Dienstag, 06. Dezember 2016


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KBA investiert gut 12 Millionen Euro in Gießereineubau

(lifePR) (Würzburg, ) Druckmaschinen fertigt die Koenig und Bauer AG (KBA) am Standort Würzburg seit fast 193 Jahren. Im August 1817 gründeten Friedrich Koenig und Andreas Bauer im Kloster Oberzell auf der linken Mainseite die erste Druckmaschinenfabrik der Welt. Das gegenüber auf der anderen Mainseite liegende heutige Würzburger Stammwerk der KBA-Gruppe wurde 1901 bezogen. Seit damals, also seit 109 Jahren, werden dort in einer eigenen Gießerei auch Seitengestelle, Traversen und viele andere Teile für Druckmaschinen gegossen. Der jährliche Ausstoß beträgt rund 10.000 Tonnen, wobei die zuweilen recht komplexen Modelle und Kernkästen zum größten Teil in eigenen Modellschreinereien hergestellt werden. Wegen der im Anlagenbau gefragten kundenspezifischen Ausführung werden viele Gussteile nur in geringen Stückzahlen benötigt und deshalb bei KBA traditionell im Handformverfahren hergestellt. Hierbei wird für jedes produzierte Werkstück aus Sand und Bindemittel eine Gießform hergestellt, in der das Flüssigeisen abgegossen wird. Die gleich bleibend hohe Qualität der Werkstücke wird durch metallurgische Analysen und durch eine hohe Sorgfalt bei der Ausführung der manuellen Arbeitsschritte sichergestellt.

Generalsanierung nach stolzen 109 Jahren

Obwohl die Gießerei im zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört, wiederaufgebaut, mehrmals baulich erweitert und durch die Anschaffung neuer Elektroöfen, einer neuen Formsandanlage, Absaug- und andere Einrichtungen für den Umweltschutz immer wieder modernisiert wurde, ist das Haupthallenschiff aus den Anfängen trotz permanenter Instandhaltung sichtlich in die Jahre gekommen. Zudem sind die Druckmaschinen im Laufe der Zeit immer größer und schwerer geworden. Die vorhandenen Flächen und die Tragfähigkeit der Krane genügen nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Nach der intensiven Prüfung möglicher Alternativen wie Fremdvergabe der Gussproduktion oder Neubau auf der grünen Wiese hat der Aufsichtsrat der Koenig & Bauer AG auf Vorschlag des Vorstands in seiner letzten Sitzung beschlossen, gut 12 Mio. Euro in die Generalsanierung der Gießerei zu investieren. Die Maßnahme soll in den Jahren 2010 und 2011 inklusive des Neubaus des zentralen Hallenschiffs mit leistungsstarker Infrastruktur am jetzigen Standort erfolgen

Das Sanierungskonzept favorisiert eine Lösung, die bereits 2005 und 2006 beim Neubau einer großen Fertigungshalle im Würzburger Werk erfolgreich praktiziert wurde: Der betroffene Hallenbereich von knapp 200 m Länge wird komplett neu überbaut und anschließend die alte Halle darunter demontiert. So kann die Produktion ohne gravierende Störungen weiterlaufen. Das neue Hallenschiff mit einer Krankapazität bis zu 50 Tonnen wird einige Meter höher und fast 50 % breiter. Dadurch werden die Voraussetzungen für effizientes Arbeiten mit größeren Werkstücken und Gießformen geschaffen. Gleichzeitig werden der Neubau und die Modernisierung der Haus- und Gießereitechnik die Arbeits-bedingungen für die Gießereimitarbeiter verbessern und die Emissionsbelastung weiter reduzieren.

Trotz konjunkturbedingt rückläufiger Umsatzzahlen im Druckmaschinenbau konnte das KBA-Management 2009 durch vermehrten Eigenguss, auch für andere Werke der KBA-Gruppe, die Auslastung der Gießerei im Dreischichtbetrieb relativ stabil halten. Die Gießereimitarbeiter waren im Gegensatz zu ihren Kollegen in anderen Fertigungsbereichen kaum von Kurzarbeit betroffen. Mehr als die Hälfte der Jahrestonnage entfällt inzwischen auf Bogendruckmaschinen des sächsischen KBA-Werkes in Radebeul. Durch Umsetzungen aus anderen Produktionsbereichen konnte im vergangenen Jahr die Beschäftigtenzahl in der Gießerei sogar um 22 Mitarbeiter auf nunmehr 86 aufgestockt werden. Unter der Regie ehemaliger Formermeister und Ausbilder wurden die Neuen in einer dreimonatigen Qualifizierung für den Einsatz als Handformer geschult. Im Rahmen der Sanierung soll die Würzburger Gießerei zusätzlich für Werkstücke ertüchtigt werden, die bisher aufgrund ihrer Größe, technologischen oder metallurgischen Eigenschaften fremd vergeben werden mussten.

Neubauten für rund 40 Mio. Euro innerhalb von zehn Jahren

Die beachtliche Investition in einer Zeit, in der der exportabhängige deutsche Druckmaschinenbau besonders unter der globalen Wirtschaftskrise und unter dem Wandel in der Medienindustrie leidet, ist ein Bekenntnis zum Standort Würzburg und zur Zukunft der Printmedienindustrie. Sie sichert zudem qualifizierte Arbeitsplätze im größten Industrieunternehmen der Mainfrankenmetropole. Zusammen mit dem geplanten Gießereineubau hat KBA seit dem Jahr 2000 im rund 200.000 m² großen Stammwerk im Gewerbegebiet Neuer Hafen rund 40 Mio. Euro in Bauten investiert. So wurde 2000 das neue Logistik-Zentrum, 2001 ein neues Konstruktionsgebäude, 2002 eine neue Halle für die Zylinderfertigung und 2006 eine neue Halle für die mechanische Fertigung von Großteilen fertig gestellt. Hinzu kommen noch viel höhere Investitionen für moderne Bearbeitungszentren, Konstruktionsarbeitsplätze oder IT-Infrastruktur.

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