Samstag, 03. Dezember 2016


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Keine Turnschuhe, keine Funktionskleidung, kein Rucksack...

GenerationenHochschule zeigt die Anfänge des Harztourismus

(lifePR) (Wernigerode, ) Wer in Wernigerode und Umgebung wohnt, erlebt selten eine Woche ohne Touristen zu Gesicht zu bekommen. Am 1. Dezember 2009 erfuhren die Besucher der GenerationenHochschule in der Vorlesung zum Jahresausklang, wie es eigentlich dazu kam, dass der Harz ein so beliebtes Reiseziel wurde. Im voll besetzten AudiMax der Hochschule Harz referierte Dr. phil. Uwe Lagatz "Von Brockenpilgrimmen und Sommerfrischlern - Die Anfänge des Tourismus im Harz".

Dass die Menschen bereits vor 400 Jahren gerne reisten, zeigte der Referent gleich zu Beginn. Der erste kartographische Beleg für den Harz und die Stadt Wernigerode stammt aus dem 16. Jahrhundert. Besiedelt wurde die Region auf Grund von Erz-Vorkommen, lange war sie nur für den Bergbau bekannt. Mitte des 18. Jahrhunderts jedoch begann der Gebirgstourismus. Belegbar ist dies anhand von Kupferstichen, auf denen immer wieder kleine Personengruppen, so genannte "Curiöse" erkennbar sind - heute würden wir sie "frühe Touristen" nennen. Die aktuelle atmungsaktive High-Tech-Kleidung gab es damals nicht - man reiste eher unpraktisch. Was heute Bus, Auto und Fahrrad sind, waren früher Kutsche, Maultier oder die eigenen Füße. Auf Grund der rasant anwachsenden Beliebtheit von Brockenbesteigungen wurde 1736 das Wolkenhäuschen als Schutz und Unterkunft errichtet. Rund 60 Jahre später entstand bereits das Wirtshaus. Dass diese Unterkünfte nicht immer die bequemsten waren, offenbarte Dr. Uwe Lagatz durch seinen "Insider" - einen Reisetagebuchschreiber - mit dem Hinweis, "sich die Situation nicht nur bildlich vorzustellen, sondern sie auch zu riechen, die nasse Kleidung, den Pfeifenrauch und sonstige Ausdünstungen dicht gedrängter Menschen".

Die Zeit der Industrialisierung brachte schließlich den endgültigen Durchbruch des Harztourismus. Gestresste Großstädter verweilten am Harzrand monatelang in edlen Sommerresidenzen. Verschönerungsvereine bildeten sich und bauten im Harz touristische Infrastrukturen auf. Der 1886 gegründete Harzklub legte Wege an, beschilderte sie und machte somit einige Sehenswürdigkeiten erst zugänglich. Später entdeckten dann Sportinteressierte den Skilauf und St. Andreasberg, Schierke sowie Braunlage entwickelten sich zu Winterfrischen. Auch heute ist der Harz eine beliebte Reise-Region, Dr. Uwe Lagatz verdeutlichte, dass dieser Erfolg auch auf vergangenen Leistungen beruht und dass sich selbst vor über 100 Jahren schon gute Marketingideen durchsetzten. Wie es weitergeht bleibt freilich spannend, den Trend zum Nacktwandern will Dr. Lagatz nicht mitmachen, er hat vor, im nächsten Jahr eine ganz ursprüngliche Harzwanderung wie vor 200 Jahren durchzuführen.

Die nächste GenerationenHochschule findet am 12. Januar 2010 zwischen 17 bis 19 Uhr im AudiMax auf dem Wernigeröder Hochschulcampus statt. Dr. med. Matthias Bosse, Prof. Dr. med. Wolfgang Giebel, Dr. med. Jürgen Metker und Dr. med. Olrik Rau erläutern dabei die Chancen und Grenzen komplementärer Tumortherapie. Für eine Teilnahme an den Veranstaltungen der GenerationenHochschule ist eine Registrierung zu jeder einzelnen Vorlesung unter www.generationenhochschule.de nötig.

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