Freitag, 09. Dezember 2016


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HDV sieht eine Million Arbeitsplätze gefährdet

(lifePR) (Bad Honnef, ) Sollte der Bundesrat die im Wachstumsbeschleunigungsgesetz enthaltene Reduktion des Mehrwertsteuersatzes für die Hotellerie auf sieben Prozent nicht ratifizieren, droht der deutschen Hotelbranche nach Ansicht der Deutschen Hoteldirektorenvereinigung eine existenzielle Krise.

"Wenn die Länderchefs am 18. Dezember über das Wachstumsbeschleunigungsgesetz abstimmen, geht es auch um die Zukunft von rund einer Million Arbeits- und nochmals 100.000 Ausbildungsplätzen in der deutschen Hotellerie", erklärt Alexander Aisenbrey, Vorsitzender der Deutschen Hoteldirektorenvereinigung e.V. (HDV). Nach der klaren Mehrheit des Bundestages für den sieben prozentigen Mehrwertsteuersatz auf Beherbergungsleistungen Anfang Dezember müsse deshalb auch der Bundesrat sein Placet geben. Denn die deutsche Hotelbranche sei durch die schlechte Ertragslage, unfaire Wettbewerbsbedingungen und den jahrelangen Investitionsstau bereits so stark angeschlagen, dass ohnehin jährlich rund 2.000 Hotels vom Markt verschwänden. Die Lage sei nun noch prekärer, da in den letzten Jahren die meisten EU-Nachbarstaaten ihre Umsatzsteuer für die Hotellerie teilweise erheblich gesenkt haben. Während deutsche Hoteliers mit 19 Prozent Umsatzsteuer klarkommen müssten, könnten beispielsweise ihre Kollegen jenseits der Grenze in Österreich oder Frankreich mit 10 bzw. lediglich 5,5 Prozent kalkulieren. "Diese verschärfte Situation im internationalen Wettbewerb ist unumkehrbar. Das im Wahlkampf versprochene Inkrafttreten der Sieben-Prozent-Mehrwertsteuer ist für uns deshalb eine existenzielle Frage", so Aisenbrey. Insbesondere die kleinen Häuser seien auf Unterstützung angewiesen. Gerade in ländlichen, strukturschwachen Regionen zählten Hotellerie und Gastgewerbe oftmals zu den Schlüsselbranchen.

Drohende Schwächung der lokalen Wirtschaft

"Die Länderchefs sollten gut abwägen, ob sie eine Schwächung durch das Wegbrechen des Hotelgewerbes wirtschaftlich verantworten können", so Aisenbrey hinsichtlich der Folgen, die das Festhalten an der 19-Prozent-Besteuerung seiner Ansicht nach mit sich bringen würde. Zudem hätten Branchenumfragen belegt, dass die durch die Steuerersparnis frei werdenden Gelder sofort reinvestiert würden. Das käme insbesondere der lokalen Wirtschaft zugute. "Wir verlangen keine Finanzspritzen, sondern lediglich faire Wettbewerbsbedingungen", unterstreicht er. Eine Lobby wie sie die Automobilbranche, der Gesundheitssektor oder der Bergbau in Berlin besitze, gäbe es für die Hotellerie nicht - und insofern auch bislang keine Unterstützung oder Entlastung von staatlicher Seite. Die Branchenlandschaft der Hotellerie sei heterogen, stark fragmentiert und insbesondere von Familienbetrieben und Einzelfirmen geprägt. "Genau das macht aber die Attraktivität und den Charme unserer Hotels aus. Die Politik entscheidet nun über das zukünftige Gesicht unserer Branche."

Hoteldirektorenvereinigung Deutschland e.V.

Die 1981 gegründete Hoteldirektorenvereinigung Deutschland e.V. (HDV) bündelt die fachlichen Kompetenzen führender Hoteliers. Derzeit engagieren sich 139 ordentliche Mitglieder und 46 Fördermitglieder aus allen relevanten Sparten der Zulieferindustrien. Der geschätzte Jahresnettoumsatz der ordentlichen Mitglieder beläuft sich auf deutlich mehr als 2 Mrd. Euro, die in rund 350 Häusern mit mehr als 40.000 Zimmern und etwa 20.000 Mitarbeitern erwirtschaftet werden. Die Vereinigung mit Sitz in Bad Honnef dient als Interessenvertretung und Dialogplattform der deutschen Top-Hotellerie. Die HDV versteht sich als parteipolitisch und konfessionell neutral. Zu den Aufgaben gehören auch die Aus- und Weiterbildung sowie die Förderung des fachwissenschaftlichen Nachwuchses. So lobt der Verband jährlich den anspruchsvollen Wettbewerb "HDV- Wissenschaftspreis Hotellerie" aus. Neue ordentliche HDV-Mitglieder müssen in der Regel im Minimum mehr als 2 Mio. Euro Nettoumsatz, drei Sterne sowie mehr als 100 Zimmer nachweisen können.

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