Sonntag, 22. Januar 2017


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"Auslandspraktika noch verhalten genutzt"

Ausbildungs-Blitzumfrage

(lifePR) (Siegen/Olpe, ) Auslandsaufenthalte werden während der Lehrzeit bisher von Betrieben und Lehrlingen nur sehr verhalten genutzt. Den meisten Unternehmen sind weder die Möglichkeiten noch der Mehrwert von Auslandspraktika ihrer Lehrlinge hinreichend bekannt. Viele scheuen zudem den Organisationsaufwand. Rund ein Drittel der Firmen gibt fehlende Auslandskontakte als Hauptgrund dafür an, dass junge Menschen noch nicht ins Ausland geschickt wurden. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Ausbildungs-Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK), an der sich 65 Unternehmen beteiligten. Zwölf Unternehmen aus Siegen-Wittgenstein und Olpe gaben dabei an, Auszubildende oder junge Fachkräfte zu Lernzwecken ins Ausland zu entsenden. "Nach unserer Auffassung sollte dieser Anteil gesteigert werden", so IHK-Hauptgeschäftsführer Franz J. Mockenhaupt. Auslandsaufenthalte während der Erstausbildung nutzen sowohl dem Ausbildungsbetrieb als auch dem Auszubildenden. Sie fördern die Persönlichkeitsentwicklung, helfen die Sprachkenntnisse zu verbessern und erweitern nicht zuletzt auch die Einsatzmöglichkeiten der Azubis in der Ausbildung und danach.

Die Umfrage ergab, dass etwa 27 Prozent der Unternehmen wegen des angenommenen Arbeits- und Organisationsaufwands vor einer Umsetzung zurückschreckten. "Diese Befürchtung möchten wir den Unternehmen gerne nehmen", erklärt Jutta Rathmann von der IHK-Servicestelle Mobilitätsberatung: "Wir bieten sowohl bei der Anbahnung als auch bei Vermittlung und Finanzierung von Auslandskontakten umfangreiche Hilfestellung an." Nach allen bisher vorliegenden Erfahrungen profitierten von diesen Aufenthalten sowohl die Unternehmen als auch die Lehrlinge, die in den allermeisten Fällen ihre eigene Persönlichkeit weiterentwickelten.

Nur rund 29 Prozent der an der Umfrage beteiligten Unternehmen haben eigene Auslandsstandorte, etwa die Hälfte listet allerdings Sprachen auf, die im Unternehmensalltag eine wichtige Rolle spielen. Neben Englisch wurden Spanisch, Französisch, Chinesisch und Polnisch am häufigsten genannt. Aus Sicht der Kammer ist es erfreulich, dass nur wenige der an der Umfrage beteiligten Unternehmen die Hürden bei den Azubis selbst sehen: Etwa 14 Prozent bezweifeln die fachliche Eignung, nur knapp 5 Prozent die persönliche Bereitschaft für ein Auslandspraktikum. Auch die Kosten spielen für die Firmen keine Hauptrolle. Nur für rund 17 Prozent ist die Übernahme der Kosten ein wichtiger Hinderungsgrund - ein Gesichtspunkt, der darauf hindeutet, dass doch zahlreiche Firmen grundsätzlich bereit sind, sich auf Auslandspraktika in der Ausbildung einzulassen. Jutta Rathmann: "Auslandsaufenthalte lassen sich durchaus kostengünstig realisieren, auch wenn die Ausbildungsvergütung für die Zeit des Aufenthaltes weiter gezahlt werden muss. Was die Reise- und Aufenthaltskosten angeht, gibt es Möglichkeiten der Inanspruchnahme von Fördermitteln; auch hier informieren und unterstützen wir als IHK gerne."

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