Montag, 05. Dezember 2016


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IHKs informieren über Chemikalienpolitik (REACH) Zeit läuft Unternehmen davon!

(lifePR) (Detmold, ) 82 Tage sind es noch bis zum Stichdatum. Am 1. Dezember 2008 läuft die sechsmonatige Vorregistrierungsphase zur REACH-Verordnung der EU ab. REACH ist das umfangreichste umweltrechtliche Regelwerk aller Zeiten. In der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK) trafen sich jetzt 180 Unternehmensvertreter, um sich in einer Veranstaltung der beiden IHKs in Ostwestfalen-Lippe über ihre umfangreichen Pflichten unter REACH zu informieren.

"Das Thema ist bei den meisten Unternehmen angekommen!" findet Matthias Carl, Umweltreferent der IHK Lippe zu Detmold. Das sei auch dringend nötig: "Hersteller oder Importeure von chemischen Stoffen oder Stoffen in Zubereitungen sollten sich schleunigst vorregistrieren", so Carl. "Nur so werden sie im nächsten Jahr weiter produzieren können!" REACH betrifft damit auch alle Unternehmen in der Lieferkette. Denn nur wer intensiv mit Kunden und Lieferanten kommuniziert, kann sicherstellen, dass er auch in Zukunft beliefert werde. Deshalb sei die Kommunikation in der Lieferkette unter REACH auch eine Pflichtaufgabe für alle Industrieunternehmen.

Auch wenn es viele Zweifel gebe, empfiehlt Dr. Olaf Konzak, Rechtsanwalt aus Köln, allen Unternehmen, sich aktiv an der Kommunikation in der Lieferkette zu beteiligen, allein um der Sorgfaltspflicht Genüge zu tun. Denn wer unter REACH Stoffe verarbeite und in Verkehr bringe, die nicht vorregistriert sind, dem drohten bei Fahrlässigkeit hohe Bußgelder und bei Vorsatz bis zu zwei Jahre Haft. Viel Arbeit wartet auf die Unternehmen: "Über 1.000 Seiten umfasst allein das Verordnungswerk", betont Dr. Konzak. Dazu kämen noch gut 5.000 Seiten erläuternder Leitfäden in englischer Sprache. "Eine Zumutung für den Mittelstand!" beklagt Dr. Konzak. Bürokratieabbau sehe anders aus.

Trotz der Regelungsfülle, so Dr. Stefan Schrage, Unternehmensberater aus Münster, werde REACH fristgerecht umgesetzt und scharf kontrolliert. Dafür sorge allein schon der Wettbewerb! Schrage fordert alle Unternehmen auf, jetzt schnell zu handeln. Denn REACH sei auch eine Chance, sich gegenüber dem Wettbewerb zu positionieren. Seine Empfehlung: "Zunächst in einem Stoffinventar ermitteln, welche Stoffe, Zubereitungen, Materialien und Erzeugnissen in Produktion und Produkten verarbeitet werden und wer die Lieferanten sind." Dann müsse man die Bedeutung und Gefährlichkeit der Stoffe bewerten und die Lieferanten auf die Vorregistrierung ansprechen.

Eine aktuelle Umfrage der IHK Lippe zu Detmold bestätigt, dass es vor allem an der Kommunikation in der Lieferkette noch viel zu verbessern gibt. Zwar haben über 60 % der Unternehmen zumindest teilweise mit Kunden und Lieferanten kommuniziert, zufrieden mit den Antworten sind aber nur 37 %. Die Gründe dafür reichten von der fehlenden Verbindlichkeit der Lieferantenaussagen bis hin zur Sorge, dass man vom Kunden aus der Lieferantenlisten gestrichen werde, wenn man die "falschen" Antworten gebe, weiß Carl

REACH - Was ist das?

Etwa 100.000 chemische Stoffe sollen bis spätestens 2018 registriert und bei besonderer Gefährlichkeit zugelassen werden. Wer Stoffe in Jahresmengen > 1 Tonne herstellt oder in die EU einführt, ist registrierungspflichtig. Dies gilt auch für Erzeugnisse, die Stoffe bestimmungsgemäß freisetzen und bei Importen bei Stoffen in Zubereitungen. Für die Registrierung gelten abhängig von der in Verkehr gebrachten Menge und der Gefährlichkeit verschiedene Fristen. Diese Fristen können nur in Anspruch genommen werden, wenn die Unternehmen ihre Stoffe oder Erzeugnisse bis zum 1.12.2008 bei der Europäischen Chemikalienagentur vorregistrieren. Nach dem 1.1.2009 dürfen nur noch Stoffe von Herstellern und Importeuren in Verkehr gebracht und verarbeitet werden, die die (Vor)registrierung durchgeführt haben. Schätzungen gehen von Untersuchungskosten von bis zu 300.000 Euro je Stoff aus.

Informationen im Internet:
Fragen und Antworten: www.reach-net.com Nationale Auskunftsstelle (BAuA): www.reach-helpdesk.de Europäische Chemikalienagentur (ECHA): echa.europa.eu

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