Freitag, 09. Dezember 2016


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Junge Frauen stärker von Lehrvertragslösungen betroffen

(lifePR) (Siegen/Olpe, ) Über die vorzeitige Auflösung von Lehrverträgen diskutierte der Berufsbildungsausschuss der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) unter Vorsitz von IHK-Vizepräsident Christian Kocherscheidt auf seiner letzten Sitzung im Landhotel Doerr in Bad Laasphe. Die Quote sei zwar angestiegen, bewegte sich aber immer noch auf verhältnismäßig niedrigem Niveau. Klaus Gräbener, der für Berufsbildung zuständige Geschäftsführer der IHK Siegen, berichtete dem Ausschuss, dass zwischen den einzelnen Branchen erhebliche Unterschiede bestehen. Außerdem seien junge Frauen mit 10 % deutlich stärker von Vertragsauflösungen betroffen als ihre männlichen Kollegen mit 5,8 %. Insgesamt seien im vergangenen Jahr in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe 7,3 % aller Lehrverträge vorzeitig gelöst worden.

Dabei habe die Neigung leicht abgenommen, bereits während der Probzeit "das Handtuch zu werfen". Dies wäre 2009 in 21 % aller Vertragslösungen der Fall gewesen (Vorjahr: 23 %). Intensiv erörterte der Ausschuss die erhebliche sektorale Spreizung der Vertragsabbrüche. Während sich die Auflösungen bei den Banken (1,7 %) oder in der Metalltechnik (3,8 %) auf fast verschwindend niedrigem Niveau bewegen und daher kaum hinterfragt wurden, lösten die Quoten im Hotel- und Gaststättengewerbe (24 %) sowie im Einzelhandel (12 %) im Ausschuss doch Erstaunen aus, auch weil hierin die Ursache der starken Betroffenheit junger Frauen liegt.

DGB-Vorsitzender Willi Brase sah denn auch zusätzlichen Erklärungs- und Informationsbedarf: "Schlechte Arbeitszeiten oder eine niedrige Bezahlung können es ja sicherlich allein nicht sein. Wichtig wäre zu erfahren, ob hohe Abbrecher-Quoten in diesen beiden Branchen auch anderen Ortes normal sind." Karl-Otto Frank (Achenbach Buschhütten GmbH) mahnte für die Arbeitgeberseite zu einer nüchternen Beurteilung des vorgelegten Zahlenwerks: "Überwiegend im ersten Jahr der betrieblichen Lehre stellen entweder Betrieb oder Lehrling lediglich bei jedem 14. Ausbildungsvertrag fest, dass man nicht zusammen passt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger ist aus den Zahlen herauszulesen." Man solle daher auch eher von "Vertragsauflösung" als von "Ausbildungsabbruch" sprechen.

Der Ausschuss kam überein, sich im Herbst abermals intensiv mit der Fragestellung zu beschäftigen, dann allerdings auf noch breiterer statistischer Grundlage. Die IHK wurde beauftragt, bis zu diesem Zeitpunkt die eigenen Zahlen auch vor dem Hintergrund landesweiter Daten einzuordnen. Einig waren sich die in dem Ausschuss vertretenen Arbeitgeber, Lehrer und Arbeitnehmer darin, dass es für eine fundierte Aussage zur diesjährigen Lehrstellenentwicklung in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe derzeit noch zu früh sei. IHK-Vizepräsident Christian Kocherscheidt: "Etliche Indikatoren deuten zwar darauf hin, dass 2010 mit einer weiteren Reduktion der betrieblichen Ausbildungskapazitäten zu rechnen ist. Ob und wie stark das Pendel jedoch nach unten ausschlägt, kann halbwegs verlässlich erst Mitte des Jahres beurteilt werden." Daher wird der Ausschuss Ende Juni erörtern, mit welchen Instrumenten dann "gegengesteuert" werden kann.

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