Samstag, 03. Dezember 2016


AFRICAN SCREENS präsentiert neue afrikanische Filmlandschaften

(lifePR) (Berlin, ) Das Haus der Kulturen der Welt bietet vom 9. Oktober bis 9. November mit dem Filmfestival AFRICAN SCREENS einen Überblick über das zeitgenössische afrikanische Kino mit über 40 Spielfilmen, Dokumentationen und Kurzfilmen. Die Festival-Eröffnung am 9. Oktober wird in Anwesenheit von Bundespräsident Horst Köhler gefeiert. Es moderiert die deutsche Filmemacherin Mo Asumang. Manthia Diawara, Professor für Vergleichende Literaturwissenschaften und Direktor des Instituts für Africana Studies an der NYU, zeichnet für die Kuration der ersten vier Veranstaltungswochenenden verantwortlich. Begleitend zum Filmprogramm gibt es Panels, Vorträge und Gespräche mit Filmemachern. Das fünfte und somit finale Wochenende widmet sich der letzten Ausgabe des publikumsstärksten Festivals der Welt, dem FESPACO und findet in Kooperation mit AFRIKAMERA 2008, einer Initiative des Vereins toucouleur e.V., statt.

Filme spielen gegenwärtig in Afrika die Rolle, die früher der Literatur, den Büchern von Wole Soyinka und anderen zukam. Nach den Utopien der Unabhängigkeit entwerfen die Regisseure heute Szenarien zwischen globalisiertem Alltag und postkolonialen Zukunftsfragen. Was die politisch korrekte Sicht der großen europäischen Festivals und Verleiher nicht erfassen kann, zeigt diese von Manthia Diawara kuratierte Filmreihe: ein Kino voller Kontraste, die besten Produktionen aus den divergierenden Entwicklungslinien, die den afrikanischen Film der Gegenwart bestimmen.

Das erste Festival-Wochenende thematisiert die postkoloniale Ästhetik, die sich von den alten Ideologien löst und das moderne Afrika reflektiert. Neben der Berlin-Premiere des Filmes CLOUDS OVER CONAKRY von Cheick Fantamady Camara, werden zwei von Manthia Diawara moderierte Panels stattfinden, bei denen insgesamt 12 Regisseure, u. a. John Akomfrah und Zola Maseko, und hochrangige Vertreter aus der Filmförderung über Inhalte und Produktionsbedingungen diskutieren. Außerdem wird der Film LES SAIGNANTES des kamerunischen Regisseurs Jean-Pierre Bekolo zu sehen sein, dem der Ruf vorauseilt, Afrikas Tarantino zu sein. Es ist einer der ersten Science- Fiction Politthriller Afrikas. Auch der nigerianische Regisseur des Films EZRA, Newton Aduaka, der für dieses Werk die höchste Auszeichnung des FESPACO, den Filmpreis in Gold, erhielt, wird seinen Film im Haus der Kulturen der Welt diskutieren. "Afrika unter dem Mikroskop" stellt am zweiten Wochenende die Suche nach neuen Utopien in den Mittelpunkt. Dabei werden mit Werken wie BAMAKO und DARATT einige Filme von bereits bekannten Regisseuren gezeigt, in denen die vom Westen erzwungenen Veränderungen als eigentliche Ursachen der Probleme Afrikas erscheinen. Hinzu kommen brandneue Dokumentationen von jungen Filmemacherinnen. Am dritten Wochenende, das sich mit dem Thema der "Négritude" auseinandersetzt, werden zusätzlich zu einigen Klassikern des afrikanischen Films, darunter z.B. Werke von Ousmane Sembène, dem "Vater des afrikanischen Kinos", auch die Anfänge und Pioniere des zeitgenössischen Kinos vorgestellt. Einen Blick auf das Kino Südafrikas gewährt das vierte Wochenende und präsentiert unter dem Namen "Nollywood" bekannt gewordene Klassiker der nigerianischen Videoproduktion, die trotz einfachster Technik und geringem Budget einen riesigen Erfolg weit über das eigene nigerianische Publikum hinaus feiern. Im November steht mit AFRIKAMERA 2008 ein "Best of FESPACO 07" auf dem Programm. Unter dem Motto "Migrating Identities" werden acht wichtige Produktionen zu kultureller Identität und Migration gezeigt, darunter AFRICA PARADIS von Sylvestre Amoussou als Berlin-Premiere. Ein Panel thematisiert Potentiale und Perspektiven des aktuellen Kinos aus Afrika als "Kino der doppelten Kulturen".

Der Kurator Manthia Diawara über das Filmfestival im Haus der Kulturen der Welt: "Wir wollen die Plattform des HKW nutzen, um zu einer kohärenten Theorie der Ziele und Absichten des neuen afrikanischen Films zu gelangen. Denn nach allem, was durch den Aufbau neuer Strukturen der Film- und Videoproduktionen in Südafrika und Nigeria in den letzten 20 Jahren möglich geworden ist, kann man durchaus von einem Paradigmenwechsel im afrikanischen Film sprechen."

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