Freitag, 09. Dezember 2016


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Regine Müller-Waldeck erhält den mit 5.000 Euro dotierten Kunstpreis der Dresdner Bank, den Ars Lipsiensis 2008

Den Anerkennungspreis erhält Till Gathmann

(lifePR) (Leipzig, ) Am heutigen Abend gibt Christian Prager, Direktor der Dresdner Bank Leipzig, die Preisträgerin/den Preisträger des renommierten Kunstpreises Ars Lipsiensis 2008 bekannt. Dieser Preis würdigt herausragende Meisterschülerarbeiten an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Der Hauptpreis ist mit 5.000 Euro dotiert, ein zusätzlicher Anerkennungspreis mit 1.000 Euro. Im Rahmen der feierlichen Vergabe der Meisterschülerurkunden findet diese Ehrung zum 16. Mal in Folge statt und hat damit einen festen Platz innerhalb der sächsischen Kunstförderung.

Die Dresdner Bank möchte mit diesem Engagement die künstlerische Entwicklung von besonders begabten Studierenden der HGB beim Übergang in die freiberufliche Existenz fördern. Insgesamt hatten sich in diesem Jahr 25 Meisterschüler/innen um diese Anerkennung beworben. Mitglieder der Jury waren: Prof. Dr. Beatrice von Bismarck (HGB), Christian Prager (Direktor und Mitglied der Geschäftsleitung Dresdner Bank AG Leipzig), Maximilian Schürmann (Direktor und Mitglied der Geschäftsleitung Dresdner Bank AG Leipzig), Dr. Meinhard Michael (Kunstkritiker) und Matthias Graf (Kulturamt Leipzig).

Regine Müller-Waldeck

Regine Müller-Waldeck wurde 1975 in Greifswald geboren und studierte zunächst von 1996 bis 2001 Medienkunst an der HGB, engagierte sich während dieser Zeit insbesondere in interdisziplinären Hochschulprojekten, wie z.B. dem öffentlichkeitsorientierten /D/O/C/K Projektbereich, und wechselte dann in die Klasse für Bildende Kunst von Prof. Astrid Klein, um sich vornehmlich mit bildhauerischer und installativer Arbeit auseinander zu setzen. Ihr Arbeitsansatz blieb in all den Jahren medienübergreifend. Von 2005 bis 2007 war sie Mitglied der Produzentengalerie Amerika, Berlin. Regine Müller-Waldeck erhielt bereits mehrfach Auszeichnungen: 2005 das Sachsen LB Stipendium für Diplomand/innen, 2006 ein Meisterschülerinnenstipendium des Freistaates Sachsen und 2007 ein Arbeitsstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Seit 1998 nahm sie an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teil und war 2006 u.a. mit einer Einzelausstellung in der GfZK Leipzig vertreten.

Den Ars Lipsiensis 2008 erhält Regine Müller-Waldeck für ihre Auseinandersetzung mit dem suburbanen Raum als psychosozialem Konstrukt, bezogen sowohl auf von Zerrüttung in Kultur und Gemeinwesen betroffene Gebiete und verödende Räume, als auch auf eine persönliche Gedankenwelt im Moment des Kippens kurz nach der Diagnose der Aussichtslosigkeit. Wesentlich und entscheidend ist in der Realisierung ihrer Arbeiten die Wahl der Materialien, d.h. speziell die Assoziationskraft einzelner Stoffe wie beispielsweise Paraffin und harzgetränkter Textilien. So setzt die Künstlerin Paraffin dank seiner Ambivalenz zu organischer Lebendigkeit als ein bewusstes Medium des Unheimlichen ein. Textilien, z.B. zerschnittene Plisseeröcke, bewirken Assoziationen des Körperlichen und der Zivilgesellschaft. Das in bisherigen Arbeiten angerissene Thema "Interim und Monument" wird um das Thema "Verschanzen" ergänzt und soll die Emotionalität und die Mittel menschlichen Zusammenlebens in existentiell gefährdeter Umgebung untersuchen. Die konkreten politischen Zusammenhänge und Daten treten dabei hinter die wiederkehrenden Äußerungen sozialer Bedrohung zurück.

In den gezeigten Installationen treten Materialien, insbesondere Metall, als ebenso beständiges und unnachgiebiges wie unter großem Energieaufwand formbares Material, aber auch Holz, vor allem in Form vorgefertigter und vorgefundener Teile, hinzu.

Till Gathmann

Till Gathmann wurde 1977 in Paderborn geboren und begann sein Studium an der Leipziger Kunsthochschule 1999 im Studiengang Buchkunst/Grafik-Design. Von 2001 bis 2005 studierte er in der Klasse für Typografie unter der Leitung von Prof. Günter Karl Bose und absolvierte auch hier nach dem Diplom seine Meisterschülerzeit. Im Jahr 2007 war Till Gathmann - schon im Hinblick auf seine Abschlussarbeit - zu Rechercheaufenthalten in Wien, London und New York unterwegs. Seine Meisterschülerprüfung legte er bereits im März 2008 ab, so dass er im Sommersemester 2008 die Vertretung von Professor Rayan Abdullah, Prof. für Typografie im Grundstudium an der HGB, übernehmen konnte. Als Buchgestalter hat Till Gathmann seit 2001 zahlreiche Kataloge und Künstlerbücher realisiert. Eine wichtige Rolle spielte dabei auch sein Anteil an der theoretischen Auseinandersetzung in diesen unterschiedlichen Projekten. In diesem Zusammenhang arbeitete er u.a. mit Olaf Nicolai, Ricarda Roggan, Peggy Buth und Clemens von Wedemeyer zusammen. Seit 2002 organisiert er die Veranstaltungsreihe "Soir Critique" mit.

Für seine Installation "Kallir" erhält Till Gathmann den Ars Lipsiensis Anerkennungspreis 2008. Die Installation "Kallir" ist Produkt seiner Recherche über das Leben des Laienschriftforschers Alfred Kallir. Der 1899 in Wien geborene Kallir, der als Emigrant den 2. Weltkrieg in London erlebte, wurde durch Winston Churchills berühmte Geste inspiriert, sich mit Ursprung und Wirkung des Buchstabens "V" zu beschäftigen. Auf verschiedene Art und Weise versuchen die einzelnen Objekte der Installation die Fakten, Vermutungen, Erzählperspektiven und den geschichtlichen Kontext zur Darstellung zu bringen. Kernstück der Installation ist ein im Stile klassischer Fernsehinterviews der sechziger Jahre gedrehtes "Interview" mit Alfred Kallir über sein Leben und den Buchstaben "V". Der Dialog setzt sich aus Archivmaterial und Zitaten aus Kallirs Publikationen zusammen und wird von zwei Schauspielern gelesen.

Sowohl die Arbeit von Regine Müller-Waldeck wie auch die von Till Gathmann ist in der Ausstellung der Meisterschülerarbeiten (02.10 - 30.10.2008) zu sehen.

Bildmaterial ist erhältlich unter: www.hgb-leipzig.de/presse .

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