Freitag, 09. Dezember 2016


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Messe Frankfurt Stiftungsprofessur gibt neue Impulse für Wissenschaft und Wirtschaft

Antrittsvorlesung von Prof. Matthias Schündeln

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Im Festsaal des Casinos der Goethe-Universität hat am gestrigen Abend Prof. Matthias Schündeln seine Antrittsvorlesung zum Thema 'Entwicklungsökonomische Forschung zu Unternehmen: Inhalte und Methoden' gehalten. Die Universität hat Schündeln auf die Messe Frankfurt-Stiftungsprofessur für Internationale Wirtschaftspolitik berufen; mit seiner Berufung ist es gelungen, einen weltweit anerkannten Wirtschaftsexperten aus Harvard nach Frankfurt zu holen.

Die Stiftungsprofessur markiert den Beginn einer neuen Form der Zusammenarbeit zwischen der Messe Frankfurt und der Goethe-Universität. Mit der deutschlandweit einzigartigen Professur wird ein neues Forschungsfeld erschlossen, und von dieser Basis sollen neue Impulse für Wissenschaft und Wirtschaft ausgehen. Die Stiftung der Professur im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften erfolgte anlässlich des 60. Jahrestages der Eröffnung der ersten Frankfurter Exportmesse der Nachkriegszeit am 3. Oktober 1948 durch Ludwig Erhard.

Während seiner Antrittsvorlesung referierte Schündeln über Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Einen Schwerpunkt bildete die exemplarische Darstellung moderner Methoden der empirischen Wirtschaftsforschung. Diese wurden illustriert anhand von drei Fragen: Welchen Effekt kann man sich von den - in der Entwicklungszusammenarbeit weit verbreiteten - Trainingsprogrammen für Kleinunternehmer erwarten? Wirkt sich die weltweite Finanzkrise auch auf Unternehmen in Entwicklungsländern aus? Spielen Messen in Entwicklungsländern eine Rolle bei der Verbreitung neuer Technologien?

In seiner Rede zur akademischen Feierstunde sagte zuvor Michael von Zitzewitz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, "mit dieser Stiftungsprofessur bauen die Goethe-Universität und die Messe Frankfurt eine Brücke zwischen akademischer Forschung und der Praxis der internationalen Messewirtschaft." Die Messe Frankfurt habe in den vergangenen Jahrzehnten eine entscheidende Rolle gespielt bei der zunehmend globaleren Ausrichtung der deutschen Messewirtschaft. Nach 800 Jahren Messe-Erfahrung in Frankfurt sei man davon überzeugt, dass es die traditionelle Messe auch im Jahr 2050 noch geben wird, und dass sie weiterhin ein Fixpunkt für ganze Branchen und Industrien sein werde. Dabei komme es immer mehr auf die Feinsteuerung der Instrumente an, und die Messeindustrie blicke verstärkt auf die exakten Wissenschaften.

"Eine Stiftungsprofessur, die sich wissenschaftlich dem Thema 'Messen' annimmt, passt idealtypisch zum Hochschulstandort Frankfurt und seiner wirtschaftswissenschaftlichen Tradition", sagte Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl. Dass es zudem bei der Besetzung der Stelle gelungen sei, den 1970 geborenen Wirtschaftswissenschaftler Schündeln von der Harvard University an den Main zu locken, wertete er als klare Aussage zugunsten der hohen Lehr- und Forschungsqualität des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität. "Während man anderswo den Brain Drain in der Wissenschaft fürchtet, konnten wir schon in den letzten Jahren eine ganze Reihe hervorragender Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland nach Frankfurt holen. Dies zeugt eindeutig von der Qualität der wissenschaftlichen Rahmenbedingungen an der Goethe-Universität", so Müller-Esterl.

Der Frankfurter Stadtrat Dr. Lutz Raettig bezeichnete das Engagement der Messe an der Goethe-Universität als einen neuerlichen Beweis für die Verankerung der Goethe-Universität in der Stadtgesellschaft: "Frankfurt und die Frankfurter sind stolz auf ihre Universität und das traditionelle Engagement von hier ansässigen Bürgern und Unternehmen, das entscheidend dazu beitrug, dass sich in Frankfurt die erste und heute größte Stiftungsuniversität Deutschlands entwickeln konnte."

Zur Person

Prof. Matthias Schündeln studierte zunächst Mathematik und Geographie in Köln, später Wirtschaftswissenschaften in Köln und Yale. Dort erwarb er den Ph.D.-Titel mit einer Arbeit über >Firm Dynamics in the Presence of Financing Constraints: Ghanaian Manufacturing<.

Seit 2004 war Schündeln Assistant Professor of Economics and Social Studies an der Harvard University und arbeitete dort im Bereich der anwendungsorientierten Mikroökonomik. Bereits in seiner Dissertation hatte er sich mit den Auswirkungen von Kreditrestriktionen auf das Firmenverhalten in Entwicklungsländern beschäftigt, weitere Arbeiten widmeten sich der Förderung unternehmerischer Talente zum Zwecke der Entwicklung oder mit den Ursachen für Divergenzen zwischen privaten und sozialen Erträgen von Humankapital.

Goethe-Universität

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt am Main. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit über 50 seit 2000 eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität den deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative zeigte sie sich als eine der forschungsstärksten Hochschulen.

Die Messe Frankfurt ist mit 440 Millionen Euro Umsatz (2008) und weltweit über 1.500 Mitarbeitern das größte deutsche Messeunternehmen. Der Konzern besitzt ein globales Netz aus 28 Tochtergesellschaften, fünf Niederlassungen und 52 internationalen Vertriebspartnern. Damit ist die Messe Frankfurt in mehr als 150 Ländern für ihre Kunden präsent. An über 30 Standorten in der Welt finden Veranstaltungen "Made by Messe Frankfurt" statt. Im Jahr 2008 organisierte die Messe Frankfurt über 100 Messen, davon mehr als die Hälfte im Ausland. Auf den 578.000 Quadratmetern Grundfläche der Messe Frankfurt stehen derzeit zehn Hallen und ein angeschlossenes Kongresszentrum. Das Unternehmen befindet sich in öffentlicher Hand, Anteilseigner sind die Stadt Frankfurt mit 60 Prozent und das Land Hessen mit 40 Prozent.

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