Samstag, 03. Dezember 2016


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Kartierung des Untergrundes aus der Luft

Geophysikalische Messflüge im Raum Glückstadt

(lifePR) (Hannover, ) Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) führt ab morgen gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben (GGA-Institut) im Großraum Glückstadt aerogeophysikalische Messflüge durch. Vorrangiges Ziel der Befliegung ist die Kartierung des Untergrundes aus der Luft. Hierzu wird eine 10 Meter lange Elektromagnetik-Sonde eingesetzt, die von einem Hubschrauber der BGR an einem Kabel in 40 Meter Höhe über den Grund geschleppt wird.

Die mit Zustimmung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (MW) durchgeführten Messflüge sind zunächst bis zum 9. Oktober 2008 geplant und sollen vom 20. bis 30. Oktober 2008 fortgesetzt werden. An den Wochenenden findet jeweils keine Befliegung statt. Die Messflüge werden vom Flugplatz Uetersen ausgeführt. Das Fluggebiet umfasst den Raum zwischen Brunsbüttel, Itzehoe, Buxtehude und Bremervörde auf dem Gebiet von Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen. Eine Vorerkundung für die jetzigen Messflüge wurde bereits vom 28. Juli bis 1. August 2008 durchgeführt.

Neben der geplanten Kartierung des Untergrundes bis zu Tiefen von 150 Meter hat die Befliegung das Ziel, das Geomagnetfeld und die natürliche Oberflächenstrahlung zu messen. Dazu befinden sich in der Sonde elektromagnetische Sende- und Empfangssysteme. Die Messdaten geben Aufschluss über die Leitfähigkeitsstruktur im Untergrund. Da Süß- und Salzwasser sehr unterschiedliche Leitfähigkeiten besitzen, ist es sehr gut möglich, Trink-, Brack- und Salzwasser zu unterscheiden. Ein Magnetometer in der Sonde nimmt Daten auf, die Aufschluss über die geologische Struktur des Geländes geben. Ein Laser-Höhenmesser bestimmt die Topographie unter der Flugstrecke. Die Zusammenschau dieser Daten ermöglicht die Erstellung einer dreidimensionalen Untergrundstruktur.

Die mittlere Flughöhe des Hubschraubers bei den Messungen beträgt 80 Meter. Neben dem Piloten sind auf allen Flügen ein Operateur sowie ein Navigator im Cockpit, der Hindernisse wie Stromleitungen oder Industrieanlagen rechtzeitig anzeigen können. Über entsprechende Hindernisse wird mit einem Mindestabstand von 40 Meter geflogen, bei Industrie- und Wohnanlagen ist der Abstand nach Ermessen größer.

Diese Daten dienen der Erkundung des Bodens, der Grundwasserleiter und der natürlichen Versalzungsstrukturen. Die Messflüge sind Teil einer Befliegung der deutschen Nordseeküste. Die Nordseeküste ist unter Aspekten wie Klimawandel und Küstenschutz von besonderem Interesse. Nordseeinseln, Wattenmeer und Deichregionen sind durch Sturmfluten und langfristigen Meeresspiegelanstieg besonders gefährdet. Auf Grundlage der Messflüge erhoffen sich die Wissenschaftler der BGR und des GGA-Institutes Aufschlüsse zur besseren Identifizierung der durch Meeresspiegelanstieg oder Sturmfluten gefährdeten Küsten- und Landbereiche.

Außerdem werden mögliche Auswirkungen zum Beispiel auf die Süßwasservorkommen unter den Nordseeinseln besser einschätzbar. Die Küstenregion hinter den Deichen ist durch natürliche Salzwasserintrusionen geprägt. Jede Veränderung wirkt sich auf die Ausbreitung des Salzwassers im Untergrund aus und kann Trinkwasservorkommen gefährden. Die aerogeophysikalischen Messungen verhelfen den Geologen und Wasserversorgern zu einem klaren Verständnis der Verhältnisse im Untergrund. Auf diese Weise können vorbeugende Maßnahmen noch gezielter getroffen werden. Die bei den Messflügen gewonnenen Daten stehen nach der Auswertung über das Fachinformationssystem Geophysik des GGA-Institutes öffentlich zur Verfügung.

In einem einheitlichen Standard soll diese Befliegung unter Mitwirkung der Bundesländer auf weitere Teile Deutschlands ausgedehnt werden. Die dabei entstehenden dreidimensionalen Datenbestände sind vielfältig nutzbar und von bleibendem Wert für Forschung und Landesplanung.

Weitere Informationen: http://www.bgr.bund.de/DE/Gemeinsames/Oeffentlichkeitsarbeit/Pressemitteilungen/BGR/bgr-080930-bilder.html .

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