Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Bürger wollen endlich saubere Flüsse und Seen

Europäische Gewässer sind noch immer in keinem guten Zustand - Umweltverbände fordern Bekenntnis zu Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie - Anlässlich des europäischen Flussbadetags springen Hunderte von Menschen für wirksamen Gewässerschutz ins Wasser

(lifePR) (Berlin, ) 2015 sollen laut Europäischer Union alle Flüsse und Seen in einem guten Zustand sein. Allerdings sind viele Gewässer noch weit von diesem Ziel entfernt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH), das European Rivers Network (ERN), die sozial-ökologische Plattform GETIDOS und die GRÜNE LIGA fordern anlässlich des europäischen Flussbadetags am 12.Juli 2015 eine konsequente Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). An diesem Tag werden sich vielerorts Menschen für den Gewässerschutz stark machen und symbolisch gemeinsam ins Wasser springen. Teilnehmer der Jugendkampagne Big Jump Challenge werden außerdem am 13. Juli mit Abgeordneten im Europäischen Parlament in Brüssel über den Gewässerschutz diskutieren.

Das Ziel der WRRL, dass bis Ende 2015 alle Oberflächengewässer der EU in einem "guten ökologischen Zustand" sein sollen, wird insgesamt weit verfehlt: Europaweit erreichen 47 Prozent der Gewässer diesen Zustand nicht. In Deutschland werden je nach Flussgebiet zwischen 82 Prozent und 98 Prozent der Seen und Flüsse dieses ökologische Ziel verfehlen. Die Mitgliedstaaten der EU haben sich mit Verabschiedung der Wasserrahmenrichtlinie im Jahr 2000 im Europäischen Rat selbst Fristen zur Umsetzung der WRRL gesetzt, von denen die ersten in diesem Jahr enden.

"Es ist nicht hinnehmbar, dass der geforderte gute chemische und ökologische Zustand bislang nicht flächendeckend erreicht werden konnte. Spätestens mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 1. Juli sind in Deutschland nun die Länder am Zug, um für wirksame Verbesserungen zu sorgen", fordert Ulrich Stöcker, Bereichsleiter Naturschutz bei der DUH. "Niemand will im Hochsommer in einer Algenbrühe baden. Wir erwarten von Bund und Ländern vor allem Maßnahmen gegen die Stickstoffeinträge, die die Flüsse und unsere Meere hochgradig beeinträchtigen, sowie endlich mehr "Raum für lebendige Flüsse."Mehr "Raum für lebendige Flüsse" ist bereits seit entsprechenden Aussagen des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl nach dem Oder-Hochwasser 1997 eine der Kernforderungen der Umweltverbände an die Flusspolitik - auch auf europäischer Ebene. Jedoch finden Maßnahmen zum natürlichen Wasserrückhalt in den Maßnahmeprogrammen für die Flusseinzugsgebiete bisher kaum Anwendung. Im Flussgebietsmanagement bestehen zudem nach wie vor deutliche Defizite bei der Integration von Naturschutzzielen und der Berücksichtigung von Synergieeffekten mit dem Hochwasserschutz.

Michael Bender, Leiter GRÜNE LIGA Bundeskontaktstelle Wasser, ergänzt: "Nachdem die kommunalen Kläranlagen mit erheblichem Aufwand ertüchtigt wurden, sind es insbesondere die diffusen Belastungen aus der Landwirtschaft, die erhebliche Gewässerbelastungen verursachen. Hier muss die Düngeverordnung dringend revidiert werden. Auch die Unterhaltung der Gewässer ist vielfach immer noch nicht auf die ökologischen Ziele ausgerichtet. Selbst einfache Maßnahmen wie biotopvernetzende Gewässerrandstreifen werden in der Fläche nur stark eingeschränkt zugelassen."

Im Zusammenhang mit dem Big Jump anlässlich des europäischen Flussbadetags animiert die Kampagne Big Jump Challenge Jugendliche, sich mit kreativen Ideen für den Gewässerschutz einzusetzen. Insgesamt 54 junge Menschen aus 15 Ländern sind am 8.7. nach Brüssel gereist, um dort ihre Forderungen für gesunde Gewässer vorzutragen. Am Montag bringen sie im Parlament ihr "youth and water" Manifest ein. Es enthält Vorschläge für die Beteiligung Jugendlicher, denn Gewässerschutz und die Umsetzung der WRRL sind eine generationenübergreifende Aufgabe. Für Deutschland sind ein 3er-Team aus Nagold, ein 4er-Gespann aus Berlin sowie drei Gymnasiasten aus Wolfsburg-Fallersleben noch bis zum 14.7.2015 vor Ort.

"Der europäische Flussbadetag ist eine gute Gelegenheit, um mit Bürgerinnen und Bürgern die verbesserte Wasserqualität der Gewässer zu feiern, zugleich aber auch auf Versäumnisse aufmerksam zu machen. Er trägt dazu bei, dass Gewässerpolitik wieder mehr in den Fokus rückt", sagt der Initiator des europäischen Flussbadetags, Roberto Epple vom ERN.

Hintergrund:

Der Europäische Flussbadetag, auch Big Jump genannt, geht zurück auf den Elbebadetag, den Roberto Epple 2002 mit der DUH ins Leben rief. Seit 2005 organisiert Epple mit dem European Rivers Network (ERN) den Flussbadetag europaweit. Ziel der Flussbadekampagne ist die "Wiederversöhnung mit den Flüssen" und die Sensibilisierung für Gewässerschutz, insbesondere für die Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Die Big Jump Challenge als Jugendkampagne des Big Jumps wird von der sozial-ökologischen Plattform GETIDOS europaweit organisiert. Die Umweltverbände DUH und Grüne Liga sind die Ko-Organisatoren des Big Jumps in Deutschland.

Bundesweit finden rund 50 Big Jump Events statt. Organisatoren sind Gemeinden, Umwelt- und Sportverbände sowie Schulen und Jugendgruppen. Alle Termine sind hier zu finden: www.bigjump.org. Das "youth and water" Manifest ist ab Montag bei Rafael Ziegler (rziegler@uni-greifswald.de) erhältlich.

Weitere Informationen unter: www.bigjump.org, http://www.duh.de/bigjump.html, http://www.bigjumpchallenge.net/, http://www.wrrl-info.de, www.flussaktionen.de

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