Mittwoch, 07. Dezember 2016


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Das Auge aus dem All

Personenortung mit GPS

(lifePR) (München, ) Handy-Ortung, vom Detektiv angebrachte Peilsender unter dem Auto oder die elektronische Fußfessel für Freigänger aus dem Gefängnis sind wohl die bekanntesten Anwendungen der Personenortung per GPS (Globales Positionierungssystem).

Doch die Möglichkeit, durch Überwachung aus dem All eine genaue Standortlokalisierung vorzunehmen, ist längst im beruflichen und privaten Alltag angekommen. Die Ortung über die 24 vom US-Verteidigungs-ministerium betriebenen Navstar-GPS-Satelliten unterstüzt heute vor allem Menschen, die sich nicht allein orientieren können. So gibt es speziell für Kinder oder Demenzpatienten Handys und Armbänder, die im Notfall angefunkt werden können und als Antwort die Positionsdaten der vermissten Person per Mobilfunk zurücksenden. Dies ermöglicht anschließend eine zielgerichtete Suche in einem relativ kleinen Radius um den zuletzt ermittelten Aufenthaltsort der Person.

Suche nach dem Unfallort

Auch für selbstausgelöste Hilferufe ist die Information, wo sich ein Mensch aufhält, oft lebenswichtig. Kann ein Verletzter nach einem Autounfall die Polizei rufen, weiß aber nicht genau, auf welcher Landstraße oder in welcher Ortschaft er sich befindet, kostet die Suche nach dem Unfallort den Notarzt kostbare Zeit. Ortungshandys, Telematiklösungen für Berufsfahrer und lokalisierbare Notruf-Geräte sollen diesen Unsicherheitsfaktor beheben. Auf Knopfdruck wird dann eine Notfallmeldung zusammen mit den geografischen Koordinaten des Hilfsbedürftigen an eine Leitstelle, eine Zentrale, an die Polizei oder an andere vorprogrammierte Empfänger abgesetzt.

Unsichtbare Geo-Zäune

Für Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten gibt es die zusätzliche Option, anhand der Längen- und Breitengrade des eigenen Grundstücks ein Areal festzulegen, in dem sich eine Person mit ihrem Funksender frei bewegen darf. Sobald dieser virtuelle Zaun überschritten wird, schlägt das System Alarm und sendet eine Warnmeldung an einen zuvor definierten Empfängerkreis. In einer Kartendarstellung kann sich das Krankenhaus anhand der mit dem Alarm gesendeten Koordinaten zeigen lassen, an welcher Stelle der Patient das Gelände verlassen hat.

Diese Funktion kann auch in der Industrie genutzt werden: Über das so genannte Geofencing verhindert das Satellitenortungssystem beispielsweise, dass Mitarbeiter einer Baustelle ihren Arbeitsplatz - unter Umständen mit teurem Arbeitsgerät oder Arbeitsmaterial im Gepäck - unerlaubt verlassen.

Schnelle Hilfe durch Kollegen

Eine Ortung der Mitarbeiter bietet jedoch auch den Trägern des Warngerätes selbst ein Plus an Sicherheit: So kann bei Wächterkontroll- oder Personennotrufsystemen anhand der GPS-Route oder der Positionsbestimmung auf Abruf ein verunfallter oder überfallener Mitarbeiter schnell gefunden werden. Falls sich der Träger des Notfallmelders nicht mehr bewegt oder zu stark von der zuvor festgelegten Route abweicht, löst eine Totmannschaltung oder eine zuvor programmierte, ereignisbezogene Wenn-Dann-Funktion einen automatischen Alarm aus.

Wachdiensten gibt die Ortungsfunktion zudem die Möglichkeit, gezielt die jeweils am nächsten positionierten Kollegen zu Hilfe zu rufen. Diese Funktion bietet sowohl Revierstreifdiensten als auch Werttransport-Begleitern mehr Sicherheit.

Ortung nur mit Zustimmung

Bei der Ortung über das Globale Positionierungssystem ist allerdings zu beachten, dass eine Standortbestimmung einer Person über ihr Handy der schriftlichen Zustimmung des Inhabers bedarf. Hier greift das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung, das nur durch polizeiliche Ermittlungen in besonderen Fällen außer Kraft gesetzt werden darf. Daneben haben nur noch Notdienste die Möglichkeit, eine legale Ortung vorzunehmen. Privatpersonen und Unternehmen ist es nach dem Telekommunikationsgesetz hingegen verboten, Dritte ohne deren Wissen zu lokalisieren.

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