Sonntag, 04. Dezember 2016


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GEW-Mitglieder lehnen Schlichtungsempfehlung ab

Bildungsgewerkschaft zur Tarifauseinandersetzung im Sozial- und Erziehungsdienst

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Die Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) lehnen die Einigungsempfehlung der Schlichtungskommission in der Tarifauseinandersetzung im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) ab: 68,8 Prozent der Abstimmungsberechtigten votierten gegen die Schlichtungsempfehlung. Allerdings ist das Quorum von 75 Prozent ablehnender Stimmen, das Voraussetzung für eine Fortsetzung des unbefristeten Streiks ist, verfehlt worden. Am Montag, 10. August, wird die GEW-Tarifkommission das weitere Vorgehen beraten.

"Die Mitglieder stellen mit ihrem Votum fest: In der Einigungsempfehlung spiegelt sich die Aufwertung des gesamten SuE-Berufsfeldes nicht so wider, wie sie das nach vier Wochen Streik erwartet haben", erklärte Andreas Gehrke, für Tarifpolitik verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied, am Samstag in Frankfurt a.M. "Die Beschäftigten sind angesichts der Ignoranz der Arbeitgeber, die ihnen weiterhin eine angemessene Aufwertung verweigern, wütend und enttäuscht. Das werden wir in der nächsten Verhandlungsrunde gegenüber den Vertretern der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) in der kommenden Woche noch einmal deutlich hervorheben."

Gehrke betonte, dass die dringend notwendige gesellschaftliche und politische Debatte über die Aufwertung der SuE-Berufe durch die seit Februar laufende Tarifrunde endlich ins Rollen gekommen sei. "Das ist eine positive Entwicklung. Jetzt muss aber endlich auch der Bund handeln und durch ein Kita-Qualitätsgesetz für bessere Betreuungsschlüssel und gute Arbeitsbedingungen sorgen. Zudem muss er sich stärker an der Finanzierung der frühkindlichen Bildung beteiligen als bisher. Nachdem das Bundesverfassungsgericht das Betreuungsgeld gekippt hat, sind für dieses Engagement zusätzliche Mittel frei geworden." Gehrke unterstrich, dass die GEW das Ziel einer Aufwertung des gesamten Berufsfeldes auf allen politischen Ebenen weiter verfolgen werde.

Info:

Seit dem 25. Februar verhandeln die Gewerkschaften mit der VKA über die Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe durch eine bessere Eingruppierung. Die gewerkschaftlichen Forderungen hätten eine Erhöhung der Gehälter von durchschnittlich rund zehn Prozent bedeutet. Nach vier Wochen Streik und einer Schlichtung liegt jetzt ein Angebot auf dem Tisch, das für die Beschäftigtengruppen sehr unterschiedliche Einkommenszuwächse bringen würde: Der Vorschlag sieht bei einer Laufzeit von fünf Jahren je nach Berufsgruppe Steigerungen von zwei bis 4,5 Prozent vor.

In einer Mitgliederbefragung hatten die GEW-Mitglieder die Gelegenheit, die Einigungsempfehlung der Schlichtungskommission vom 23. Juni sowie den in der Runde vom 24./25. Juni erzielten Verhandlungsstand zu bewerten.

Die Verhandlungen werden am 13. August fortgesetzt.

Alle Infos zur SuE-Tarifauseinandersetzung finden Sie stets aktuell auf der GEW-Website unter: http://www.gew.de/tarif/tvoed/sue/.

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