Dienstag, 06. Dezember 2016


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Restaurator im Maurer- und Betonbauerhandwerk

Bei der HwK Koblenz erworbene Zusatzqualifikation trägt bereits Früchte

(lifePR) (Koblenz/Herrstein, ) Fünf Maurer und Betonbauer aus Rheinland-Pfalz und dem benachbarten Hessen haben ihre Prüfung zum Restaurator im Maurer- und Betonbauerhandwerk bei der Handwerkskammer Koblenz erfolgreich abgelegt. Neun Monate lang sind die frisch gebackenen Restauratoren im Handwerk in regelmäßigen Abständen nach Herrstein gekommen und haben sich im HwK-Zentrum für Restaurierung und Denkmalpflege für die Arbeit in der Altbausanierung und Denkmalpflege weiterqualifiziert. Zwei von ihnen haben parallel zu der Fortbildung und ebenfalls in Herrstein den dreiwöchigen Lehrgang zur Fachkraft im Lehmbau besucht und als Klassenbeste erfolgreich bestanden.

Einer der beiden ist der Maurer- und Betonbauermeister Jan Alois Dietrich aus Pfalzfeld, der sich nach den Fortbildungen selbstständig machte und die erworbenen Qualifikationen für eine berufliche Spezialisierung nutzt. "Beide Fortbildungen bieten eine gute Mischung aus Theorie und Praxis. Der Restaurator unterscheidet sich insofern von dem klassischen Berufsbild des Maurermeisters, weil er mit Architekten, Kunsthistorikern und Denkmalpflegern auf gleicher Augenhöhe kommuniziert. Zugleich muss er den Bauherren mit den richtigen Argumenten davon überzeugen können, dass es sich lohnt, historische Bausubstanz zu erhalten und durchaus auch alte Techniken wieder einzusetzen. Bei der Fortbildung zur Fachkraft im Lehmbau wurden uns die sehr positiven baubiologischen Eigenschaften des Materials Lehm vermittelt. An einem historischen HwK-Gebäude konnten wir das in den Lehrgängen erworbene Wissen umsetzen", so das Fazit des Restaurators.

Zwei Fortbildungsabschlüsse hat Markus Matheis in Herrstein erworben. Neben dem Titel des Restaurators im Handwerk auch die Qualifikation zur Fachkraft im Lehmbau zu erlangen, erwies sich für ihn als eine sehr gute Entscheidung. "Allein durch die gute Vernetzung von Firmenverteilern habe ich schon vier Aufträge im Bereich des Lehmbaus bekommen", stellt der Besitzer eines Fachbetriebes für Lehmbau und Restaurierung aus Heiligenmoschel zuversichtlich fest. "Renommierte Bauvorhaben beweisen, dass Lehm mehr ist als nur die Füllung einer Fachwerkwand. Den Kunden wird zunehmend bewusst: Das Material ist vielfältig einsetzbar, in hohem Maße umweltfreundlich und gesundheitlich absolut unbedenklich", betont er. Zusammen mit den Kenntnissen, die er während der Restauratorenfortbildung erlangt hat, kann Matheis auf ein breites Wissensspektrum zurückgreifen und sich entsprechend auf dem Markt positionieren.

Christian Kleebolte führt seit vier Jahren ein eigenes Bauunternehmen in Flörsheim am Main. Bereits während des laufenden Lehrgangs konnte er die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten in der Praxis anwenden. "Gerade das Wissen um historische Techniken und der Umgang mit der Originalsubstanz zeichnet einen Restaurator gegenüber anderen Maurermeistern aus. Ich bin zum Beispiel ganz begeistert von der Technik des Heißkalks. Eine sehr alte, wiederbelebte Kalkverarbeitungsmethode, die wir immer häufiger anwenden", freut sich der Chef von drei Mitarbeitern. "Heißkalk ist vielfältig einsetzbar, vom Estrichmörtel bis hin zum Reparaturmörtel und hat viele Vorteile, die ein herkömmlicher Werktrockenmörtel nicht aufweisen kann."

Der Maurer- und Betonbauermeister Sven Leinen ist Mitarbeiter der Handwerkskammer Koblenz und möchte mit der erworbenen Zusatzqualifikation als Restaurator im Handwerk auch seine Einsatzmöglichkeiten innerhalb der Kammer erweitern: "In der normalen Lehre wird das Thema Altbausanierung oftmals nur angerissen. Ich möchte den Nachwuchs auch für das erhaltenswerte 'Alte' sensibilisieren. Mit dem Zentrum für Restaurierung und Denkmalpflege hat die Handwerkskammer Koblenz ein Alleinstellungsmerkmal in Rheinland-Pfalz, durch meine während des Lehrgangs erworbenen Kenntnisse kann ich die Kollegen in Herrstein immer wieder praxisnah unterstützen."

Christoph Schmidt hat seine Berufsförderung durch die Bundeswehr genutzt, um den zunächst bei der Handwerkskammer erworbenen Titel des Meisters noch mit der Qualifikation des Restaurators im Handwerk zu krönen. Auch wenn er derzeit nicht in der Restaurierung tätig ist, die Fortbildung war nicht umsonst. "Ich konnte mein Wissen ausbauen und betrachte heute viele Dinge in meinem Beruf aus einer anderen Perspektive. Im Maurerberuf ist der Allrounder gefragt und auf diese Weise stehen mir mehrere Möglichkeiten offen", freut sich der 30-Jährige aus Kastellaun.

Der nächste Vollzeitkurs zum Restaurator im Maurer- und Betonbauerhandwerk startet am 29.11.2010 im Zentrum für Restaurierung und Denkmalpflege in Herrstein.

Informationen beim HwK-Zentrum für Restaurierung und Denkmalpflege in Herrstein, Tel.: 06785 /9731-761, Fax: -769, E-Mail: zrd@hwkkoblenz.de, Internet: www.hwk-koblenz.de

Bildtext:

Die erfolgreichen Absolventen: untere Reihe (v. l.) Christian Kleebolte, Christoph Schmidt, Markus Matheis, Jan Alois Dietrich, der Prüfungsausschuss: obere Reihe (v. l.) Dr. Markus Fritzvon Preuschen, Jürg Zerwas, Herbert Jäckel, Frank Sprenger

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