Freitag, 09. Dezember 2016


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Vermessung des Untergrunds aus der Luft

(lifePR) (Hannover, ) Über Nordfriesland, der Halbinsel Eiderstedt und Bad Segeberg zieht im Oktober ein Helikopter mit einem merkwürdigen Gerüst im Schlepptau seine Bahnen. Diese Aktion ist Teil eines großflächigen geophysikalischen Forschungsprojektes zur Vermessung des Untergrundes.

Die dabei entstehenden dreidimensionalen Informationen sind vielfältig nutzbar und von großem Wert für Forschung und Landesplanung.

Im Auftrag des GGA-Instituts führt die dänische Firma SkyTEM (www.skytem.dk) diese Messungen durch. Das gleichnamige Messsystem wurde von Wissenschaftlern an der Universität Arhus entwickelt und wird im Nachbarland Dänemark bereits seit einigen Jahren erfolgreich zur flächendeckenden Erkundung der Grundwasservorräte eingesetzt.

Ein Hubschrauber trägt dabei an einer Stahltrosse ein 22 m langes und 14 m breites, sechseckiges Fluggerüst in dem sich eine Sendespule befindet. Sie sendet elektromagnetische Impulse aus, die im Untergrund kurzzeitig schwache elektrische Ströme erzeugen.

Eine hochempfindliche Empfängerspule, die ebenfalls am Fluggerüst angebracht ist, nimmt die Wirkung dieser Ströme im Untergrund wahr. Langsam und in geringer Höhe wird das Messgebiet beflogen. Als Ergebnis erhalten wir die elektrische Leitfähigkeit des Untergrundes bis in Tiefen von mehreren hundert Metern, aus der die Verteilung von grundwasserführenden Sanden und nur geringfügig wasserdurchlässigen Tonen und Mergeln geschlossen wird. Durch die elektrische Leitfähigkeit können wir auch süßes Trinkwasser von versalzenem Wasser unterscheiden. Das Messverfahren heißt "Transienten Elektromagnetik - TEM" oder, weil es aus der Luft eingesetzt wird, SkyTEM. Insgesamt werden etwa 1800 Profilkilometer beflogen. Von der Technologie gehen keine Gesundheitsgefahren aus; das durch die Spule erzeugte Magnetfeld ist um ein Vielfaches kleiner als, z.B., das durch die Stromleitungen der elektrifizierten Eisenbahn erzeugte Feld.

Vorrangiges Ziel der Messungen ist ein klareres Verständnis der Grundwasserverhältnisse und Salz-/Süßwasserabgrenzungen im Untergrund.

Das GGA-Institut ist ein eigenständiges Forschungsinstitut für angewandte Geowissenschaften mit geophysikalischer Ausrichtung. Es ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft und wird als Einrichtung von überregionaler Bedeutung von Bund und Ländern gemeinsam finanziert(www.gga-hannover.de). Die Messungen erfolgen in Absprache mit dem Landesamt für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holsteins.

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