Montag, 05. Dezember 2016


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Aktiv gegen Darmkrebs: Früherkennung rettet Leben

Gemeinsame Aufklärungs- und Informationskampagne

(lifePR) (Düsseldorf, ) Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Krebstodesursache. Jährlich erkranken über 73.000 Menschen an Darmkrebs, rund 26.000 sterben. Dabei kann die Krankheit durch gezielte Früherkennung oft verhindert werden. Das haben der Apothekerverband Nordrhein e.V., die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein und die Stiftung Lebensblicke - Früherkennung Darmkrebs zum Anlass für eine gemeinsame Aufklärungs- und Informationskampagne zur Darmkrebsfrüherkennung genommen. Plakate und Flyer in den 12.500 Arztpraxen und 2.300 Apotheken in Nordrhein machen auf die Aktion aufmerksam.

"Mit über 400.000 Kundenkontakten in Nordrhein eignet sich die Apotheke sehr gut für diese Aufklärungsarbeit", sagte Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein e.V. Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen von der Notwendigkeit der Darmkrebsfrüherkennung zu überzeugen, denn die aktuellen Zahlen zur Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen in Nordrhein sind noch stark ausbaufähig."

Früherkennung kann Darmkrebs oft vermeiden

In Nordrhein nutzten nach einer Auswertung des Zentralinstitutes für die kassenärztliche Versorgung (ZI) das Okkultblut-Screening (Stuhltest) im Jahr 2008 nur rund 32,3 Prozent der Männer in der Altersgruppe der 55- bis 74-Jährigen. Bei den Frauen in dieser Altersgruppe waren es mit 38,6 Prozent etwas mehr. Am häufigsten nahmen die Frauen zwischen 55 und 59 Jahren mit fast 45 Prozent die Gelegenheit zum Stuhltest wahr.

Schlechter sieht es bei der noch genaueren Früherkennungs- Koloskopie (Darmspiegelung) aus. Zwischen 2003 und 2008 nutzten bei den 55- bis 74-Jährigen nur 15,4 Prozent der Männer und 16,9 Prozent der Frauen diese Untersuchung. Insgesamt nahmen in Nordrhein im Jahr 2008 rund 61.500 Patienten an der Früherkennungs- Koloskopie teil, davon rund 28.700 Männer und 32.700 Frauen.

Männer sind die größeren Vorsorgemuffel

"Die Zahlen verdeutlichen, dass die Frauen insgesamt vorsorgebewusster sind", analysierte Dr. Arno Theilmeier von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. "Aber das reicht bei weitem nicht aus, zumal die Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen bei Männern und Frauen eher zurückgeht", machte Theilmeier deutlich. Wie fatal diese Entwicklung ist, zeigt die Wirksamkeit der Früherkennungsuntersuchungen. "Bei den Koloskopien wurden 2008 bei den Männern zwischen 55 und 64 Jahren bei mehr als jedem dritten Patienten Polypen oder Adenome, mögliche Krebsvorstufen, festgestellt und entfernt. Bei den Frauen sah es in der gleichen Altersgruppe ähnlich aus", so Theilmeier. "Das beweist, dass Früherkennungsuntersuchungen Leben rettet, denn bei einer Entdeckung von Darmkrebs im frühen Stadium sind die Heilungschancen sehr gut."

Darmkrebs tritt bei Männern häufiger auf

"Insgesamt haben Männer das höhere Risiko, an Darmkrebs zu erkranken," informierte Dr. Gerhard Brenner, Vorstand Stiftung Lebensblicke - Früherkennung Darmkrebs.

So trete ein fortgeschrittenes Adenom bei Männern 1,7 Mal häufiger auf als bei Frauen, wobei die Adenomhäufigkeit mit dem Alter noch zunimmt. Deshalb forderte Brenner noch einmal speziell die Männer auf, die Früherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen. Denn Darmkrebs ist eine der wenigen Krebsarten, bei der bereits mögliche Vorstufen erkannt und beseitigt werden können, so dass Darmkrebs erst gar nicht entstehen müsste, so Brenner.

Darmkrebsfrüherkennung wird ab 50 von Krankenkassen übernommen

Die Aufklärungskampagne mit Plakaten und Flyern in teilnehmenden Arztpraxen und Apotheken hebt vor allem hervor, dass die Darmkrebsvorsorge ab dem Alter von 50 Jahren kostenlos ist, das heißt, von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird. "Ab 50 Jahren steht jedem ein Stuhltest zu und ab 55 Jahren kann die Darmspiegelung als sicherste Methode kostenlos in Anspruch genommen werden", sagte Theilmeier. Angst vor einer Untersuchung müsse keiner haben. "Der Eingriff bei der Darmspiegelung dauert nur wenige Minuten und ist mit einer Beruhigungsspritze weitgehend schmerzfrei", berichtet Brenner. Die Darmspiegelung bietet zudem den Vorteil, dass sie bei einem negativen Befund erst in zehn Jahren wiederholt werden muss.

Zentrale Registrierung gefordert

Für die Zukunft wünscht sich der Vorstand Stiftung Lebensblicke nicht nur einen Anstieg bei der Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen. "Es wäre wünschenswert, wenn wir eine zentrale Registrierung und Nachverfolgung von Fällen mit positiven Befunden installieren könnten. Dazu sollte es ein persönliches Einladungs- und ein Erinnerungssystem für Risikogruppen geben", forderte Prof. Dr. Jürgen F. Riemann, Vorsitzender der Stiftung Lebensblicke - Früherkennung Darmkrebs. Im nationalen Krebsplan des Bundesgesundheitsministeriums werden dazu Vorschläge ausgearbeitet.

Präventionsbereitschaft stärken

Der Apothekerverband Nordrhein e.V. will jedenfalls weiterhin gemeinsam mit den Ärzten für mehr Präventionsbereitschaft in der Bevölkerung kämpfen. "Das Thema Vorsorge wird gerade vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft immer wichtiger", sagte Preis. "Die Heilberufe Arzt und Apotheker sind daher künftig gefordert, hier noch intensiver zu kooperieren."

Informationen auch im Internet verfügbar:

Nicht nur in teilnehmenden Arztpraxen und Apotheken in Nordrhein kann man sich informieren. Auch auf den Internetseiten der Aktionspartner steht der aktuelle Informationsflyer zum Download zur Verfügung:

www.av-nr.de
www.kvno.de
www.lebensblicke.de

Risikofaktoren für Darmkrebs:

Familiäre Veranlagung (drei von zehn Betroffenen haben ihre Erkrankung geerbt)
Schwere Entzündung der Dickdarmschleimhaut
Darmpolypen
Alkohol und Tabak
Übergewicht

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