Freitag, 02. Dezember 2016


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Konjunkturflaute wird 2009 überwunden

(lifePR) (Hamburg, ) Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) hat seine Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland für die Jahre 2008 und 2009 aktualisiert. Dem starken, durch Sondereinflüsse überzeichneten Wachstum zu Jahresanfang folgte im 2. Quartal nicht unerwartet ein Rückgang. Dieser war sicher teils Reaktion auf das starke 1. Quartal, aber auch andere wichtige Konjunkturindikatoren zeigen, dass seit dem Frühjahr eine deutliche Konjunkturabkühlung im Gange ist. Auch wenn bei einigen der bislang dämpfenden Faktoren, wie bei den Öl- und anderen Rohstoffpreisen oder beim Euro-Dollar-Kurs, eine Wende eingetreten ist, so werden deren vorangegangene kräftige Anstiege noch eine Zeit lang nachwirken. Die Konjunktur dürfte daher in der zweiten Hälfte dieses Jahres recht schwach bleiben.

Die Aussichten für 2009 haben sich dadurch aber aufgehellt. Zudem scheint die Konjunkturdämpfung in den USA weniger ausgeprägt als zunächst befürchtet, auch weil der Staat zur Bewältigung der Finanzkrise stützend eingreift. Unter diesen Bedingungen dürfte die deutsche Konjunktur im Laufe von 2009 wieder an Dynamik gewinnen. Wegen der unterschiedlichen Ausgangsniveaus wird das reale Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr mit 1 Prozent aber nur halb so stark zunehmen wie in diesem (1,9 Prozent). Der Anstieg der Beschäftigung wird vorübergehend zum Erliegen kommen. Die Inflationsrate wird trotz der Beruhigung der Ölpreise in diesem Jahr annähernd 3 Prozent und auch 2009 im Durchschnitt etwas über 2 Prozent betragen.

Seit dem Frühjahr ist eine spürbare Konjunkturabkühlung im Gange. Die starke Teuerung hat die reale Kaufkraft trotz weiter zunehmender Beschäftigung und höherer Lohnabschlüsse großteils aufgezehrt, zudem haben die Verbraucher mehr gespart; der private Konsum ist deshalb erheblich gesunken. Auch bei den Investitionen wirken sich nun sichtlich die dämpfenden Einflüsse aus. Dass vom Außenhandel bislang noch ein positiver Wachstumsbeitrag kam, lag weniger an steigenden Exporten als an noch schwächeren Importen. Bei den Öl- und anderen Rohstoffpreisen und beim Euro-Dollar-Kurs, ist zwar eine Wende eingetreten, deren vorangegangene kräftige Anstiege werden aber noch eine Zeit lang nachwirken. Die gesamtwirtschaftliche Produktion dürfte daher im laufenden Quartal etwa stagnieren und im Schlussquartal allenfalls wenig zunehmen. Der Anstieg der Beschäftigung dürfte nicht nur konjunkturell bedingt auslaufen, auch von Seiten der Arbeitskosten ist angesichts spürbar erhöhter Lohnabschlüsse bei schwacher Produktivitätsentwicklung wieder Rationalisierungsbedarf im Entstehen. Die Teuerung dürfte mit der Wende bei den Öl- und Rohstoffpreisen wieder nachlassen; der gestiegene Kostendruck wird den Rückgang der Inflationsrate aber bremsen.

Die Aussichten für 2009 haben sich in jüngster Zeit bereits aufgehellt. Die US-Konjunktur hat sich weniger abgeschwächt als befürchtet und es scheint, als könnte sie von einer Rezession verschont bleiben. Mit einem Abklingen der Finanzkrise, wozu auch das stützende Eingreifen des Staates beiträgt, dürfte sich die US-Wirtschaft wieder allmählich erholen. Das kräftige Wachstum in den Schwellenländern scheint sich lediglich marginal zu verlangsamen. Die Öl- und anderen Rohstoffpreise sind bereits spürbar gesunken und für den Prognosezeitraum wird ein weiterer leichter Rückgang erwartet. Das dämpft Kosten und erhöht verfügbare Realeinkommen. Letzteres wird den privaten Konsum stützen. Der Export dürfte von der seit Mitte 2008 bereits mehr als zehnprozentigen Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar profitieren und im kommenden Jahr wieder merklich zunehmen. Die sich dann bessernden Absatz- und Ertragsaussichten werden auch zu einer Ausweitung der Unternehmensinvestitionen führen. Insgesamt dürfte die deutsche Konjunktur unter diesen Bedingungen im Laufe von 2009 wieder an Dynamik gewinnen, wegen des niedrigen Ausgangsniveaus wird das reale Bruttoinlandsprodukt im Jahresdurchschnitt aber lediglich um 1 Prozent höher sein. Mit sich erholender Wirtschaft wird auch die Beschäftigung wieder ausgeweitet werden und die Zahl der Arbeitslosen wird weiter leicht zurückgehen. Die Inflationsrate wird sich im Laufe des kommenden Jahres allmählich verringern, im Jahresdurchschnitt wird sie aber noch etwas über 2 Prozent liegen. Risiken für diese Prognose liegen im außenwirtschaftlichen Bereich vor allem darin, dass in den USA und einigen wichtigen europäischen Ländern die Immobilienkrisen in einer Rezession münden, im binnenwirtschaftlichen Bereich in einer zumal bei abflauender Konjunktur zu wenig beschäftigungsorientierten Lohnpolitik.

Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut gemeinnützige GmbH (HWWI)

Das HWWI ist eine unabhängige Forschungseinrichtung, die Grundlagen- und angewandte Forschung nutzt, um wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Beratungsdienstleistungen zu erbringen. Darüber hinaus engagiert sich das Institut in der wirtschaftswissenschaftlichen Lehre sowie in der weiterführenden Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Gesellschafter des 2005 gegründeten HWWI sind die Handelskammer Hamburg und die Universität Hamburg.

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