in der Rezession ihre Produktion so massiv zurückgefahren, dass die Lager in diesem Zyklus ungewöhnlich deutlich fielen. Im Q4 näherten sich nun Produktion und Nachfrage an, ohne dass sich die Lücke schon wieder geschlossen hätte. Bereits ein geringerer Lagerabbau reichte aus, um 3,8 Prozentpunkte zum Wachstum beizusteuern.

Doch auch die Endnachfrage bleibt im Aufwärtstrend. Sie legte im Q4 real um annualisiert 1,7 % zu, nach 1,5 % im Q3. Und dies war nicht, wie Skeptiker vorher behauptet hatten, nur die Folge von hohen Staatsausgaben. Die Staatsnachfrage ist im Q4 sogar um 1,3 % gefallen. Stattdessen gaben die schon totgesagten Konsumenten real 1,6 % mehr aus. Der Wohnungsbau legte um 3,8 % zu. Wichtig ist aber vor allem die Wende bei den Ausrüstungsinvestitionen - sie stiegen im Q4 um kräftige 19 % und damit deutlich stärker als erwartet. Der Investitionszyklus läuft.

Q1: Trotz Winterwetters erneut Wachstum oberhalb des Trends

Ihren Schwung vom Q4 hat die Konjunktur Anfang 2010 nicht gehalten. Dennoch sprechen die Frühindikatoren weiter für ein robustes Wachstum. Der gewichtete ISM-Index (innerhalb und außerhalb des Verarbeitenden Gewerbes) stieg im März auf 56,2. In diesem Monat lag auch der Index für die nichtindustriellen Sektoren mit 55,4 deutlich über der Expansionsmarke von 50 und auf seinem höchsten Wert seit dem Frühjahr 2006.

Statt fast 6 % Wachstum dürfte im ersten Quartal ein Zuwachs des realen BIP von rund 3 % verzeichnet werden. Wetterbedingt sollte vor allem der Bau die Konjunktur gedämpft haben. Die kalte Witterung hatte bereits im Januar dazu beigetragen, dass die sektorale Beschäftigung deutlich fiel. Im Februar hatte die Ostküste der USA gleich unter drei Schneestürmen zu leiden, die zu den schwersten der vergangenen fünfzig Jahre zählten (Schaubild). Entsprechend wurden im Bau wieder deutlich mehr Jobs abgebaut und die durchschnittliche Wochenarbeitszeit verkürzte sich spürbar.

Erneute positive Impulse sollten hingegen vom Lager kommen, denn verglichen mit vergangenen Zyklen sind die Unternehmen von einer Normalisierung der Lage nach wie vor weit entfernt. Der Lagerabbau ist im Q4 noch immer nicht ausgelaufen, obwohl die Rezession wohl bereits Mitte 2009 endete. Der Lagerzyklus wird voraussichtlich auch in den kommenden Quartalen stützen.

Konsum stützt auch in Q1

Dass die konjunkturelle Dynamik nach dem kräftigen Lagerimpuls Ende 2009 nicht noch stärker an Schwung verloren hat, ist der überraschend positiven Entwicklung des privaten Konsums geschuldet. Obwohl die Beschäftigung im Trend bis einschließlich Februar gefallen ist, gaben die Haushalte auch Anfang 2010 wieder deutlich mehr aus. Die Konsumausgaben bleiben im Aufwind. Nach einem Anstieg um real 0,2 % im Januar legten sie im Februar mit 0,3 % erneut zu. Im März stieg die Zahl der verkauften Pkws um 13 % gegenüber Vormonat. Die Einzelhandelsumsätze ohne Baumärkte und Pkws nahmen um 0,4 % zu. Damit steuern die Ausgaben der Haushalte im Q1 auf einen annualisierten Zuwachs von rund 3,5 % zu - den stärksten Anstieg seit drei Jahren.

Wettereffekte erschwerten zuletzt die Analyse des Trends am Arbeitsmarkt. Ohne die negativen Effekte vom Wetter ist der Abwärtstrend der Beschäftigtenzahl wohl bereits zur Jahreswende ausgelaufen. Spätestens mit dem Arbeitsmarktbericht für März ist die Beschäftigung nun wieder klar auf Wachstumskurs. Außerhalb der Landwirtschaft wurden per Saldo 162.000 Stellen geschaffen. Zwar waren davon knapp 50.000 temporär eingestellte Volkszähler und teilweise stützte wohl eine wetterbedingte Gegenbewegung. Aber auch ohne diese Sondereffekte ist der Trend am Arbeitsmarkt nun wieder nach oben gerichtet.

Dass dies nicht nur ein vorübergehendes Phänomen sein wird, lässt die Entwicklung bei den Zeitarbeitern erwarten. Ihre Zahl steigt kräftig. Dies war in der Vergangenheit ein verlässlicher Frühindikator für die Beschäftigung insgesamt. Mit 123.000 neuen Stellen in der Privatwirtschaft im März endete das erste Quartal mit einem positiven Signal vom Arbeitsmarkt. Ebenso begrüßenswert ist, dass die Arbeitslosenquote im März bei 9,7 % verharrte, fast einen halben Prozentpunkt niedriger als noch im Oktober 2009. Dies ist umso bemerkenswerter, als die Partizipationsrate - also der Anteil des Erwerbspersonenpotenzials, der dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht - im März bereits wieder 0,3 Prozentpunkte über dem Tief vom Dezember lag. Die Arbeitslosenquote wird also derzeit nicht mehr dadurch gedrückt, dass sich Stellensuchende frustriert "aus dem Arbeitsmarkt verabschieden".

Rückenwind vom Investitionszyklus

Diese Stabilisierung am Arbeitsmarkt steht auch im Einklang mit der Erholung der Investitionen. Während der gewerbliche Bau nach wie vor im Rückwärtsgang ist (Q4: -18,0 %), haben die Ausrüstungen die Wende bereits eindeutig vollzogen. Verglichen mit dem letzten Zyklus kommt die Belebung in diesem Segment diesmal merklich schneller und mit mehr Schwung. Für das erste Quartal zeichnet sich wieder ein spürbarer Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen ab, wenn auch nicht mit derselben Dynamik wie im Q4. Der Investitionszyklus wird der Konjunktur in den kommenden Quartalen weiterhin Impulse geben, denn er läuft nicht nur sechs Monate. Höhere Investitionen sind mit Stellenaufbau verbunden, der wiederum die Nachfrage stärkt. Für den befürchteten "double dip" gibt es daher keine Anzeichen.

Lesen Sie weiter die PDF-Datei!

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Das Anlegerdilemma:

, Finanzen & Versicherungen, P.A.M. Prometheus Asset Management GmbH

Die Diskussion, dass private Anleger mit dem Aufbau ihrer Altersvorsorge sowie der Anlage ihrer Ersparnisse überfordert sind, ist nicht neu....

Weihnachtsfeier, aber sicher...

, Finanzen & Versicherungen, ARAG SE

Kommt es bei einer betrieblichen Weihnachtsfeier oder bei deren Vorbereitung zu einem Unfall, gilt der Versicherungsschutz aus der gesetzlichen...

10 Jahre Deutsche Sachwert Kontor AG

, Finanzen & Versicherungen, Deutsche Sachwert Kontor AG

„Vielen Dank an die aktiven Vertriebspartner und ihren Kunden für das entgegengebrachte Vertrauen“, bedankt sich DSK-Vorstand Curt-Rudolf Christof,...

Disclaimer