Freitag, 09. Dezember 2016


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Neuer Typ von Immunzellen zur Entzündungsregulierung bei chronischen Krankheitsbildern entdeckt: Th22-Zellen als Meilenstein immunologischer Forschung

(lifePR) (Neuherberg, ) Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München und des Zentrums für Allergie und Umwelt der Technischen Universität München haben eine neue Art von Immunzellen entdeckt. Die Th22-Zellen können den Körper vor Entzündungen schützen und die Wundheilung unterstützen.

In der gestern erschienenen online-Ausgabe des Fachmagazins Journal of Clinical Investigation stellen Dr. Stefanie Eyerich und Dr. Kilian Eyerich zusammen mit ihren Kollegen vom Imperial College London und dem Istituto Dermopatico dell'Immacolata in Rom ihre Entdeckung vor. Sie ist ein Meilenstein auf dem Weg zu neuen Behandlungsmethoden für entzündliche Hautkrankheiten wie Schuppenflechte (Psoriasis) und allergische Reaktionen sowie möglicherweise allergische Atemswegserkrankungen wie Asthma.

Die neu entdeckten Th22-Zellen sind eine bisher unbekannte Untergruppe von T-Helferzellen. T-Helferzellen sind weiße Blutkörperchen, die dazu beitragen, andere Immunzellen zu aktivieren, wenn der Körper von Viren oder Bakterien befallen wird. Gleichzeitig helfen sie, eigenes Gewebe zu tolerieren, Entzündungen zu verhindern oder diese einzudämmen.

Die Forscher vom Helmholtz Zentrum München und dem ZAUM - Zentrum für Allergie und Umwelt der Technischen Universität München entdeckten zusammen mit ihren Kollegen aus London und Rom die Th22-Zellen bei der Analyse von Hautproben von Patienten mit Psoriasis, atopischem Ekzem und allergischer Kontakt-Dermatitis. "Bei der Gewebeuntersuchung fielen uns T-Zellen auf, die primär durch das Signalmolekül Interleukin-22 (IL-22) charakterisiert sind", erklärt die Erstautorin der Studie Dr. Stefanie Eyerich. Th22-Zellen können zur Wundheilung beitragen. Gleichzeitig warnen sie unsere Hautzellen vor Umweltgefahren und regen diese dazu an, sich selbst zu schützen. Sie können zudem helfen, die Barriere der Haut und möglicherweise auch der Lunge zu stärken, indem sie Zellen anregen, mehr Kollagen zu produzieren.

Dr. Carsten Schmidt-Weber vom Imperial College London und Koordinator der Studie sagt: "Chronische Krankheitsbilder wie Haut- und Atemwegserkrankungen nehmen stetig zu. Ursachen dafür sind neben genetischer Veranlagung höhere Hygienestandards und moderne Ernährungsgewohnheiten. Erkrankungen wie Psoriasis können einen starken Einfluss auf den Alltag der Patienten haben, da sie oft langwierige Hautpflegemaßnahmen befolgen müssen.

"Wir halten die Entdeckung der Th22-Zellen für einen Meilenstein in der Immunologie, der einen neuen Ausgangspunkt für die künftige Behandlung von chronischen Entzündungserkrankungen wie Ekzeme, Sklerodermie, Asthma oder COPD bietet", erklärt Prof. Heidrun Behrendt, Leiterin des ZAUM und der gemeinsamen Klinischen Kooperationsgruppe von Helmholtz Zentrum München und TU München.

Die Münchener Forscher und ihre Kollegen untersuchen die Entstehung der Th22-Zellen und erforschen Th22-spezifische Gene, die zur Entwicklung, selektiver und effektiver Therapien für Patienten mit chronischen Haut- und Atemwegserkrankungen beitragen sollen. Wie andere T-Helferzellen gehören Th22- Zellen zu einem Teil des Immunsystems, das schädliche Pathogene auch nach langer Zeit wieder erkennen kann. Dies bedeutet, dass jegliche Behandlung, die auf diese Zellen abzielt, einen potentiellen Langzeitwirkungseffekt hat.

Helmholtz Zentrum MünchenDeutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH)

Das Helmholtz Zentrum München ist das deutsche Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Als führendes Zentrum mit der Ausrichtung auf Environmental Health erforscht es chronische und komplexe Krankheiten, die aus dem Zusammenwirken von Umweltfaktoren und individueller genetischer Disposition entstehen. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens auf einem 50 Hektar großen Forschungscampus. Das Helmholtz Zentrum München gehört der größten deutschen Wissenschaftsorganisation, der Helmholtz-Gemeinschaft an, in der sich 16 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit insgesamt 26500 Beschäftigten zusammengeschlossen haben.

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