Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Patienten sind Verlierer der Gesundheitsreform

Ergebnisse des GfK Ärzteklima-Index für das Jahr 2009

(lifePR) (Nürnberg, ) Die Stimmung unter den Hausärzten in Deutschland ist nach wie vor schlecht, die Unzufriedenheit mit dem Gesundheitssystem groß. Zwar erfährt der Index im Vergleich zum Jahr 2008 einen leichten Aufwärtstrend, allerdings bleiben sowohl die aktuelle Einschätzung mit minus 5 Punkten als auch die Erwartungen an die künftigen Entwicklungen mit minus 12 Punkten weiter im negativen Bereich.

Insgesamt äußern sich die Hausärzte zur Situation des deutschen Gesundheitswesens nach wie vor kritisch. Im Jahr 2009 ist jedoch im Vergleich zu 2008 eine leichte Aufhellung zu verzeichnen. So wird die Qualität der medizinischen Versorgung in Deutschland im vergangenen Jahr etwas besser eingeschätzt als noch 2008. Für 43 Prozent der Ärzte ist sie gut bis sehr gut. Im Jahr 2008 lag dieser Anteil bei 31 Prozent. Hinzu kommt eine etwas positivere Sicht auf die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Diese beiden Aspekte führen zu einem leichten Anstieg des Teilindikators "Lage des Gesundheitswesens". Die Arbeitsbedingungen als Arzt und die Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens, die ebenfalls Bestandteil dieses Teilindikators sind, werden von den Hausärzten dagegen nach wie vor als schlecht bis sehr schlecht beurteilt. Noch skeptischer schätzen die Ärzte die künftige Entwicklung ein. Sie gehen davon aus, dass sich die Lage für alle vier Aspekte verschlechtern wird.

Eigene wirtschaftliche Lage leicht verbessert

Nicht mehr ganz so negativ wie noch im Jahr 2008 bewerten die Allgemeinmediziner die wirtschaftliche Lage ihrer eigenen Praxis. Insgesamt 20 Prozent schätzen diese als gut bis sehr gut ein (Vorjahr: 15 Prozent). Nur noch 11 Prozent beurteilen die Lage ihrer Praxis als eher schlecht bis sehr schlecht. Im Jahr 2008 waren es noch rund 33 Prozent. Entsprechend entwickelten sich auch die Investitionen. Etwa 22 Prozent gaben an, im vergangenen Jahr eine größere Investition in ihrer Praxis getätigt zu haben. Im Jahr zuvor sagten dies nur 13 Prozent. Auch die Tatsache, dass 19 Prozent der Hausärzte zusätzliches Personal eingestellt haben, zeugt von einer besseren Stimmung.

Patienten mit dem deutschen Gesundheitssystem unzufrieden

Nahezu keine Veränderung gegenüber 2008 zeigt sich bei der Einschätzung der Patientenzufriedenheit. Die Ärzte beurteilen die Qualität der medizinischen Versorgung aus Sicht ihrer Patienten zu 50 Prozent als zufrieden bis sehr zufrieden. Lediglich 10 Prozent stellen bei ihren Patienten eine wirkliche Unzufriedenheit mit der medizinischen Versorgung in Deutschland fest.

Dagegen erleben die Hausärzte nach wie vor eine hohe Unzufriedenheit der Patienten mit dem deutschen Gesundheitssystem sowie mit den Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung. Insgesamt 47 beziehungsweise 46 Prozent äußern sich diesbezüglich als eher unzufrieden bis sehr unzufrieden. Diese beiden Teilindikatoren ergeben zusammengefasst den Index "Patientenzufriedenheit".

Verstärkt wird diese Tendenz auch dadurch, dass viele Patienten der Ansicht sind, ihr Arzt nehme sich grundsätzlich zu wenig Zeit für sie. Insgesamt 48 Prozent der Ärzte äußern sich entsprechend. Dies korrespondiert auch mit der Klage der Ärzte, die Gesundheitsreform habe für noch mehr bürokratischen Aufwand gesorgt und lasse ihnen noch weniger Zeit für die Behandlung ihrer Patienten.

Patienten sind die großen Verlierer der Gesundheitsreform

Die Ärzte konnten inzwischen erste Erfahrungen mit den Auswirkungen der aktuellen Gesundheitsreform sammeln. Insbesondere der zum 1. Januar 2009 eingerichtete Gesundheitsfonds fällt bei den Medizinern durch: Nur 10 Prozent der befragten Ärzte beurteilen den Fonds positiv; insgesamt 62 Prozent dagegen fällen ein klar negatives Urteil. Ganz offensichtlich trauen die Hausärzte der Reform nicht zu, die Probleme des deutschen Gesundheitssystems nachhaltig in den Griff zu bekommen.

Danach befragt, wer aus Sicht der Ärzte die Gewinner der Gesundheitsreform sind, nennen 77 Prozent die gesetzlichen Krankenkassen, 53 Prozent die Pharmaunternehmen und 50 Prozent die privaten Krankenversicherer. Als die großen Verlierer sehen 79 Prozent der Befragten die Allgemeinmediziner und sogar 86 Prozent die Patienten.

Zur Studie

Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie GfK Ärzteklima-Index und basieren auf einer jährlichen Onlinebefragung von insgesamt über 3.600 Allgemeinmedizinern, praktischen Ärzten und Internisten in Deutschland. Dieses von der GfK HealthCare entwickelte Stimmungsbarometer dient zur Bewertung des deutschen Gesundheitssystems aus Sicht der Ärzte.

GfK

Die GfK Gruppe bietet das grundlegende Wissen, das Industrie, Handel, Dienstleistungsunternehmen und Medien benötigen, um Marktentscheidungen zu treffen. Ihr umfassendes Angebot beinhaltet Informations- und Beratungsservices in den drei Sektoren Custom Research, Retail and Technology und Media. Weltweit ist die Nummer 4 der Marktforschungsunternehmen in mehr als 100 Ländern aktiv und beschäftigt über 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2009 betrug der Umsatz der GfK Gruppe 1,16 Milliarden Euro. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gfk.com. Folgen Sie uns auf Twitter: www.twitter.com/gfk_gruppe

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