Mittwoch, 18. Januar 2017


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Ende einer unendlichen Geschichte?

Feess bekommt erste bauaufsichtliche Zulassung von RC-Gesteinskörnungen für R-Beton

(lifePR) (Ostfildern/Scharnhauser Park, ) Manche sprachen schon von einer "unendlichen Geschichte" und glaubten nicht mehr ans happy end... Und doch: Man soll die Hoffnung nie aufgeben! Irgendwie klang das Wechselbad der Gefühle noch nach, als man im Rahmen des Parlamentarierbesuchs bei der Firma Heinrich Feess GmbH & Co. KG in Kirchheim unter Teck die bundesweit erste allgemeine bauaufsichtliche Zulassung einer rezyklierten Gesteinskörnung für Beton durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) in Berlin feiern konnte. Nicht nur Unternehmer Walter Feeß, sondern auch Ministerialdirektor Helmfried Meinel, Amtschef des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, sowie Peter Röhm (Präsident ISTE), Thomas Beißwenger (Hauptgeschäftsführer ISTE) und Dr. Bernd Susset (Geschäftsführer QRB) freuten sich über das glückliche Ende gemeinsamer Bemühungen.

Hiermit findet eine an die Odyssee erinnernde Geschichte ihr positives Ende, erläutert der Wissenschaftler Susset: "Die Anforderungen an R-Beton werden durch die Richtlinie des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStb) 'Beton nach DIN EN 206-1 und DIN 1045-2 mit rezyklierten Gesteinskörnungen (Ausgabe September 2010)' geregelt. Wesentlicher Knackpunkt im Zusammenhang mit der neuen Richtlinie ist die Tatsache, dass die Überwachung und Zertifizierung der Umwelteigenschaften der rezyklierten Gesteinskörnungen nach dieser Richtlinie seit 2011 über eine bauaufsichtliche Zulassung im Einzelfall erfolgen muss, da die bisher einschlägige DIN 4226-100 durch die europäische Norm DIN EN 12620 ersetzt wurde. Beim Ersatz der deutschen Norm durch die Europäische Norm wurde versäumt, dass in der DIN EN 12620 die umweltrelevanten Merkmale nicht geregelt sind. Außerdem hatte man im Jahr 2011 eine kurzfristige Einführung der geplanten Ersatzbaustoff-Verordnung im Rahmen der Mantelverordnung des Bundesumweltministeriums erwartet, mit der neue Umweltparameter und Methoden eingeführt werden sollten, was eine Anpassung der DIN 4226-100 bedeutet hätte.

Der Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. (ISTE) hatte bereits im Jahr 2011 das Umweltministerium Baden-Württemberg, das R-Beton politisch sehr fördert, auf dieses eher rein formale Problem aufmerksam gemacht. Zeitgleich hatte der Qualitätssicherungssystem Recycling-Baustoffe Baden-Württemberg e.V. (QRB) mit dem DIBt Möglichkeiten einer Vereinslösung, also eine Art Vereinssammelzulassung erörtert - diese ist jedoch nicht möglich. Damit führt derzeit kein Weg an einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung oder an einer Zustimmung der obersten Bauaufsicht im Einzelfall vorbei. Fakt ist, dass bis vor kurzem in der gesamten Bundesrepublik keine einzige bauaufsichtliche Zulassung für rezyklierte Gesteinskörnungen für Beton erteilt wurde. Nach unserem Erkenntnisstand lagen dem DIBt Ende 2014 insgesamt nur fünf Zulassungsanträge vor, mehrheitlich aus Baden-Württemberg. Nach der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung für eine rezyklierte Gesteinskörnung für R-Beton der Firma Feess wissen wir nun, dass sich - wie erwartet - die bauaufsichtliche Zulassung kaum vom bisherigen Verfahren nach DIN 4226-100 unterscheidet. Denn das DIBt akzeptiert weiterhin die Einhaltung der Z2-Grenzwerte nach LAGA M 20, 1997 für rezyklierte Gesteinskörnungen die in R-Beton als Zuschlagsstoff eingebunden werden. Insofern muten das Verfahren und die vielen Umwege für die gleiche unveränderte Fragestellung schon ein wenig wie eine Odyssee an."

Die Vertreter des ISTE und des QRB machten am Rande des Treffens nochmals deutlich, dass es sich sowohl beim Einsatz von rezyklierten Gesteinskörnungen in R-Beton und bei RC-Baustoffen im Infrastrukturbau um hochwertige Verwertungen handelt, insbesondere dann, wenn die Materialien nach den Standards des QRB aufbereitet und als QRB-Produkte zertifiziert sind und im geregelten Erd-, Straßen und Wegebau eingesetzt werden.

Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e.V.

In Baden-Württemberg gibt es rund 500 Unternehmen, die mineralische Rohstoffe gewinnen, weiterverarbeiten oder gebrauchte mineralische Rohstoffe recyceln. Insgesamt geschieht dies in rund 800 Werken mit 15.000 Beschäftigten. Diese Branche erwirtschaftet einen Gesamtumsatz von rund 5 Milliarden Euro pro Jahr im Land.

Pro Einwohner und Jahr müssen rund 10 Tonnen Material der Erde entnommen werden, damit Häuser, Bürogebäude, Straßen, Bahnlinien und Radwege gebaut werden können. Insgesamt werden so jährlich 100 Millionen Tonnen mineralische Rohstoffe gewonnen und benötigt. Ziemlich genau entspricht das einem Kilogramm mineralische Rohstoffe pro Einwohner und Stunde. Gebrauchte Baustoffe werden durch Baustoffrecycling im Kreislauf gehalten. So wird bereits heute ca. 90 Prozent des Bauschuttes und Straßenaufbruchs recycelt.

Der ISTE wurde bereits sechs Jahre vor dem Land Baden-Württemberg im März 1946 als "Fachverband Steine und Erden Württemberg und Baden e.V." gegründet. Seitdem hat er sich zu einem modernen, dienstleistungsorientierten Wirtschafts- und Arbeitgeberverband entwickelt.

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