Freitag, 09. Dezember 2016


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Wirtschaft erwartet konjunkturelle Abkühlung

IHK und HWK stellen erstmals gemeinsam Konjunkturbericht vor

(lifePR) (Osnabrück, ) Die IHK-Unternehmen der Region Osnabrück-Emsland erwarten in den kommenden Monaten eine deutliche Abkühlung der Konjunktur. Die Handwerkswirtschaft verzeichnet dagegen eine stagnierende Entwicklung mit positiven Tendenzen. Dies erklärten Gerd-Christian Titgemeyer, Präsident der IHK Osnabrück-Emsland, und Karl-Heinz Brünger, Präsident der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland, die jetzt erst-mals gemeinsam eine Pressekonferenz zur konjunkturellen Lage in der Region durchgeführt haben. Beide Wirtschaftsbereiche repräsentieren über 60.000 Betriebe mit rund einer viertel Million Beschäftigten.

Die Kernaussage beider Kammern lautet: Die Mehrheit der Unternehmen schätzt ihre aktuelle Lage zwar noch als gut ein, bei den Geschäftsaussichten überwiegen jedoch die pessimistischen Stimmen. "Hintergrund sind die schwächelnde Binnennachfrage, rückläufige Auftragseingänge aus dem Ausland und die anhaltend hohen Energie- und Rohstoffkosten der Betriebe", bilanziert IHK-Präsident Titgemeyer. Folge: Der Konjunkturklimaindex der IHK notiert unter dem Stand vom Jahresbeginn. Die HWK verzeichnet dagegen eine stagnierende Entwicklung mit positiven Impulsen in einigen Bereichen.

Mit Blick auf die erwartete konjunkturelle Verlangsamung nehmen die Unternehmen aus beiden Wirtschaftsbereichen auch bei ihren Personalplanungen den Fuß vom Gas. Über 70 % der Betriebe wollen ihre Beschäftigtenzahl mittelfristig konstant halten. Das seit Ende 2005 zu beobachtende Beschäftigungswachstum der Region werde daher im weiteren Jahresverlauf an Fahrt verlieren.

Die Aussichten für den privaten Konsum bleiben nach Ansicht beider Kammern wegen der hohen Energiekosten verhalten. Laut IHK rechnen 38 % der Einzelhändler mit Umsatzrückgängen, nur 4 % mit Zuwächsen. Das Verkehrsgewerbe hat sein Einschätzungen zur künftigen Geschäftslage von hohem Niveau aus zurückgenommen. Die geplante Erhöhung der LKW-Maut bedeutet für die Branche einen neuen Kostenschub.

Eine Reihe unternehmensbezogener Dienstleister wie Wirtschaftsberatungen und Ingenieurbüros konnte zuletzt steigende Auftragseingänge verbuchen. Sie sehen den kommenden Monaten optimistisch entgegen.

Stagnation auf hohem Niveau mit positiver Tendenz meldet das Handwerk. Der Geschäftsklimaindikator bleibt mit 81 Punkten gegenüber Frühjahr (80 Punkte) so gut wie unverändert. Besonders in den Bereichen gewerblicher Bedarf, Nahrung und Gesundheit verzeichnen die Handwerksbetriebe eine positive Entwicklung. Sorgenkinder sind das KfZ-Gewerbe, der Bau und die personenbezogenen Dienstleister. "Die Erwartungen für die nächsten Monate bestätigen zwar nicht unbedingt den pessimistischen Trend in der Gesamtwirtschaft, aber die Beschäftigung wird stagnieren und die Umsätze und Auftragseingänge werden insgesamt zurückgehen", prognostiziert HWK-Präsident Brünger.

Maßgeblich für die weitere Entwicklung ist nach Einschätzung beider Kammern, in welchem Umfang Deutschland von der weltweiten Finanzkrise betroffen ist. Schlechtere Finanzierungsbedingungen könnten die ohnehin nachlassende Investitionstätigkeit weiter dämpfen. Kostenentlastung durch einen geringeren Arbeitslosenbeitrag, maßvolle Tarifabschlüsse und weniger Regulierung im Arbeitsrecht stärken den Betrieben den Rücken.

Die Umfrageergebnisse können abgerufen werden unter: www.osnabrueck.ihk24.de/konjunktur bzw. www.hwk-os-el.de

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