Dienstag, 06. Dezember 2016


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Herzinfarkt durch kranke Zähne Interview mit Zahnmediziner am Rande des Presseseminars des FVDZ

(lifePR) (Berlin, ) Viele allgemeine Erkrankungen und sogar Herzinfarkte haben begleitende Krankheitssymptome oder sogar ihre Ursachen in der Mundhöhle. Oft wird vom Hausarzt nicht oder nicht rechtzeitig erkannt, dass eine Erkrankung ihren Ursprung in der Mundhöhle hat. Zahnärzte gelten als nur für die Zähne und die sie umgebenden Gewebe, sprich den Zahnhalteapparat, zuständig. Doch zwischen Erkrankungen des Zahnhalteapparates und allgemeinmedizinischen Erkrankungen bestehen vielfältige Wechselwirkungen, betont Professor Dr. James Deschner. Der Zahnmediziner klärte auf dem 35. Berliner Presseseminar des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte e.V. (FVDZ) über die Zusammenhänge von Mundhöhlenerkrankungen und Erkrankungen des Organismus auf. Marcel Kresin, Redakteur des Gesundheitsportals www.imedo.de, hat den Zahnmedizin-Experten der Poliklinik für Parodontologie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn zu diesem Thema befragt.

Welche Patientengruppe ist besonders von den Auswirkungen eines schlechten Zahnstatus auf die allgemeine Gesundheit betroffen? In der Regel sind es nicht die Zähne, sondern die den Zahn umgebenden Gewebe, das heißt der Zahnhalteapparat, der in enger Wechselwirkung mit der Allgemeingesundheit steht. Es sind also vor allem Patienten mit einer Entzündung und Schädigung des Zahnhalteapparates, einer Parodontitis - früher auch Parodontose genannt - die ein erhöhtes Risiko für Allgemeinerkrankungen, wie beispielsweise Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes mellitus und rheumatoide Arthritis, aufweisen.

In welchem Zusammenhang steht die Parodontitis mit der Entstehung von Herzerkrankungen?

Heute ist bekannt, dass Patienten mit einer Parodontitis häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt leiden. Die Assoziation zwischen Parodontitis und Herzerkrankungen wurde in vielen Studien belegt. Andererseits kann durch eine Behandlung der Parodontitis die Gefäßfunktion wieder verbessert und damit das Risiko für Herzinfarkt möglicherweise gesenkt werden.

Ist das Rollen- und Fachverständnis von Zahnärzten aus Ihrer Sicht heute noch zeitgemäß? Wohin sollte es sich nach Ihrer Auffassung entwickeln?

Aufgrund der zunehmenden Belege für die Wechselwirkungen zwischen Parodontitis und Allgemeinerkrankungen hat sich die Zahnmedizin in den vergangenen Jahren wieder stärker in Richtung Medizin fortentwickelt. Zahnärzte verstehen sich zunehmend auch als Ärzte und behandeln Patienten zusammen mit Fachexperten aus der Medizin interdisziplinär.

Haben Allgemeinärzte ein Bewusstsein dafür, dass die Ursachen für Erkrankungen in der Mundhöhle liegen können?

Über die Wechselwirkungen zwischen Parodontitis und Erkrankungen des Gesamtorganismus ist in letzter Zeit häufig und sehr umfassend in medizinischen Fachzeitschriften und auf medizinischen Fachkongressen berichtet worden, so dass auch Ärzte erfolgreich für diese Thematik sensibilisiert worden sind.

Funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Allgemeinmediziner?

Die Zusammenarbeit hat auch in der Vergangenheit funktioniert. Sie ist aber durch die neuen Erkenntnisse bezüglich der Wechselwirkungen intensiviert worden, und dies gilt sowohl für Praxen und Krankenhäuser als auch für den Bereich der Forschung und Lehre an den Universitäten.

Bei welchen Erkrankungen sollten Patienten und Hausärzte auch an den zusätzlichen Auslöser Parodontitis denken?

Parodontitis kann die Entstehung und Progression (Fortschreiten, Anm. d. Red.) zahlreicher Erkrankungen begünstigen. Dazu zählen beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und Gelenkerkrankungen.

Welche Maßnahmen zur Gesundheiterhaltung von Zahn und Zahnhalteapparat halten Sie für besonders wichtig?

Jeder sollte zweimal täglich die Zähne putzen: morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen. Einmal täglich sollte eine Säuberung der Zahnzwischenräume erfolgen. Eine professionelle Zahnreinigung ist in der Regel halbjährlich und eine zahnärztliche Kontrolluntersuchung einmal pro Jahr erforderlich. Bei Vorliegen einer Parodontitis sind eine Spezialbehandlung des Zahnhalteapparates und eine spätere Nachbetreuung notwendig.

Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte e.V. (FVDZ) lud vom 21. bis 22. Januar 2010 zum 35. Berliner Presseseminar. Der FVDZ ist im Internet zu erreichen unter http://fvdz.de/.

Die imedo-Gesundheitsnews bieten weitere interessante Artikel zum Thema Zahngesundheit, beispielsweise "Zahnimplantate: künstliche Zahnwurzeln" (http://gesundheitsnews.imedo.de/news/1015188-zahnimplantate-kunstliche-zahnwurzeln).

In der Gruppe "Zahnheilkunde, Kieferchirurgie und Implantate" der imedo-Gesundheitscommunity können Interessierte Ihre Fragen zur Zahngesundheit direkt an die Expertin Dr. med. dent. Regina Schindjalova richten.(http://www.imedo.de/group/overview/index/1529-zahnheilkunde-kieferchirurgie-und-zahnimplantolog)

imedo ruft alle Menschen auf, die Zahnarztpraxis Ihres Vertrauens zu wählen. Nähere Informationen zur Wahl der besten Zahnarztpraxis Deutschlands gibt es in den Gesundheitsnews (http://gesundheitsnews.imedo.de/news/1015436-beste-zahnarztpraxis-deutschlands-gesucht).

imedo GmbH

imedo.de ist das richtungweisende Internet-Gesundheitsportal mit der bekanntesten Gesundheitscommunity in Deutschland. imedo.de handelt nach dem Motto "Gemeinsam gesund - wir helfen Menschen". imedo.de ist das Web 2.0-Gesundheitsportal.

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