Dienstag, 06. Dezember 2016


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Schmerzen müssen nicht sein

Schmerztherapie: patientenorientiertes Konzept seit zwei Jahren am Klinikum Bremen-Mitte

(lifePR) (Bremen, ) Menschen, die schon einmal ernsthaft erkrankt waren und einen operativen Eingriff vor sich hatten, kennen es: Neben dem mulmigen Gefühl, was da wohl auf sie zukommen wird, fürchtet man vor allem die Schmerzen. Noch immer herrscht die weitverbreitete Ansicht: Schmerzen gehören dazu, um sie kommt man nicht herum. Dem ist mitnichten so. Am Klinikum Bremen-Mitte gibt es seit zwei Jahren ein Konzept, mit dessen Hilfe der individuelle Schmerz der Patienten ermittelt wird und zeitnah die adäquate Therapie startet. Mediziner und Pflegekräfte haben das Schmerztherapiekonzept gemeinsam erstellt.

"Schmerzen sind individuell, jeder Mensch nimmt sie anders und immer sehr subjektiv wahr", sagt Lars Damm, Stationspflegeleiter in der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Klinikum Bremen-Mitte. Das Schmerztherapiekonzept beachtet genau diesen Umstand: Patienten wird garantiert, dass sie jederzeit auf Wunsch eine angemessene Schmerzmedikation bekommen. "Schmerzen müssen nicht ertragen werden", sagt auch Inge Henke aus dem Prozess- und Qualitätsmanagement des Klinikverbundes Gesundheit Nord. Die Abteilung hat die Einführung des Konzeptes im Krankenhaus betreut.

Die Idee für das Konzept entstand bereits 2005. Inge Henke sieht die angemessene Schmerzbehandlung als einen Standard, der gewährleistet sein sollte. Leider ist das nicht überall der Fall: In Deutschland verfügen lediglich rund 20 Prozent der chirurgischen Kliniken über ein Schmerztherapiekonzept, obwohl der Vorteil eines solchen Konzepts auf der Hand liegt: "Die Patienten haben weniger Schmerzen und sind zufriedener", so Lars Damm. Auch für die Mitarbeiter hat sich die tägliche Arbeit geändert: In Schulungen haben sie gelernt, die Schmerzen der Patienten mehr in den Mittelpunkt zu rücken und direkt danach zu fragen. "Unsere Patienten empfinden das als zusätzliche Zuwendung. Inzwischen ist es für uns selbstverständlich, dass wir die Patienten direkt auf Schmerzen ansprechen", erklärt der Stationspflegeleiter.

Es gibt aber noch weitere Vorteile: Nach Eingriffen gibt es inzwischen weniger Komplikationen, etwa durch Lungenentzündungen, da die Patienten viel schneller wieder mobil sind. Und: Je frühzeitiger eine Schmerztherapie angeordnet wird, desto günstiger kann auch die Therapie für den Patienten verlaufen, ergänzt Inge Henke.

Klagt ein Patient über Schmerzen, bekommt er zusätzliche Medikamente neben der "Grundabdeckung". Die Einschätzung der Schmerzen kann über eine Schmerzskala von eins bis zehn erfasst werden. "Meist klären wir diese Fragen im individuellen Gespräch, da die Skalen das persönliche Gespräch zwar erleichtert, aber nicht ersetzt", sagt Damm.

Die Anordnung der Schmerzmittel obliegt nach wie vor dem Stationsarzt, die Anwendung übernehmen die Pflegekräfte. Die Gefahr der Abhängigkeit besteht bei kontrollierter Einnahme der Schmerzmittel nicht: "Ein Gewöhnungseffekt tritt nur ein, wenn die Mittel eingenommen werden, obwohl der Patient keine Schmerzen mehr hat. Deshalb sind eine engmaschige Betreuung und häufiges Fragen besonders wichtig", merkt Lars Damm an.

Aufgrund der positiven Erfahrungen wird das Konzept nun auch in den drei Verbundkrankenhäusern Bremen-Nord, Bremen-Ost und Links der Weser eingeführt.

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