Freitag, 09. Dezember 2016


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Suscha Korte: Kreidesommer

(lifePR) (Köln, ) Die Galerie Martina Kaiser freut sich, die in Köln lebende Künstlerin Suscha Korte, ( geb. 1963, Flensburg ), in einer Einzelausstellung im Herzen von Köln, in der Mittelstraße 19, mit neuen Arbeiten präsentieren zu dürfen. Parallel werden die Arbeiten von Sucha Korte ab dem 19. Juni 2015 auch im Museum im Kulturspeicher Würzburg in einer Gruppenausstellung unter anderem mit Arbeiten der international bekannten Künstlerinnen wie z.B. Rosemarie Trockel, Mona Hatoum oder Susanne Kutter gezeigt.

Korte studierte sowohl an der Kunsthochschule in Kiel bei Prof. Nagel und Prof. Thieme Malerei als auch an der Glasgow School of Art. Stipendien und Preise: 1989 Förderung der Landesregierung Schleswig-Holstein, 1991 R.S.A. Painting Prize, Glasgow, John M. Thomson Award, Edingburgh, Emmy Sachs Prize, Glasgow, 1992 RGI Exhibitionship, Glasgow. Sammlungen: BP Europ Oil, Brüssel; Telecom, London; Landeshaus Kiel; Permanent Collection of Queen Elisabeth, Edingburgh; Kultusministerium, Kiel; Sparkassenstiftung, Köln; Deutsche Bank, LBS, Provinzial, Museum Ludwig, Köln; Allianz; Rhein Energie, Köln.

Das Museum Museumsberg Flensburg, eines der größten Museen Schleswig-Holsteins, widmete ihr unter dem Titel Menschenleere Portraits letztes Jahr eine erste Soloshow. Zur Ausstellung erschien ein Katalog, den sie im Buchhandel und über die Galerie erwerben können.

Suscha Korte komponiert nicht mit kunstvoll arrangierten Gegenständen Stillleben, sondern macht mit ausgewählten Alltagsgegenständen Beziehungsgeflechte bildhaft. Der Betrachter hat die Möglichkeit inne zu halten und sich mit seinen Wertigkeiten, Prägungen, Verletzungen und Lebensthemen allgemein menschlich porträtiert zu erkennen.

Zwei gegensätzliche Kategorien bestimmen dabei die Bildkompositionen der Künstlerin. In den reduzierten, auf die Präsentation von Tellern konzentrierten statischen Bildern, erreichen die Objekte stillebenhafte, meditative Züge. Sie treten als Zeugen aus der Vergangenheit auf. Als Synonym für einzelne Schicksale wirken sie zurück gelassen, wie eine Art Porträt und Zeitzeuge zugleich.

Diesen kargen, beinahe leeren Bildern stehen dicht mit Objekten gestaltete Kompositionen gegenüber. Die Teller werden nun in einen ganz neuen Kontext gestellt. Im Zusammenhang mit einem Kopfkissen etwa oder einem der konventionellen Erziehungssprüche wie "Sitz gerade" oder "Langes Fädchen, faules Mädchen", wie sie Suscha Korte häufig verwendet, treten neue Bedeutungs-und Beziehungsebenen hinzu. Diese gesellschaftskonformen, erstickenden, einengenden Erziehungssprüche erinnern wir aus eigener Kindheit. Dieser Erinnerung wird durch Neonschriftzüge wie "Jetzt" oder "Dennoch" eine vitale Hoffnung entgegen gesetzt. Der Betrachter scheint aufgefordert, diesen Ballast an Erziehungsvorgaben zu durchleuchten und zu überwinden. Die verschiedenen räumlichen Ebenen und die unterschiedliche Präsenz der Objekte spiegeln durch das Vor- und Zurücktreten die Verzerrung der Erinnerung wider. Wenn die Künstlerin in einigen Bildern feuerfestes Silikon über eine Bildpartie zieht und die darunter liegende Ölmalerei dabei ihren Glanz verliert und nur noch matt durchschimmert, scheinen die Lebenspuren parallel zu den Erinnerungen zu verblassen und unscharf zu werden.

Werke, die mit Übermalungen von Graffiti arbeiten, wirken durch die Farbigkeit lebendiger und stellen jüngere Biographien in einen aktuellen gesellschaftlichen Kontext. Die anonyme Malerei auf öffentlichen Plätzen, die das Graffiti als Teil der Jugendkultur verkörpert, spielt auf einer zusätzlichen inhaltlichen Ebene mit dem anonymen, namenlosen Schicksal, auf das die Bildobjekte Bezug nehmen. Ein weiteres Indiz für das eher jugendliche Alter des "Porträtierten" stellt beispielsweise auch der Basketballkorb in der Arbeit "Graffiti" dar. Der bewusst deplatziert erscheinende Porzellanteller verweist hier auf den gleichsam historischen Ballast, gegen den revoltiert wird. Wenn ein Tiger als Ausdruck von Wildheit und Freiheit sowie der Schriftzug "trotzdem" in auffälliger Weise die Komposition dominieren, wird der Ausbruch aus vorgegebenen Strukturen um ein vielfaches potenziert. Die Steckdose und dasWort "Home" symbolisieren einerseits festgefügte, enge Strukturen, andererseits aber auch unsere Sehnsucht nach Wärme, Geborgenheit und Angenommensein.

Suscha Korte holt die Realität buchstäblich in ihre Bildwelt hinein. Die Werke sprechen nicht nur von der Realität, sondern sind selbst Realität.

"Dr. Ina Ewers-Schultz, August 2014"

Martina Kaiser
Cologne Contemporary Art
Einladung zur Ausstellungseröffnung
Suscha Korte
Kreidesommer
Im Herzen von Köln - Mittelstraße 19
Am Samstag, den 6. Juni 2015 von 16.00 bis 19.00 Uhr

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