Sonntag, 04. Dezember 2016


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Fränkische Weinarchitektur ausgezeichnet

Architekturpreis Wein 2010 auf der "Intervitis-Interfructa" in Stuttgart verliehen

(lifePR) (Stuttgart / Würzburg, ) Auf der Weltmesse "Intervitis-Interfructa" in Stuttgart wurde zum zweiten Mal der "Architekturpreis Wein" verliehen. Erneut waren dabei Weingüter aus Bayern ganz vorne mit dabei. Der Winzerhof Gierer in Nonnenhorn am bayerischen Bodensee erhielt für seinen Anbau einen der fünf begehrten Architekturpreise. Mit einer Auszeichnung gewürdigt wurden zusätzlich der Kelterhaus-Umbau des Weinguts Brennfleck in Sulzfeld, die Vinothek im Volkacher Weingut Max Müller I und die Vinothek des Staatlichen Hofkellers in Würzburg.

Aus den 56 eingegangenen Bewerbungen waren von einer siebenköpfigen Jury fünf gleichrangige Preisträger ausgewählt worden. Außerdem wurden sieben weitere Projekte mit einer Auszeichnung gewürdigt. Die Deutsche Weinkönigin Sonja Christ und Dr. Siegfried Englert, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau in Rheinland-Pfalz, überreichten in Stuttgart die Urkunden und Preise an die erfolgreichen Bauherren und ihre Architekten.

"Von den insgesamt zwölf Auszeichnungen, die vergeben worden sind, gingen vier an bayerische Winzer: Eine an den Bodensee und drei nach Franken. Das zeigt einmal mehr, dass wir eine Spitzenposition im Bereich der Weinarchitektur einnehmen. Das wird auch von den anderen Anbauregionen festgestellt. Man schaut nach Franken! Nicht nur beim Wein überzeugen wir mit Qualität, auch bei der Architektur", berichtet Dr. Hermann Kolesch, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.

Architektur ist eines der wichtigsten Marketinginstrumente in der Weinwirtschaft. Weinliebhaber sind Genießer und erwarten beim Besuch eines Weinguts ein entsprechendes Ambiente. Umgekehrt stellt das Erscheinungsbild eines Weinguts auch ein Qualitätsversprechen dar. Der auf der "Intervitis-Interfructa" vergebene Architekturpreis Wein wurde bundesweit ausgelobt vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, dem Deutschen Weinbauverband und der Architektenkammer Rheinland-Pfalz - eine Partnerschaft, die von der engen Beziehung zwischen Weinbau und Architektur zeugt: Beide sind Wirtschaftsfaktoren, beide schaffen Kulturgüter. "Weinkultur braucht Baukultur", sagte Stefan Musil, Präsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz.

Auszug aus dem Dossier der nominierten Betriebe:

Winzerhof Gierer, Nonnenhorn, 2008
Architekten: Franz-Josef Mattes, Stefan Takanori Sekiguchi (Heilbronn)
Bauleitung: Stoppel Architekten (Nonnenhorn)

Der in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bodensee gelegene Winzerhof Gierer brauchte zur Verbesserung der Arbeitsabläufe, für Verkauf und Verkostung neue Räume. Sie entstanden als Anbau an die gleichzeitig renovierte Scheune, ordnen sich ins Baugefüge ein, widersetzen sich aber der geradlinigen Lösung: Eine eingeknickte Granitwand sorgt als zentrales Gestaltungselement für hintergründige Eleganz und führt den Besucher zu lohnenswerten Ausblicken in die Bodenseelandschaft und die umliegenden Weinberge. Nach vorn zur Straße hin wird der Anbau zur Vitrine. Dabei präsentiert die schräge Wand dem Gast unaufdringlich die Produkte des Weingutes.

Weingut Brennfleck, Kelterhaus, Sulzfeld, 2007
Architekten: Martin Dold, Matthias Versbach (Giebelstadt)

Im Weingut entstand an gleicher Stelle und vorgegebener Kubatur einer alten Halle eine neue. Zurückhaltend in die Struktur eingebunden, ordnet der Neubau in Verbindung mit den bestehenden Bauten des Weingutes einen Teil der Arbeitsabläufe neu. In der innerörtlichen Enge am Hang dramatisiert der als Tunnel formulierte Einstieg in den Keller den Weg in die Tiefe. Die Materialwahl ist reduziert: Traditioneller Muschelkalk und modern anmutender Sichtbeton ergänzen einander. Dabei stellt der Muschelkalk die Verbindung zum Altbau her. Die bestehenden Kalkpflaster und Mauern wurden im Außenraum erhalten bzw. neu aufgesetzt.

Weingut Max Müller I, Vinothek, Volkach, 2008
Architekten: Reinhold Jäcklein, Stefan Schlicht (Volkach)

Sensibel in den barocken Bestandsbau eingepasst wurde die Vinothek im Weingut Max Müller, Volkach. Den Besucher empfängt ein heller Raum, der bereits vor dem Umbau für den Weinverkauf genutzt wurde. Am zentralen Möbel der Empfangstheke erlaubt sich die ansonsten schlicht-elegante Vinothek eine Glasabtrennung, die die Voluten, Früchte und Vögel des historischen Deckenschmucks aufnimmt, neu collagiert und ins mattierte Glas überträgt. Die historischen Bezüge (Eichenholz, Ornamentik) harmonieren gut mit der ansonsten geradlinig modernen Formensprache. Das Dekor wirkt nicht überladen, sondern betont die restliche Strenge.

Weingut Staatlicher Hofkeller, Vinothek, 2008
Architekt: Roland Breunig (Zell)

Vinothek und Verkaufsraum im Rosenbergpalais setzen die im Keller mit Veranstaltungs- und Präsentationsräumen begonnenen Baumaßnahmen fort. Hier galt es nun, die Residenztouristen auch für die Produkte des Hofkellers zu begeistern. Vor der opulenten Schlossfassade umschließt eine großformatig-floral durchbrochene Corten-Stahl-Scheibe auf zwei Seiten den neuen Verkostungsraum. Die Durchbrüche im Stahl geben mit markantem hell-dunkel Kontrast vom verglasten Inneren einen Blick aus dem Degustationsraum in den Residenzhof frei. Im Kontrast dazu dominieren die Farbe Weiß und vier Felsformationen den Verkaufsraum.

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