Sonntag, 04. Dezember 2016


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Ausbildung ohne Grenzen

Solland und Philips bilden gemeinsam Mechatroniker aus

(lifePR) (Aachen, ) Für Felix Collenberg (17) und Raoul Mallmann (19) geht ein Wunsch in Erfüllung: Am 1. September starteten die beiden jungen Männer mit einer dreieinhalbjährigen Ausbildung zum Mechatroniker. Das Besondere: Ihre Ausbildung findet grenzüberschreitend statt. Partner dabei sind der deutsch-niederländische Hersteller von Solarzellen Solland Solar, ansässig im Science- und Business-Park Avantis, sowie die Philips Technologie GmbH in Aachen. Nach Erhalt des Facharbeiterbriefs sollen Felix Collenberg und Raoul Mallmann als so genannte "Maintenance Technicians" in der Lage sein, hoch komplexe Maschinen zur Produktion von Solarzellen "zu warten und im Störungsfall zu reparieren", berichtet Armand Kleijnen, der als leitender Ingenieur ("Maintenance Engineer") ihr Ausbilder ist.

Philips stellt Lehrwerkstätten zur Verfügung

Für das niederländische Unternehmen Solland gibt es gute Gründe, nach deutschem Recht auszubilden: "Die duale Ausbildung in Deutschland hat gegenüber dem niederländischen Ausbildungskonzept den Vorteil, dass die Auszubildenden schon während der Ausbildung unternehmensspezifisches Wissen erlangen, das sie frühzeitig an den Betrieb bindet", sagt Norman Laschet, Personalreferent (Human Ressources Consultant) bei Solland. Die demografische Entwicklung in den westlichen Industriestaaten verschärfe den Druck, frühzeitig gut ausgebildeten Nachwuchs an das Unternehmen zu binden, so Laschet weiter.

Auch die Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK) begrüßt diese Internationalisierung der Ausbildung, zeigt sie doch, "wie der Markt in der Euregio-Maas-Rhein zusammenwächst", so Heinz Gehlen, Geschäftsführer Berufsbildung der IHK. "Außerdem ist sie ein Indiz für das hohe Ansehen der deutschen Dualen Berufsausbildung in den Niederlanden", so Gehlen weiter.

Unter rund 70 Interessenten, die sich Anfang des Jahres auf eine entsprechende Stellenanzeige von Solland bewarben, überzeugten Felix Collenberg und Raoul Mallmann in einem aufwändigen Testverfahren. Während Felix Collenberg zuvor ein einjähriges schulbegleitendes Praktikum als Zweiradmechatroniker absolviert hatte, entschied sich der in Belgien lebende Raoul Mallmann nach dem Abitur für eine zukunftsgerichtete praxisnahe Ausbildung. Beide erwarten, dass sie nach erfolgreicher Abschlussprüfung in Sachen Mechatronik "alles voll drauf haben".

Nach einer eintägigen Einführung bei Solland ging es für die beiden Auszubildenden gleich weiter - und zwar bei Philips. "Die Firma Philips unterstützt uns mit überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen, um den Anforderungen des Ausbildungsrahmenplans für Mechatroniker gerecht zu werden", sagt Laschet. Dafür verfügt Philips über zwei Lehrwerkstätten - sowohl für den Metall- als auch den Elektrobereich -, in denen die beiden jungen Männer qualifiziert werden. "Die Kooperation mit Philips ist wichtig, da wir weder die erforderlichen personellen noch räumlichen Kapazitäten für eine fundierte Ausbildung besitzen", so Laschet. Die Anbahnung der Ausbildungskooperation beider Unternehmen erfolgte über die IHK Aachen.

Mischung aus Mechanik und Elektronik

30 Wochen werden Felix Collenberg und Raoul Mallmann zunächst bei Philips ausgebildet. "Dann sind die ersten Anforderungen laut Ausbildungsplan erfüllt", sagt Martin Clermont, Ausbildungsleiter für metallorientierte Berufe in dem Traditionsunternehmen. "Anschließend überlegen wir gemeinsam, welche weiteren Schwerpunkte in der Qualifikation zu legen sind", so der Industriemeister. Denn für das Berufsbild des Mechatronikers - mit Kenntnissen in den Bereichen Mechanik und Elektronik - gibt es bei Philips keinen festgeschriebenen Ausbildungsplan. Für das Unternehmen selbst nämlich werden Industriemechaniker und Elektroniker in Reinkultur ausgebildet. "Unsere Fertigungsprozesse sind so vielfältig, dass es notwendig ist, vor Ort Spezialisten im Bereich Elektronik und Mechanik einzusetzen", verrät Martin Clermont. Derzeit befinden sich 81 Auszubildende in dem auf die Herstellung von Lichtquellen für Autoscheinwerfer spezialisierten Unternehmen. "In 51 Jahren haben wir in unseren Ausbildungswerkstätten 853 junge Menschen auf ihren Beruf vorbereitet", so der Ausbildungsleiter weiter.

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