Donnerstag, 08. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 156807

Behauptungen des Spiegel ohne sachliche Grundlage

Ärztemangel

(lifePR) (Düsseldorf, ) "Die Behauptungen des Spiegel, Facharztdominierte Kassenärztliche Vereinigungen trügen die Verantwortung für den Ärztemangel auf dem Lande, entbehrt jeder sachlichen Grundlage", kommentiert Bernd Brautmeier, Vorstand und Vertreter des hausärztlichen Versorgungsbereichs der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein. Bei der KV Nordrhein z. B. besteht der Vorstand aus einem Vertreter für den hausärztlichen Versorgungsbereich und einem für den fachärztlichen Versorgungsbereich.

Die Vertreterversammlung, das oberste Beschlussorgan der KV Nordrhein, ist paritätisch aus Hausärzten, Fachärzten und Psychologischen Psychotherapeuten zusammengesetzt. "Auch hier kann von einer Dominanz der Fachärzte keine Rede sein", ergänzt Dr. Peter Potthoff, Vertreter der Fachärzte im Vorstand der KV Nordrhein.

Im Übrigen wird die Niederlassung von Ärzten und Psychotherapeuten durch eine bundesweite Verordnung geregelt. Die regionalen Zulassungsausschüsse im Rheinland haben auf dem Boden dieser Verordnung zu entscheiden. Aber auch dort entscheidet die ärztliche Seite nicht allein. "Die Krankenkassen sind gleichberechtigte Mitglieder dieser Ausschüsse", so Brautmeier.

In Nordrhein besteht in einzelnen kleineren Gemeinden der Eifel, im Oberbergischen und am Niederrhein heute schon ein Arztmangel, flächendeckend jedoch noch nicht. Durch die Förderung von Weiterbildungsstellen für Allgemeinmediziner z. B. mit jährlich mehr als zwei Millionen Euro oder durch die verstärkte Zulassung von Zweigpraxen versucht die KV Nordrhein, diesem Problem zu begegnen. "Aber jeder fünfte Hausarzt in Nordrhein ist 60 Jahre oder älter. Da brauchen wir dringend Nachfolger", so Potthoff.

Damit sich eine ausreichende Zahl von Ärzten in einer Praxis auch auf dem Land niederlässt, sind nach Auffassung des KV-Vorstands vor allem vier Maßnahmen dringend erforderlich:

1. eine Änderung der Zugangsvoraussetzungen zum Medizinstudium;
2. eine Reform der Bedarfsplanung, die auf kleinere Planungsbereiche als bisher abhebt;
3. Maßnahmen der betroffenen Kommunen bei der Infrastruktur wie z. B. auch Kindergartenplätze;
4. eine deutliche Verbesserung der Honorarsituation und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, insbesondere eine bürokratische Entlastung der Praxen.

Vor allem das ideologische Trommelfeuer des Gesetzgebers in der Vergangenheit habe das Image des Arztes in freier Praxis in eine Schieflage gebracht.

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