Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Die Unternehmen in der Region stehen vor großen Herausforderungen

Weniger Nachwuchskräfte - alternde Belegschaften - Wettbewerb um die besten Köpfe

(lifePR) (Konstanz/Schopfheim, ) Die jüngsten Schätzungen des Statistischen Landesamtes zur Bevölkerungsentwicklung für die nächsten 20 Jahre sind sowohl aus volkswirtschaftlicher und kommunaler wie auch aus unternehmerischer Sicht von allergrößter Bedeutung. Die Zeiten eines stetigen Bevölkerungswachstums sind definitiv vorbei. Die Wanderungsgewinne reichen inzwischen nicht mehr aus die Bevölkerungsverluste als Folge einer bundesweit niedrigen Geburtenrate zu kompensieren. Dieser grundlegende Trend trifft in abgeschwächter Form auch für die Region Hochrhein-Bodensee zu, die seit der Wiedervereinigung überdurchschnittlich von der Binnenwanderung "Ost-West und Nord-Süd" profitiert hat. Für die heimische Wirtschaft bringt diese demografische Entwicklung neue Herausforderungen mit sich. Das Durchschnittsalter der Belegschaften in den Betrieben wird spürbar ansteigen, der Wettbewerb um qualifizierte Nachwuchskräfte spitzt sich in den nächsten Jahren zu und das "Buhlen" um die besten Köpfe wird sich aufgrund des Trends zur Abwanderung junger Fachkräfte gerade im deutsch-schweizerischen Grenzraum verschärfen.

Bevölkerungswachstum geht zu Ende

Aufgrund der hohen Wanderungsgewinne verzeichnete die Region Hochrhein-Bodensee seit den 90er-Jahren stets ein über dem Bundes- und Landestrend liegendes Bevölkerungswachstum. Alleine im Zeitraum 1995 bis 2009 betrug dieser Zuwachs über 30.000 Personen. Dieser positive Trend geht definitiv zu Ende. Spätestens ab dem Jahr 2015 setzt ein allmählicher Rückgang der Bevölkerungszahl ein, der sich bis zum Jahre 2030 auf insgesamt 18.000 Personen summieren dürfte. Dies entspricht einem Verlust von 2,7 Prozent (Baden-Württemberg 3,5 Prozent) was für sich alleine genommen nicht dramatisch erscheint. Innerhalb der Region zeichnet sich für den ländlich strukturierten Landkreis Waldshut ein überdurchschnittlicher Bevölkerungsrückgang ab (minus 4,3 Prozent). Der Landkreis Lörrach bewegt sich mit minus 3,1 Prozent im Landesdurchschnitt. Für den Landkreis Konstanz (bedeutender Hochschulstandort) gehen die Statistiker nur von einem leichten Bevölkerungsverlust (-1,4 Prozent) in den kommenden zwei Jahrzehnten aus. Gravierender als dieser Rückgang der Bevölkerungszahlen werden sich die teils fundamentalen Verschiebungen beim Altersaufbau auf viele Lebensbereiche in der Region auswirken.

Dramatischer Rückgang bei der Erwerbsbevölkerung

Die Region Hochrhein-Bodensee bleibt von den teils dramatischen Verschiebungen beim Altersaufbau nicht verschont. So wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 60 Jahren bis zum Jahr 2030 um 52.000 Personen abnehmen, was einem Rückgang von nahezu 15 Prozent entspricht. Noch schärfer sind die Einschnitte bei der jungen Wohnbevölkerung, die in nur 20 Jahren um 20 Prozent kleiner werden wird. Auf der anderen Seite wächst die Zahl der Älteren (über 60 Jahre alt) rasch weiter an, bis zum Jahre 2030 um über 60.000 Einwohner (plus 37 Prozent.

Ältere Belegschaften und weniger Nachwuchskräfte

Die Verschiebungen zwischen den einzelnen Altersklassen lassen das Durchschnittsalter der Belegschaften in den Unternehmen ansteigen. Eine besondere Herausforderung für die langfristige Personalplanung bringt jedoch vor allem der extreme Rückgang beim Nachwuchskräftepotenzial mit sich. Bereits in wenigen Jahren wird die Frage nicht mehr sein, wie man es schaffen kann, allen Ausbildungswilligen einen adäquaten Ausbildungsplatz anbieten zu können; vielmehr werden sich die Unternehmen dem Problem stellen müssen, wie sie ihr Ausbildungsplatzangebot befriedigend besetzen können.

Verschärfter Wettbewerb im deutsch-schweizerischen Grenzraum

Für die Unternehmen in der Region Hochrhein-Bodensee gilt es darüber hinaus, neben den grundlegenden demografischen Trends auch die Entwicklung der Arbeitsmärkte im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet im Auge zu behalten. Rund 36.000 deutsche Erwerbspendler, überwiegend hochqualifizierte Fachkräfte, gehen derzeit einer Arbeit in den benachbarten Schweizer Kantonen nach. Aufgrund des Fachkräftemangels in der Schweiz dürfte sich hieran in den kommenden Jahren kaum etwas ändern, denn auch die Schweiz hat ihr demografisches Problem. Ein dauerhaft schwacher Euro würde darüber hinaus eine Arbeitsaufnahme in der Schweiz für deutsche und französische Arbeitnehmer noch attraktiver machen, als dies ohnehin schon der Fall ist. Überlagert wird dieser Entwicklung von einem zweiten Trend, der wachsenden Zahl von abwanderungswilligen Fachkräften. Wie eine kürzlich vom Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung e. V. (IAW) in Tübingen publizierte Studie belegt, trifft die Abwanderung in die benachbarte Schweiz vor allem den Regierungsbezirk Freiburg.

Große Herausforderungen an die Personalplanung

Eine weitsichtige Personalplanung in den Unternehmen ist vor dem Hintergrund der anstehenden demografischen und arbeitsmarktspezifischen Entwicklungstrends mehr denn je gefordert. Im Einzelfall muss sicherlich auch Neuland beschritten werden. Beispielsweise im Rahmen der Aus- und Weiterbildungskonzepte oder mit noch flexibleren Arbeitszeitmodellen, die es erlauben, die Erwerbsquote der Frauen weiter zu erhöhen, um bislang nicht ausgeschöpfte Personalressourcen zu erschließen. Themen wie die bessere "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" oder die Einführung eines "Betrieblichen Gesundheitsmanagements" werden zukünftig stärker im Fokus der Personalplanung und Personalentwicklungsplanung stehen, als dies bislang der Fall ist. Die Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee wird dieser Entwicklung in mehrfacher Weise Rechnung tragen; beispielsweise durch neue Weiterbildungs- und Beratungsangebote. So startet die Kammer noch in diesem Jahr mit dem Aufbau eines regionalen Netzwerkes "Betriebliches Gesundheitsmanagement". Ziel dieser neuen Informationsplattform ist es, vor allem auch kleine und mittlere Unternehmen frühzeitig an diese komplexe Aufgabe heranzuführen und sie mit Rat und Tat hierbei zu unterstützen.

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